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Potsdam-Mittelmark Ausverkaufte Premiere
Lokales Potsdam-Mittelmark Ausverkaufte Premiere
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19:13 13.11.2017
Frauen In den mörderischen Hauptrollen: Marlies Hanowski als Martha Brewster (l.) und Ortrud Meyhöfer (r.) als Abbey Brewster. Quelle: Kleine Bühne
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Michendorf

Der geschulte Krimiliebhaber ahnte am Freitagabend schon bei der Parkplatzsuche vor dem Gemeindezentrum, dass die Premiere von „Arsen und Spitzenhäubchen“ der Kleinen Bühne ausverkauft sein würde. Seit seiner Erstaufführung 1941 auf dem Broadway begeistert diese Ikone der Kriminaldramen des deutschstämmigen New Yorker Dramatikers Joseph Kesselring die Freunde eines abgrundtiefen schwarzen Humors. Mit der Verfilmung, in der Cary Grant als Mortimer Brewster brillierte, rollte seit 1944 eine regelrechte Lawine dieses Stücks mehrfach um den Globus und ist nun sogar in Michendorf angekommen.

Endlich, darf man sagen, denn was die Regisseurin Christine Hofer und ihr teilweise semiprofessionelles Ensemble leisteten, verdiente den euphorischen Applaus am Ende dieser Inszenierung. Geboten wurde so einiges. Neben dem Bühnenpersonal agierten mehr als ein halbes Dutzend Blechbläser sowie ein Damenchor im Saal. Sie erinnerten mit ihren anheizend lärmenden Tonkaskaden an eingängige Soundtracks aus Filmen mit Miss Marple und dem Rosaroter Panther.

Unbedingt erwähnenswert sind das ästhetische und trotzdem praktikable auf den Schwarz-Weiß-Kontrast setzende Bühnenbild von Dirk Seesmann mit diversen Ein- und Anbauten sowie die stilsicheren Kostüme von Marianne Herrmann. Dies alles trägt dazu bei, das Horrorhaus der beiden mit Arsen und Spitzenhäubchen bewaffneten Killer-omis aus Brooklyn lustvoll zu bebildern. In solch einem biederen, gutbürgerlichen Ambiente lassen sich ziemlich unauffällig und abrupt Lebensläufe beenden sowie anschließend Leichen im Keller sammeln.

Im Zentrum dieser morbiden Leidenschaft stehen zwei Schwestern im reiferen Alter, Abbey (Ortrud Meyhöfer) und Martha Brewster (Marlies Hanowski), die von Mühsal beladene Gelegenheitsbesucher von ihren vermeintlichen irdischen Qualen zeitnah erlösen. Hilfreich zur Seite steht ihnen ihr Neffe Teddy Brewster (Marcus Hagen Heinemann), der glaubt Präsident Teddy Roosevelt zu sein. Er vergräbt die Dahingeschiedenen weil er meint, sie seien Opfer einer Gelbfieberseuche beim Bau des von ihm im Keller gegrabenen Panamakanals.

Ein weiterer Neffe, Mortimer Brewster (Andreas Linck), geht widerwillig, aber erfolgreich dem Beruf des Theaterkritikers nach, hasst das Theater jedoch. Der dritte Neffe der mordenden Seniorinnen, der Serienkiller Jonathan Brewster (Felix Zühlke), entwickelt sich bald zum Problem. Als er aus dem Knast flieht und im Gruselhaus auftaucht, wird das altehrwürdige Tanten-Gemäuer endgültig zum Tollhaus. Diese chaotische Ereigniskaskade flüssig und spielfreudig in Szene gesetzt zu haben, ist ein Verdienst von Regie und Ensemble gleichermaßen. Neben den senile Naivität spielenden, und dabei mildlächelnd Arsen tröpfelnden alten Damen, lief vor allem der vom mörderischen Geschehen völlig überforderte Mortimer zu großer Form auf. Sein Gesicht zu beobachten, war das reinste Vergnügen. Von blankem Entsetzen bis hin zu wahnsinnsnahem Staunen bediente er die komplette Klaviatur mimischer und gestischer Ausnahmezustände. Seinen Widerpart, den fiesen Bruder Jonathan, gestaltete Zühlke porentief böse und abstoßend. Unüberhörbar und sensibel wie ein Bulldozer geraten die Auftritte des ständig auf seiner Fanfare trötenden eingebildeten Präsidenten. Unmöglich all dieses theatralisch strukturierte Chaos in Worte zu kleiden. Nur selber Ansehen hilft hier wirklich weiter.

Karten und nächste Termine unter www.kleinebuehne.de

Von Lothar Krone

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