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Ausstellung Rohkunstbau geht zu Ende

Schloss Roskow Ausstellung Rohkunstbau geht zu Ende

Die 22. Ausstellung von Rohkunstbau mit dem Thema „Zwischen den Welten“ im Schloss Roskow endet diesen Sonntag. Projektleiterin Kristina Worthmann von der Heinrich-Böll-Stiftung hat den Grundschülern der fünften und sechsten Klasse aus Roskow eine spezielle Führung durch die Kunstausstellung gegeben.

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Die Videoinstallation der Künstlerin Jia zeigt chinesische Kinder mit ihren selbst gemachten Knetfiguren und Zeichnungen, welche sie für die Jias Ausstellung in Deutschland angefertigt haben.

Quelle: Charlotte Klimas

Roskow. Die 22. Ausstellung von Rohkunstbau mit dem Thema „Zwischen den Welten“ im Schloss Roskow endet diesen Sonntag.

Elf internationale Künstler greifen mit ihren Installationen, Malereien, Zeichnungen und Skulpturen die Gefühle und Daseinsformen von Kindern aus weltweiten Krisenregionen auf. Projektleiterin Kristina Worthmann von der Heinrich-Böll-Stiftung hat den Grundschülern der fünften und sechsten Klasse aus Roskow eine spezielle Führung durch die Kunstausstellung gegeben, bei der auch die chinesische Künstlerin Jia aus Beijing mit dabei gewesen ist.

Ihr Kunstwerk „Mini-Shop“ erinnert an eine Art Kiosk, in welchem es abgepackte Nudeln und Süßigkeiten gibt. In den Regalen hängen Kinderzeichnungen und kleine, bunte Figuren aus Knete und Ton, welche von chinesischen Waisenkinder aus der Provinz Sichuan gebastelt worden sind. „Solche Mini-Shops sind in China weit verbreitet“, sagt Jia, „und sie haben für viele Kinder in ihrem tristen Alltag eine besondere Bedeutung, da sie sich für wenig Geld etwas Schönes kaufen können.“

Die fünfte Klasse der Grundschule Roskow zusammen mit der chinesischen Künstlerin Jia aus Beijing im Schloss Roskow vor ihrer Installation „M

Die fünfte Klasse der Grundschule Roskow zusammen mit der chinesischen Künstlerin Jia aus Beijing im Schloss Roskow vor ihrer Installation „Mini-Shop“.

Quelle: Charlotte Klimas

Im tieferen Sinne greift die 37-Jährige die traurige Realität von elternlosen Kindern in China auf. Der in Sichuan weit verbreitete Drogenhandel fordert den Tod vieler Eltern durch Drogenkonsum, Hepatitis- oder HIV-Infektionen. Zahlreiche Kinder wachsen früh als Waise auf. Auch die zunehmende Industrialisierung zwingt ärmere Eltern aus ländlichen Regionen dazu, ihre Heimat zu verlassen, um in anderen Regionen Chinas eine Arbeit für den Lebensunterhalt zu finden. Ihre Kinder dürfen aber nicht mit kommen, da ihnen ein Familienregistrationsgesetz vorschreibt, nur die Schulen jener Provinz zu besuchen, in welcher sie geboren worden sind. Diese Kinder bleiben allein zurück, die sogenannte „Left-Behind-Children“. Die Grundschüler sollen von solchen Kindern erfahren. „Sie sollen aber auch wissen, dass diese Kinder trotzdem fröhlich sein können“, sagt die in Berlin – Kreuzberg lebende Künstlerin.

Jedes Kind der Grundschule Roskow darf sich ein kleines Kunstwerk aussuchen. Als Gegenleistung haben sie Spielautos oder Murmeln für die Kinder von Sichuan mitgebracht. „Es geht um den Austausch von Geschenken“, erzählt Jia, „dabei wirken die Geschenke als Symbole für Liebe und Hoffnung. Das sind die Werte, die im Eigentlichen übermittelt werden sollen.“ Ihre Mini-Shop sei damit Kommunikationskanal für Kinder beider Kulturen.

Sofia Remoundos, 10, Saskia Hanke, 12, und Lea Breckau, 10, freuen sich über die kleinen Kunstobjekte, welche Waisenkinder in China gebastelt habe

Sofia Remoundos, 10, Saskia Hanke, 12, und Lea Breckau, 10, freuen sich über die kleinen Kunstobjekte, welche Waisenkinder in China gebastelt habe.

Quelle: Charlotte Klimas

Später bekommen die Roskower Jungen und Mädchen von Worthmann Karteikarten ausgehändigt, auf welchem sie auf Englisch ihre Danksagungen an die chinesischen Waisen schreiben können. Die Geschenke wird Jia nächsten Monat mit nach China nehmen, um sie dort den Kindern in Sichuan beim Kunstworkshop zu übergeben.

„Manchmal ist Kunst der beste Weg für Kinder, ihren Traumata Ausdruck zu verleihen“, sagt Jia. Die Videoinstallation an der Wand zeigt den Jungen Jia La La Li . Er hält seine Zeichnung in die Kamera. Er habe einen Vogel gemalt, mit einem Ast im Mund, damit er ein Nest für seine Kinder bauen könne, erzählt er. Ein anderer Vogel werde von einer Schlange gefangen, damit ihre Babys etwas zum Fressen haben.

„Für die Kinder in Sichuan ist es toll, dass ihre Arbeiten in Deutschland ausgestellt werden“, berichtet die Künstlerin, „Durch die Kunst erfahren sie, dass sie einzigartig sind und in der Zukunft eines gutes Leben führen können.“

Von Charlotte Klimas

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