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Aus Buche und Kiefer wird Deutsche Eiche

Mörzer setzen der Einheit mit Bäumen ein Denkmal Aus Buche und Kiefer wird Deutsche Eiche

Die ersten 25 Jahre der Deutschen Wiedervereinigung sind geschafft. Zeit, dem Ereignis ein Denkmal zu setzen. „Warum nicht aus Bäumen?“, fragte man sich im Fläming. Gesagt, getan: In Mörz soll nun ein Baumdenkmal an die Wiedervereinigung erinnern.

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Ortsvorsteher Gustav Mörz, hier unter Kiefern, die für den Osten Deutschlands stehen, freut sich auf das Baumdenkmal.

Quelle: Uwe Klemens

Mörz. Das eine Mörz hat es bereits, das andere soll es bekommen: Ein Baumdenkmal in Würdigung der Deutschen Einheit. Mörz’ Ortsvorsteher Gustav Muschert (parteilos) ist von der Idee begeistert. Die Anregung dazu stammt aus dem Partnerort Mörz in Rheinland-Pfalz.

2012 hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) mit Blick auf den 25. Jahrestag der Deutschen Einheit die bundesweite Aktion ins Leben gerufen und Bundeskanzlerin Angela Merkel als Schirmherrin gewinnen können. Der 160-Seelen-Ort Mörz auf dem Hunsrück gehört zu den mehr als 200 Orten, die inzwischen ein solches Baumdenkmal besitzen. Von dort kam nun die Anregung, ein solches Denkmal auch in der Partnergemeinde zu schaffen.

Kosten von 500 Euro

„Kosten würde uns das keinen Pfennig, da die Bäume gestiftet werden“, freut sich Muschert. Eine Buche symbolisiert den Westen, die Kiefer den Osten Deutschlands und die traditionsreiche Eiche das wiedervereinte Deutschland. Das Wachsen der Bäume und die stete Ausdehnung der Krone sollen symbolisieren, wie auch Deutschland nicht nur wächst, sondern dabei immer enger zusammenwächst. Rund 500 Euro sollen die drei jungen Bäume für Mörz kosten.

Andreas Grauer von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald beim Pflanzen der Buche im Partner-Mörz

Andreas Grauer von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald beim Pflanzen der Buche im Partner-Mörz.

Quelle: Werner Dupius

Sowohl bei den Gemeindevertretern, als auch im Ortsbeirat stieß das von Muschert vorgestellte Denkmalprojekt auf Zustimmung. Auch die Mörzer, die sich in der vergangenen Woche zur Einwohnersammlung trafen, ließen sich von der Idee begeistern. Einzig die Standortfrage bereitet den Mörzern gegenwärtig noch Kopfzerbrechen. Denn die benötigte Freifläche von ungefähr zehn mal zehn Metern konnte Gustav Muschert bislang nicht finden. Der Kreuzungsbereich an der Umgehungsstraße wäre von seiner Wirkung her zwar ideal, befand man im Ortsbeirat, aber fraglich sei, ob das Straßenbauamt diesem Standort zustimmen würde.

Der Gedanke „So etwas gehört ins Dorf“, wurde zur Einwohnerversammlung am häufigsten geäußert. Mit der Suche eines geeigneten Standortes und der Einholung der Genehmigungen wurde deshalb nun das Niemegker Bauamt beauftragt. Denkbar sei auch, so Amtsdirektor Thomas Hemmerling, die Bäume im so genannten Winkel zu pflanzen. Genau dort also, wo als Anbau ans Feuerwehrgerätehaus der künftige Gemeinderaum entstehen soll. Bei Dorffesten und ähnlichem hätte man das Denkmal dann immer im Blick.

Etwa 50 Mörzer waren zur Baumpflanzaktion im April mit dabei

Etwa 50 Mörzer waren zur Baumpflanzaktion im April mit dabei.

Quelle: Werner Dupius

Angedacht ist, die Bäume am 3. Oktober, als am Tag der Deutschen Einheit, zu pflanzen. Der Vorschlag, die Bundeskanzlerin als Schirmherrin dazu einzuladen, wurde im Ortsbeirat nur spaßeshalber diskutiert. Dass sie ausgerechnet ins kleine Mörz käme, glaubte in der Runde niemand.

Fest zugesagt haben hingegen bereits die Mörzer im Hunsrück, die zu diesem Anlass in den Hohen Fläming reisen wollen. „Auch so besuchen wir uns gegenseitig mindestens ein Mal im Jahr“, sagt Reinhard Block aus dem Fläming-Mörz, der durch einen fehlgeleiteten Brief und dem anschließenden Studium seines Autoatlas’ entdeckte, dass es den Namen seines Ortes noch zwei weitere Male in Deutschland gibt. Als er vor drei Jahren unangekündigt zum ersten Mal im anderen Mörz im Hunsrück auf der Matte stand, wurde er dort mit offenen Armen empfangen. Fünf, sechs Familien in beiden Orten haben seither enge, private Kontakte.

Dass nicht nur die neu angepflanzten Bäume in den nächsten Jahren wachsen, sondern auch die Mörz-Mörzer Beziehungen, ist eine der Hoffnungen, die auch Ortsvorsteher Gustav Muschert aus Mörz/ Fläming und seine Amtsschwester Stefanie Schneiders hegen. Ihr Handschlag unter den drei symbolträchtigen Bäumen wäre, auch knapp 26 Jahre nach dem Fall der Mauer, ein Zeichen.

Von Uwe Klemens

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