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Potsdam-Mittelmark Autofahrer und Fußgänger ignorieren Schranke
Lokales Potsdam-Mittelmark Autofahrer und Fußgänger ignorieren Schranke
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16:45 25.04.2017
Ein blauer Kleinwagen umfährt die geschlossene Halbschranke am Bahnübergang Götz. Der Fahrer des roten VW hat nur Sekunden zuvor das gleiche gemacht. Quelle: Marion von Imhoff
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Götz

Eine am Dienstag gegen 10 Uhr länger als üblich geschlossene Schranke in Götz (Potsdam-Mittelmark) hat mehrere Autofahrer zu schweren Ordnungswidrigkeiten verleitet. Vier von der Wartezeit genervte Autofahrer und eine Radfahrerin umfuhren die geschlossenen Halbschranken. Auch eine Rentnerin mit Rollator wollte die rund 20 Minuten währende Wartezeit nicht länger abwarten und schob ihr Vehikel zu Fuß um die geschlossenen Halbschranken herum und ging anschließend seelenruhig den Bürgersteig weiter Richtung Bundesstraße 1. Polizei- und Bahnsprecher zeigten sich entsetzt.

„So etwas darf man auf keinen Fall machen, selbst wenn die Schranken wirklich in ihrem Betrieb gestört gewesen wären“, warnte Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Ähnlich äußerte sich auch Polizeisprecher Oliver Bergholz. Grund dafür, dass die Schranken länger als sonst geschlossen blieben, waren zwei Züge, die zeitlich versetzt den Bahnübergang passierten, so Ahlert. Auch in Wust sollen die Schranken deswegen nach Polizeiangaben ungewöhnlich lange geschlossen geblieben sein.

Die Polizei alarmierte sofort die Bahn über die Zwischenfälle, die Zeugen den Einsatzkräften gemeldet hatten. Zwei Zugführer wurden sogleich über Funk gewarnt, dass sich trotz der geschlossenen Schranken Menschen auf den Gleisen befinden. Ein Regionalexpress aus Richtung Brandenburg näherte sich langsam dem Bahnübergang, stoppte, es erklang ein lauter Warnton, erst dann passierte der Zug den Bereich im Schritttempo. Wenige Minuten später erreichte aus der Gegenrichtung, also aus Richtung Groß Kreutz, ein weiterer Zug Götz. Auch er blieb vor dem Übergang auf freier Strecke kurz stehen, es erklang erneut ein durchdringender Warnton von der Lok. Auch dieser Zug passierte den Bahnübergang im Schritttempo.

Eine Rentnerin mitten auf den Schienen bei geschlossener Schranke. Sie hat sich mit ihrem Rollator auf den Bahnübergang gewagt, obwohl sich Züge nähern. Quelle: Marion von Imhoff

Das Umfahren geschlossener Halbschranken ist ein schweres Verkehrsdelikt. Es gilt als vorsätzlich begangene Ordnungswidrigkeit und gefährlicher Eingriff in den Bahnbetrieb. Autofahrern drohen empfindliche Strafen: zwei Punkte in Flensburg, drei Monate Fahrverbot und 700 Euro Bußgeld. Das teilte Stephan Immen, Sprecher des Kraftfahrt-Bundesamt mit Sitz in Flensburg, mit. Glimpflich kommen auch Fußgänger und Radfahrer nicht davon. Sie erhalten einen Punkt in der Verkehrssünderkartei und 350 Euro Strafe. Eingriffe in den Bahnverkehr sind wegen der hohen Zahl an Menschenleben, die dabei gefährdet werden, mit hohen Strafen bewehrt.

Eine 36-jährige Jeserigerin, die mit ihrem Rad die Schranken umfahren hatte, sagte der MAZ Sekunden später: „Das ist schon ein ungutes Gefühl, mit dem Auto hätte ich das nicht gemacht. Aber das Wetter ist so oll, ich wollte nicht länger warten.“ Wenig Skrupel hatten auch die Fahrer der vier Kleinwagen. Nachdem sich eine lange Schlange gebildet hatte, mehrere Autofahrer sogar ausgestiegen waren, um zu schauen, was los war, fuhr ein erster Wagen schließlich an den rot leuchtenden Ampeln und den Schranken vorbei über den Bahnübergang. Wenig später folgten ein roter Kleinwagen aus Richtung Bundesstraße 1 und ein blauer Wagen aus der Gegenrichtung. Andere Autofahrer schüttelten nur den Kopf. Mehrere Fahrzeuge, offenbar in Kenntnis von Schleichwegen, wendeten.

„Das ist schon extrem lang“, sagte eine wartende Autofahrerin. „Normalerweise sind die Schranken hier immer nur kurz geschlossen. Die Schranke muss kaputt sein“, mutmaßte auch sie.

Sollte eine Bahnschranke tatsächlich im Betrieb gestört sein, dürfen Autofahrer nach Angaben von Bahnsprecher Ahlert nur den Bahnübergang passieren, wenn sie per Handzeichen von Polizisten oder Einsatzkräften der Bahn nach Streckensicherung dazu aufgefordert werden.

Von Marion von Imhoff

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