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Autohändler planen Wohnungsbau

Wiesenburg Autohändler planen Wohnungsbau

Mario Fecht und Igor Brinckmann sind die neuen Eigentümer des Areals, wo einst der Kreisbetrieb für Landtechnik seinen Sitz hatte. Beide sind Autohändler aus Berlin. Das hiesige Gelände wollen sie freilich als Wohnstandort herrichten. Zuletzt war es allerdings ein Reifenlager, das voriges Jahr dreimal in Flammen stand.

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Mario Fecht und Igor Brinckmann (rechts) sind mit ihrem Autohandel nach Wiesenburg umgezogen.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Die Gewerbefläche an der Thomas-Müntzer-Straße soll nicht länger brach liegen. Das haben sich Mario Fecht und Igor Brinckmann vorgenommen. Sie sind jetzt Eigentümer des Grundstückes, auf dem einst der Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) seinen Sitz hatte und wohnen schon dort. Jüngst haben sie sich und ihr Vorhaben im Ortsbeirat vorgestellt.

Erworben haben beide einen Teil des Areals von der im Schloss ansässigen Familie Alert. Sie hatte dort unter anderem Oldtimer in den Garagen untergestellt und der Kommune den Kontakt zu dem Duo vermittelt, weil es Interesse an der ganzen Fläche zeigte. Der größere Teil musste allerdings der niedersächsischen Gläubigerbank des zuletzt dort tätigen Reifenhandels abgekauft werden. Das Unternehmen war 2012 in die Insolvenz geraten. Im vergangenen Jahr standen die Lagerstätten samt Pneus gleich dreimal in Flammen. Die Ursache ist nicht geklärt

Standort in Berlin-Spandau nur noch gemietet

Nun also ist ein Neuanfang geplant. Fecht und Brinckmann Automobile gibt es seit 2011, wie die beiden Unternehmer auf MAZ-Anfrage berichten. Ihr Kerngeschäft ist der Autohandel via Internet mit kleiner Werkstatt und einer Hand voll Angestellten. Doch haben sie das 6000-Quadratmeter-Grundstück in Berlin-Spandau, wo sie gestartet und gewachsen sind, inzwischen verkauft. Dort sind sie zwar noch Mieter, sehen aber langfristig ihre Perspektive außerhalb der Hauptstadt mit ihrem wachsenden Preisdruck.

Für den klassischen Gebrauchtwagenhandel brauchen sie am neuen Standort jedoch nicht das ganze Areal. Es ist ohnehin fünfmal größer als die Niederlassung in Berlin. „Wenn nötig könnte diese Ansiedlung auf einer der leerstehenden Flächen im Gewerbepark erfolgen“, erklärte Mario Fecht.

Ziel: Gewerbe statt Handel

Für das Areal des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL) ist vor etwa zwölf Jahren der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Gewerbepark III“ gefasst worden.

Diese Reservierung sollte vor allem die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel am Ortsrand verhindern. Folglich entstand der Netto-Markt in der Ortsmitte an Stelle des einstigen Parkhotels.

Gewerbepark I (mit Tankstelle) und II (Biogas-Anlagen am Borner Weg) haben noch Restbestände. Hallen, Garagen und Büros sollen auch auf dem Drahtwerksgelände revitalisiert werden.

Nachgefragt ist aber zunehmend (Wohn-)Bauland, weshalb ein alter Plan für die Feldstraße unter neuen Bedingungen umgesetzt werden soll.

Statt dessen haben er und Brinckmann die Idee, Wohnen zu etablieren. Je nach Bedarf durch Erschließung von Bauland für Eigenheime oder Mehrfamilienhäuser mit sozialem Wohnungsbau oder einem Mix davon. Ihr Geschäftspartner Alexander Reimer hatte schon Entwurfsskizzen parat. Er betonte freilich, dass es noch zu früh sei, um konkrete Planungen zu präsentieren oder gar die Zahl der Wohneinheiten zu kalkulieren.

Bürgermeister empfiehlt Planänderung

„Auf jeden Fall sind Fecht und Brinckmann zur rechten Zeit am richtigen Ort“, frohlockt Marco Beckendorf (die Linke) mit Verweis auf den erstmals gestoppten Bevölkerungsrückgang in Wiesenburg und die bestehende Auflage zur Erarbeitung eines kommunalen Flächennutzungsplans. Er sehe kein Problem für die Umnutzung des bislang mehr oder weniger industriell genutzten Geländes, so der Bürgermeister unter Berufung auf die Fachbehörde des Kreises Potsdam-Mittelmark. Ortsvorsteher Bernd Müller (SPD) verwies auf die daraus folgende Wertsteigerung. Ansonsten gab es aber weder Fragen noch Widerspruch. Das Gremium empfiehlt also, den mindestens zwölf Jahre bestehenden Beschluss zur Planung des Gewerbeparkes III umgehend zu kassieren und neue Vorhaben auf den Weg zu bringen.

Von René Gaffron

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