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Aus der Heimat Koblenz zum Werderwein

Werder Aus der Heimat Koblenz zum Werderwein

Auf dem Wachtelberg in Werder bringen die Weinbauern und Helfer gerade eine gute Ernte ein. Gleichzeitig hat für den Kellermeister Christian Kruft die Hochsaison nicht weit vom Weinberg begonnen. Er wird bis März 60 000 Liter Wein veredeln, der zur Jungweinprobe 2017 verkostet werden kann.

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Für Kellermeister Christian Kruft ist jetzt Hochbetrieb, wenn es um die Veredelung des Werderweins geht. Foto: Appelt

Werder. Im Tanklager von Weinbauer Manfred Lindicke blubbert die Hefe hörbar vor sich hin. Der Wein gärt seit einigen Tagen in den silbernen Tanks, um aus den süßen Trauben Qualitätsweine wie den Müller Thurgau oder einen Sauvignon blanc herzustellen. Beide sind die Lieblingssorten von Kellermeister Christian Kruft.

Seit 2015 ist der 25-Jährige verantwortlich für die Qualität der etwa zwölf verschiedenen Rot-, Weiß- und Roséweinen. „Alles vegan“, verspricht Kruft. Von der Ernte bis zum Geschmack in den Flaschen begleitet er die Weinherstellung am Plötziner Eck in Werder und auf dem Wachtelberg. Dort bauten Mönche schon vor 700 Jahren Wein an. Das 6,2 Hektar große traditionsreiche Anbaugebiet befindet sich jenseits der Polargrenze des Weinbaus.

Zwar hat Kruft seine Lehre vor acht Jahren in größeren Weinbauregionen in Hessen begonnen, aber die „untypische und kleine Weinbauregion in Werder ist für mich eine interessante Herausforderung“. Der märkische Sandboden und die moderate Klimate – besonders zu Zeiten des Klimawandels – seien dabei ideal, erklärt der Fachmann.

Seit vierzehn Tagen läuft die Erntesaison. Sie ist sehr gut, an den zwei Meter hohen Reben auf dem Wachtelberg, sieben Kilometer entfernt vom Gut, hängen dicht die Trauben. In den nächsten zwei Wochen wollen Lindicke und Kruft mit Helfern die annähernd 30 000 Weinstöcke abgeerntet haben und die Trauben zu Wein verarbeiten. „Sie werden per Hand gelesen. Am Tag schaffen wir etwa sechs Tonnen“, sagt der Kellermeister, der aus der Nähe von Koblenz stammt. Anschließend wird die Weinbeere vom Stiel befreit, der später noch als Dünger zurück auf den Weinberg kommt. 24 Stunden werden die Beeren dann gemaischt, also „angematscht“, klärt Kruft auf: „Die Wespen sind ganz heiß da rauf“. Obwohl einige der gierigen Insekten vom süßen Brei naschen, wurde er diesen Sommer noch nicht gestochen. Schließlich müssen die Hefekulturen ran und vergären den Fruchtzucker zu Alkohol. Noch schmeckt der Traubensaft sehr süß und enthält kaum Alkohol. Doch bis Ende März, wenn etwa 60000 Liter in Flaschen abgefühlt und zur Jungweinprobe verkostet werden können, wird der Alkoholgehalt der Weine noch bis 13 Promille steigen. „Die Hefe ist ein Selbstmörder, sie verträgt keinen Alkohol“, und stirbt bei einem bestimmten Alkoholgehalt und wird vom Wein getrennt. Mit dem beliebten Werder Obstwein könne dieser Wein dann locker mithalten, verspricht Kruft.

Von Franziska Appelt

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