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Automaten-Sprenger flüchten mit Geld

Serie geht weiter Automaten-Sprenger flüchten mit Geld

Keine Fahrkarten für Wusterwitzer. Der Fahrkartenautomat am Bahnhof ist in der Nacht zum Mittwoch in die Luft gejagt worden. Anwohner alarmierten nach dem großen Knall die Polizei. Vor Ort gab es ein Trümmerfeld. Die vermeintlichen Sprengmeister haben die Geldkassette gleich ganz mitgenommen. Doch ob sie mir der etwas anfangen können, ist fraglich.

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Die Reste des gesprengten Fahrkartenautomaten werden sichergestellt.

Quelle: Foto: Frank Bürstenbinder

Wusterwitz. „Ich bin ohne Fahrkarte. Der Automat wurde gesprengt.“ Keine hanebüchenen Ausreden, sondern Tatsachen mussten sich gestern Kundenbetreuer in den von Wusterwitz nach Berlin abgehenden Zügen anhören. Was war passiert?

Kurz vor 3 Uhr wurden Anwohner in der Bahnhofstraße unsanft aus dem Schlaf geweckt. Eine Explosion erschütterte die Mitte von Wusterwitz. Besorgte Bürger alarmierten die Polizei. Auf dem Bahnsteig in Fahrtrichtung Berlin stellten die Beamten einen völlig zerstörten Fahrkartenautomaten fest – aufgesprengt mit Gas. Durch die Wucht der Detonation waren Einzelteile auf den Wartebereich geflogen.

Nur geringe Summen

Um Automatenaufbrüchen vorzubeugen, rüstet die Deutsche Bahn (DB) ihre Fahrscheinautomaten mit Farbpatronen aus. In Wusterwitz war das offenbar noch nicht der Fall, denn normalerweise weisen Aufkleber auf die zusätzliche Sicherung hin. Die DB betreibt bundesweit etwa 7000 Fahrkartenautomaten.

Die Täter konnten bisher meinst nur geringe Summen erbeuten. Denn die Automaten werden häufig geleert oder verzeichnen viele Kartenbuchungen. Der materielle Schaden ist viel höher. Das Land Brandenburg gehört zu den Schwerpunktregionen bei Automatenaufbrüchen.

Schnell wurde klar, dass die Geldkassette fehlt. Die Täter waren bereits auf und davon. Kriminaltechniker begannen noch in der Nacht mit der Spurensicherung„Der Einsatz von Suchhunden brachte bei der Verfolgung der Unbekannten brachte leider keinen Erfolg“, berichtete Polizeisprecherin Sandy Fenger. Es gibt auch keine Beschreibung.

Keine Einschränkungen im Zugverkehr

Am Vormittag begann die Demontage des Automatenschrotts. Bahnmitarbeiter suchten die Gleise nach Fremdkörpern ab, die von der Explosion stammen könnten. „Wir müssen sicher gehen, dass dort nichts liegt, was den Zügen gefährlich werden könnte“, sagte Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert der MAZ auf Nachfrage. Der Zugverkehr war nicht unterbrochen. Auch der Bahnsteig durfte während der Aufräumungsarbeiten weiter betreten werden.

Wusterwitz ist beileibe kein Einzelfall. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 390 Fahrscheinautomaten der Deutschen Bahn aufgebrochen beziehungsweise gesprengt. Rat von Bahnsprecher Ahlert: „Zusteigende Fahrgäste ohne Fahrkarte sollten sich in solch einem Fall umgehend zum Kundenbetreuer im Zug begeben. Unsere Kollegen sind in der Regel bereits über die Sachlage informiert. Kein Fahrgast muss einen Nachteil befürchten.“

Geldkassette mit Farbbombe

Ob die Täter mit der Geldkassette aus Wusterwitz überhaupt etwas anfangen können, ist höchst fraglich. Die Deutsche Bahn rüstet ihre Automaten seit Anfang des Jahres mit Farbpatronen aus, die Farbe auf die Geldscheine spritzt, wenn die Kassette unsanft bewegt wird. Das Geld ist wertlos, der Aufbruch damit sinnlos. Der in Wusterwitz angerichtete Schaden liegt bei etwa 30 000 Euro.

Von Frank Bürstenbinder

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