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Potsdam-Mittelmark Aus der Gründerzeit zur Energieeffizienz
Lokales Potsdam-Mittelmark Aus der Gründerzeit zur Energieeffizienz
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09:32 18.12.2017
Hereinspaziert: Die Bauherren öffneten am Sonnabend ihr Haus in der Straße der Einheit 47. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Ein „Dezemberhaftes Schauplätzchen“ öffnete am Sonnabend erstmals in Bad Belzig. „Mit der Aktion knüpft die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen an die ausgelaufene Adventskalendertürchenidee an“, erklärte Bauamtsleiter Christoph Grund am Samstagnachmittag.

Gut 70 Neugierige drängen sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Haus von Ursula Heyder und Michael Memmler in der Straße der Einheit 47. Die beiden freuen sich über das anhaltende Interesse der Bad Belziger an der Entwicklung ihres Hauses. Als im Herbst des vergangenen Jahres die Gebäudehülle saniert war, hatten sie erstmals auf die Baustelle eingeladen – mit dem Versprechen, die Kurstädter auch künftig an dem Fortschritt teilhaben zu lassen.

Das Motto „Aus dem Dornröschenschlaf zum Modellprojekt“ fand beim Blick hinter die Kulissen des um 1890 erbauten Hauses Bestätigung. „Dieser Titel gefällt mir. Obwohl das Wachrütteln aus dem Dornröschenschlaf ein Jahr länger gedauert hat als geplant“, sagt Architekt Ulrich Zink und erläutert den aktuellen Sanierungsstand: Dabei gehe es vordergründig um energieeffiziente Spezialdämmungen, um zukunftsweisende Technologien und um Bauphysik, die „intelligente Kleidung“ für ein Haus.

Bauherrin Ursula Heyder (rechts) freute sich über Besucher, die sich auch für den Wandputz aus Rotkalk interessierten. Er sorgt für eine optimale Luftreinigung im Wohnhaus. Quelle: Christiane Sommer

Im Frühjahr soll Gebäude in der Straße der Einheit 47 bezugsfertig sein. Am weitesten ist der Innenausbau im Erdgeschoss vorangeschritten. Ursula Heyder und Michael Memmler werden dort auf knapp 110 Quadratmetern Wohnfläche leben. Im Obergeschoss und im Dachgeschoss entstehen zwei Mietwohnungen in vergleichbarer Größe.

Während die Bauherrn durch ihre künftigen Vier-Wände führen, machen die Söhne Ludwig und Andreas unter sich aus, wer welches Kinderzimmer erhält. Die beiden werden sich schnell einig und erzählen stolz, dass sie in den vergangenen Monaten ihren Eltern tüchtig geholfen haben.

Als Architekt Zink sagt, ein Bauherr müsse eine „besondere Beziehung“ zu seinem künftigen Haus entwickeln – nicht nur über die finanzielle Seite – müssen Heyder und Memmler lachen. Sie haben aufgehört, die Stunden zu zählen, die sie bereits auf der Baustelle gearbeitet haben. Weil die Schäden im Mauerwerk außen wie innen größer waren als beim Kauf angenommen, kam es nicht nur zu Verzögerungen im Sanierungsverlauf, sondern zwischenzeitlich auch zu einer erheblichen Verteuerung. Dennoch sind die beiden vom Charme des Hauses fasziniert und bereuen ihre Kaufentscheidung nicht.

„Vielleicht haben wir das, was dabei auf uns zukommt, am Anfang etwas unterschätzt“, sagte Michael Memmler. Zwei Jahre lang hatte das Paar nach einem geeigneten Objekt gesucht, bevor es 2012 in der Kur- und Kreisstadt fündig wurde. Zwischenzeitlich leben die beiden in Bad Belzig und pendeln zur Arbeit nach Dessau und Berlin.

Bauherr Michael Memmler (links) führte Besucher auch zur Heizungsanlage des Hauses, das sich künftig durch Energieeffizienz auszeichnen soll. Quelle: Christiane Sommer

„Ich finde es ganz toll, wie hier saniert wird“, lobt Ingrid Wilhelm. Die Besucherin hat ebenfalls eine besondere Beziehung zum Haus. „Mitte der 1960er Jahre habe ich oben in zwei Dachkammern gewohnt“, erzählt sie, „ohne Küche, Bad und fließend Wasser.“

Seine besten Jahre hatte das Gründerzeithaus damals bereits hinter sich. Der kleine Sanitärbereich ein Stockwerk tiefer wurde gemeinsam mit einer Nachbarin benutzt. Holz und Kohlen mussten die Treppen hinaufgeschleppt werden. „Im Winter war es immer eisig kalt“, erzählt Wilhelm. Und noch etwas ist in ihrem Gedächtnis hängen geblieben: „Furchtbar dunkel“ sei das Dachgeschoss gewesen. Anders als heute. Obwohl Ölfarbenreste an Wänden und abblätternde Farben an Treppengeländern noch an diese Zeit erinnern, befindet sich die Sanierung zum hochmodernen Energieeffizienshaus auf der Zielgeraden.

Dezemberhafte Schauplätzchen

Die Adventsaktion „Dezemberhafte Schauplätzchen“ geht auf eine Idee der Treuenbrietzener Veranstaltungsmanagerin Christina Bunzel zurück.

In sechster Auflage wurde sie durch die „Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen“ aufgegriffen und auf weitere Städte ausgedehnt und schließt damit an das ausgelaufene Projekt des „Historischen Adventskalenders“ an.

Neben Treuenbrietzen und Bad Belzig beteiligten sich in diesem Jahr die Städte Peitz, Mühlberg, Dahme/Mark und Lübbenau an der Aktion.

Von Christiane Sommer

Ob bei Bastel- und Backnachmittagen oder Ausflügen nach Potsdam, Wittenberg und Brandenburg/Havel – Gisela Popp aus Groß Briesen engagiert sich gern in ihrem Heimatort und bringt die Generationen zusammen. Alle gemeinsamen Erlebnisse hält sie auf Fotos fest und erstellt für jedes Jahr eine Chronik.

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