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Aus Kribi und Frankreich in den Hohen Fläming

Bad Belzig ist Gastgeber für Jugendliche aus Europa und Afrika Aus Kribi und Frankreich in den Hohen Fläming

Bis zum Schluss wurde gebangt, ob der Jugendaustausch mit jungen Kamerunern, Franzosen und Bad Belzigern stattfinden kann. Seit Montag sind sie in der Kreis- und Kurstadt zu Gast, ein umfangreiches Programm aus politischen Themen und Freizeitaktivitäten liegt vor ihnen. Ein Auftritt beim Altstadtsommer ist das Finale.

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Am Montag wurden die Gäste aus Frankreich und Kamerun im Bad Belziger Rathaus von Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast begrüßt.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. Die Mühen der zweijährigen Vorbereitungen haben sich gelohnt. Seit Sonntag ist die gemeinsame Jugendgruppe mit jeweils sieben Teilnehmern aus Frankreich, Kamerun und Deutschland und ihren Begleitern in Bad Belzig zu Gast. Das Eingreifen von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der sich für die Erteilung der Visa für die kamerunischen Jugendlichen einsetzte, hat daran einen großen Anteil. Initiator der Jugendaustausches ist der Bad Belziger Verein Echo Kamerun.

Die erste Station des insgesamt zweiwöchigen Jugendaustausches war die Stadt Maurepas in der Nähe der französischen Hauptstadt. Sieben Jugendliche aus Bad Belzig, darunter drei Jugendliche afghanischer Abstammung waren ebenfalls dorthin gereist. Neben Freizeitaktivitäten stand ein Workshop zum Thema Rechtsextremismus auf dem Programm.

Eine Plastik aus Muscheln als Gruß aus Kribi überreichte Dieudonne Eman Bad Belzigs Bürgermeisterin

Eine Plastik aus Muscheln als Gruß aus Kribi überreichte Dieudonne Eman Bad Belzigs Bürgermeisterin.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig als zweite und letzte Station dürfte inhaltlich der Höhepunkt des Jugendaustausches werden, halten sich doch politische Aktivitäten und Freizeitvergnügungen in etwa die Waage. Eine Führung durch das Afrikanische Viertel in Berlin-Wedding unter dem Blickwinkel der Folgen des Deutschen Kolonialismus stand am Dienstag auf dem Programm. Ein Besuch im Deutschen Historischen Museum, das die Gruppe am Mittwoch besucht, gibt den Jugendlichen, die größtenteils zum ersten Mal in Deutschland sind, einen weiteren Einblick in die Geschichte ihrer Gastgeber.

Am Donnerstag sind die jungen Franzosen, Kameruner und Bad Belziger im Übergangswohnheim für Asylbewerber zu Gast, um den dortigen Bewohnern über ihr Schicksal im Besonderen und das Thema Asyl im Allgemeinen zu sprechen. Als weiterer Teilnehmer dieses Treffens erwartet wird auch „Echo Kamerung“-Mitbegründer Jean-Marce Banoho.

Am Montagvormittag hatte Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) die Jugendgruppe zur offiziellen Begrüßung ins Rathaus eingeladen. „Wenn sich die Jugend begegnet ist das die Saat für ein friedliches Miteinander“, freute sich das Stadtoberhaupt, die einen kleinen Überblick über die Geschichte Bad Belzigs gab und die jugendlichen einlud, den Aufenthalt in der Stadt, inklusive eines spendierten Besuchs im Freizeitbad und in der Therme zu genießen.

Amtliche Hürden bei der Verständigung

Initiator des trinationalen Jugendaustausches ist der Bad Belziger Verein Echo Kamerun, der 2007 gegründet wurde und sich der „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ verschrieben hat.

Gefördert wird das Projekt vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJ), dass sich vorrangig der Begegnung zwischen Frankreich, Deutschland und deren Anrainerstaaten widmet, aber vom „Blick über den Tellerrand“ in Richtung Afrika überzeugen ließ.

Die größte Schwierigkeit lag in der Erteilung der Einreise-Visa für die kamerunischen Jugendlichen. Erst durch die Fürsprache von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wurden zumindest sieben der beantragten acht Visa erteilt.

Nicht mit leeren Händen ist Dieudonne Eman, Vorsitzender des Vereins „Echo Bad Belzig – Kribi“ gekommen. Er überreichte der Bürgermeisterin ein Grußschreibens ihres kamerunischen Amtskollegen Guy Emmanuel Sabikanda. Die im Vorjahr von beiden Bürgermeistern unterzeichnete Absichtserklärung zur Städtepartnerschaft zwischen Bad Belzig und Kribi II ist die Grundlage, die nun den Jugendaustausch ermöglichte. „Ich kann das Meer an der kamerunischen Küste rauschen hören“, schwärmte Klabunde-Quast und hielt sich das mitgebrachte Geschenk, eine Skulptur aus Muscheln, ans Ohr.

Donnerstag statten die jungen Gäste dem Wiesenburger Schlosspark einen Besuch ab und schauen, was aus den vor zwei Jahren in die Erde gekommenen Samen kamerunischer Pflanzen geworden ist. Am Nachmittag sind sie in der Bad Belziger Grundschule zu Gast. Der Austausch von Unterrichtsmaterialien zwischen den Grundschulen in Kribi II und Bad Belzig ist einer der ersten Schritte, die Städtepartnerschaft zu konkretisieren.

Der Altstadtsommer am Wochenende ist das Finale und der Höhepunkt des Besuchs. Am Sonnabend um 15.25 Uhr sind die kamerunischen Jugendlichen auf der Hauptbühne mit Tänzen aus ihrer Heimat zu erleben.

Von Uwe Klemens

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