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Aus für Mühlenbach und Wasserfall

Verlorenwasser Aus für Mühlenbach und Wasserfall

Die Tage für den Fortbestand des Wasserfalls am alten Mühlenstandort von Verlorenwasser sind gezählt. Der Zufluss dorthin soll mit einem Sandberg verschlossen und nachfolgend die in die Jahre gekommene Brücke am Mühlenteich dauerhaft verfüllt werden. Darüber informierte Naturparkleiter Steffen Bohl – und zog weiteren Unmut der Anwohner auf sich.

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Noch mal einen Blick auf den Wasserfall, bevor er schweigt: Der Zufluss soll demnächst mit einem Sandberg verschlossen werden

Quelle: Christiane Sommer

Werbig. Die Tage für den Fortbestand des Wasserfalls am alten Mühlenstandort von Verlorenwasser sind gezählt. Der Zufluss dorthin soll mit einem Sandberg verschlossen und nachfolgend die in die Jahre gekommene Brücke am Mühlenteich dauerhaft verfüllt werden. Der Mühlenteich bleibt als Feuerlösch-reservoir jedoch erhalten. Darüber informierte Naturparkleiter Steffen Bohl am Donnerstag die Anwohner.

Die Maßnahme ist Teil des Gewässerentwicklungskonzepts Plane-Buckau (GEK), das durch das Landesumweltamt erarbeitet wurde. Dass Papier verspricht, dass die Fließgewässer dadurch sauberer, gesünder und schöner werden. Die Pläne zur Verbesserung des Gewässerökosystems werden in weiten Kreisen der Bevölkerung jedoch mit Argwohn betrachtet, es herrscht große Verunsicherung.

Neues Bachbett für mehr Fische

In Verlorenwasser soll durch den Verschluss des Mühlenbachs das Wasser des Verlorenwasserbachs in ein bereits in den 1990er Jahren geschaffenes neues Bachbett geleitet werden. Dieses funktionierte nach Aussage von Anwohnern damals nur wenige Wochen.

Durch die neue Maßnahme sollen wieder Bachneuenaugen und andere Fische im Naturschutzgebiet „Verlorenwasser-Oberlauf“ ungehindert wandern und Bachforellen ihre natürlichen Laichgebiete im Oberlauf des Verlorenwasserbachs erreichen können. „Bislang ist der Wasserfall, mit dem der Verlorenwasserbach am ehemaligen Mühlenstandort mehrere Meter senkrecht in die Tiefe stürzt, ein unüberwindbares Hindernis für Bachforelle und andere Fische“, sagt Steffen Bohl.

Anwohner sehen Wasserfall als Wahrzeichen des Ortes

Für Karin Bonk, in deren Garten der Bach plätschert, ein Unding. „Der Wasserfall ist das Wahrzeichen von Verlorenwasser“, kritisiert sie. „Nein, das ist er nicht. Das Wasser muss durch den Bach und dort seiner Funktion gerecht werden“, entgegnete Bohl mit Verweis auf das GEK.

Dass durch die Maßnahme künftig wieder Bachforellen und andere Fische durch den Verlorenwasserbach ziehen, bezweifelt auch Bernd Schulz. Er fordert vielmehr, den Bach gründlich zu beräumen. Nach seiner Aussage geschah dies letztmals 1975. Mittlerweile ist das Fließgewässer so verlandet, dass den Beobachtungen der Anwohner zufolge immer weniger Wasser im Bachlauf in Höhe der Ortslage ankommt. Im Oberlauf hingegen lässt der Bachlauf regelmäßig Wasser austreten welches nachfolgend auf den Wiesen versickert. Jennifer Schwiegk von der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis versprach, dass der Wasser- und Bodenverband Plane-Buckau die Problematik in Augenschein nehme und dass die geplante Bachverlegung die Hochwassergefahr für Verlorenwasser dauerhaft mindere.

Seit 2005 unter Schutz gestellt

Entlang des 24 Kilometer langen Verlorenwasserbachs klapperten einst acht Mühlen.

Eine davon war die Papiermühle in der heutigen Ortslage von Verlorenwasser.

Erbauen ließ die Mühle um das Jahr 1500 Friedrich Brandt von Lindau auf Wiesenburg.

Das dort produzierte Papier wurde bis nach Berlin und Magdeburg geliefert.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Mühlengehöft an die Königliche Forst verkauft und nachfolgend als Forsthaus bewohnt.

Seit Ende der 1980er Jahre ist das Anwesen mit Wasserfall im Besitz der Familie Bonk.

Quellgebiet und Oberlauf des Verlorenwasserbachs sind seit 2005 unter Schutz gestellt. Q

Dirk-Alexander Grams aus Werbig kritisiert jedoch mangelnde Bürgernähe und bemerkte in Bezug auf die Bachverlegung zugunsten der Fische: „Jeder Fisch braucht Sauerstoff – den hat er in einem ungeräumten Bach nicht.“

Zwei Stunden lief die teils emotionale Debatte. Misstrauen konnte nicht vollständig aus der Welt geräumt werden. Schon in den kommenden Tagen sollen die Arbeiten beginnen. Zuerst werden Kräfte des Bundesfreiwilligendienstes des Naturparks das vor 22 Jahren geschaffene Bachbett spatentief von Laub und Schlamm befreien. Im Anschluss wird der Wasser- und Bodenverband den Zufluss zum Mühlensturz verschließen.

Von Christiane Sommer

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