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Die Natur ist der beste Künstler

Ausstellung „BaumWesen“ Die Natur ist der beste Künstler

Die Autorin und Fotografin Heide Kistritz ist auf ihren Wanderungen durch den Hohen Fläming zahlreichen Baumwesen begegnet. Sie hat sie nicht nur fotografiert, sondern auch Geschichten über sie geschrieben. Wer die Künstlerin und ihre Baumwesen kennenlernen will, hat noch bis zum 29. Januar die Gelegenheit – so lange läuft ihre Ausstellung in Wiesenburg.

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Heide Kistritz präsentiert bis 29. Januar ihre Ausstellung „BaumWesen“ in der Alten Schule.

Quelle: Josephine Mühln

Wiesenburg. Ihrem ersten Baumwesen ist Heide Kistritz schon vor 30 Jahren begegnet. Seitdem hat sie die Faszination nicht mehr losgelassen, sagt die 58-Jährige. Immer wieder sind ihr Gestalten, Gesichter und Figuren an den Bäumen aufgefallen. Was sie während ihrer Spaziergänge und Wanderungen entdeckt hat, wollte sie nun auch mit anderen Menschen teilen. So entstand die Ausstellung „BaumWesen“, die derzeit und noch bis zum 29. Januar in der Alten Schule in Wiesenburg zu sehen ist.

„Die Natur begeistert mich“, sagt Kistritz. „Sie ist der beste Künstler.“ Wenn sie bei ihren Erkundungstouren etwas neues entdecke, dann sei das ein besonderes Glücksgefühl, das sie immer wieder begeistert. „Das ist ein bisschen, als würde man einen neuen Kontinent entdecken“, sagt die gelernte Sozialpädagogin. „Manche Wesen habe ich auch erst auf dem Rückweg vom Spaziergang entdeckt, sie waren mir auf dem Hinweg gar nicht aufgefallen.“ Man müsse eben erst zur Ruhe kommen.

Die Freude am Tun

Mit dem Fotografieren begonnen hat Heide Kistritz ganz klassisch im Urlaub. Dann sei es „etwas spezieller“ geworden, sagt sie. Die Fotografie breitet ihr Spaß und erfüllt den Wunsch, die eigene Kreativität ausleben zu können. „Es ist die Freude am Tun“, glaubt die Künstlerin. Ohnehin gehe es ihr nicht um die Meisterschaft, wie Kistritz sagt, sondern vielmehr „um den Spaß und die Herausforderung, mit einem neuen Werkstoff oder Thema zu arbeiten. Ich lasse mich inspirieren von dem, was ist.“ So sind auch schon Malereien oder Figuren aus Ton entstanden. Einige Baumwesen aus Ton sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Zur Person

Heide Kistritz wurde 1957 in Bremen geboren. Wenn sie nicht auf den Spuren der Baumwesen wandelt, arbeitet sie als Sozialpädagogin in Wiesenburg.

2002 hat Kistritz eine zweijährige Ausbildung im Ausdrucksmalen absolviert – am Odenwald-Institut unter der Leitung des schottischen Künstlers Laurence Fotheringham.

Heide Kistritz liebt es, neue Materialen auszuprobieren. Sie hat bereits mit Keramik, Speckstein und Pappmaché gearbeitet, auch an Holzschnitzereien hat sie sich schon versucht.

Die Ausstellung „BaumWesen“ ist noch bis zum 29. Januar in der Alten Schule in Wiesenburg zu sehen, Hermann-Boßdorf-Straße 14. Zusätzlich ist für Sonntag, 17. Januar, ein gemütlicher Nachmittag mit Kaffee und Kuchen geplant, an dem die Künstlerin über ihre Begegnungen mit den Baumwesen berichtet und aus ihrer Geschichtensammlung vorliest.

Lebendig werden die Baumwesen vor allem durch die Geschichten, die Kistritz über sie schreibt. Zum Beispiel über die „Baumfrau“, die am Burgwiesenweg in Bad Belzig wohnt. Sie lebte einst in einer Burg, zog sich aber immer mehr in den Wald zurück, weil sie sich dort wohler fühlte. Schließlich verwandelt sie sich selbst i einen Baum. Anfangs kann sie die schützende Rinde noch verlassen, doch dann entscheidet sie sich, ganz zum Baum zu werden und ihre Gedanken und Gefühle mit den anderen Bäumen zu teilen. „Die Geschichte zeigt, dass Mensch und Natur verschmelzen müssen, um einander zu verstehen“, sagt die Autorin.

Nächstes Projekt: Baumwesen-Buch mit Geschichten

Die Geschichten seien einfach in sie hineingeströmt, sagt Kistritz. Es sei eine komplett neue Erfahrung gewesen, die plötzliche Inspiration habe sie selbst überrascht. Heide Kistritz hat auch nicht damit gerechnet, dass sie bei der zweiten Auflage des Kunst- und Kulturfestivals „Fläming art 2015“ in Jüterbog mit einer selbst geschriebenen Geschichte gleich den ersten Preis abräumen würde. „Ich hatte mich nur aus Spaß beworben“, sagt sie. Aufgabe war es, eine Geschichte aus dem Fläming zu schreiben – „Die Baumfrau“ passte perfekt auf die Anforderungsbeschreibung.

Schön ist für Heide Kistritz, wenn Besucher ihrer Ausstellung sich durch ihre Bilder bestätigt und inspiriert fühlen. Besonders freute sie sich über das Feedback einer Besucherin, die jetzt mit ganz anderen Augen durch die Wälder läuft.

Für Kistritz selbst ist jedes ihrer Bilder besonders. Die Bornerin plant indes bereits ihr nächstes Projekt: Dieses widmet sich erneut den Baumwesen – diesmal allerdings in Form eines Bilderbuchs.

Von Josephine Mühln

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