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Axel Prahl diskutiert über „Herzensprojekt“

Kleinmachnow lockt Cineasten Axel Prahl diskutiert über „Herzensprojekt“

Der Film ist keine leichte Kost: Axel Prahl hat Freydanks Endzeitfilm „Der Bau“ nach Kafka in den Neuen Kammerspielen vorgestellt. Er war ein Herzensprojekt – die Finanzierung schwierig. Die Schauspieler verzichteten sogar auf einen Teil ihrer Gage. Bei der Vorstellung konnten die Cineasten mit dem berühmten Schauspieler über die Inszenierungen diskutieren.

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Lässig: Axel Prahl am Dienstagabend in Kleinmachnow.

Quelle: S. Semmer

Kleinmachnow.  Das altehrwürdige Lichtspielhaus „Neue Kammerspiele“ war am Dienstagabend gut besucht. Viele Cineasten waren wohl darauf gespannt, in wie weit es Regisseur Jochen Alexander Freydank gelungen ist, Franz Kafkas unvollendete Erzählung „Der Bau“ unbeschadet ins Filmische zu transformieren. Andere zog sicher die Ankündigung in die Kinosessel, dass der Hauptdarsteller des Films, Axel Prahl, zum Diskutieren nach Kleinmachnow kommen würde.

Schon die ersten düsteren Kamerafahrten durch eine Art Bunkermüllkosmos offenbarten dann, dass dieser Film keine leichte Kost sein würde. Tatsächlich verließ eine Hand voll Zuschauer schon frühzeitig den Saal. Freydank überträgt das monologisierende dachsartige Tier aus Kafkas literarischer Vorlage in unsere moderne westliche Welt der Bürotürme und Schlafburgen. Er lässt seinen Protagonisten Franz (Axel Prahl) Zahlenkolonnen am Computer stapeln und nebenher seine in die Eigentumswohnung integrierte Kleinfamilie ignorieren. Eine der ersten Einstellungen zeigt den feisten Wohlstandskrieger Franz im Ledersessel seiner Nobelwohnhöhle selbstgefällig ein Zitat aus Kafkas „Bau“ brabbeln: „Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohlgelungen“.

Der Rest des Films besteht aus der stufenweisen Demontage dieses Selbstbetrugs. Franz wird alles verlieren: Frau und Kinder, Job und Wohlstand, Moral und Gewissen. Das Innen und das Außen werden zerfallen. Am Ende ist die komplette schöne Glitzerwelt unter dem massenhaften Ansturm von Elend und Gewalt geschliffen. Franz zieht verwahrlost, wie all jene, die er einst von seinem Bau fern halten wollte, durch eine globale Müllkippe, und durch fensterlose Wolkenkratzerruinen fegt ein eisiger Wind. Das Publikum reagierte auf dieses finale apokalyptische Szenario, das an die Katastrophenvisionen der biblischen Johannes-Offenbarungen erinnerte, mit Beifall. Noch bevor das Licht anging hörte man Prahls Stimme: „Ich hab’ Angst im Dunkeln“.

Auf der Bühne platzierte Moderatorin Valeska Hanel den Publikumsliebling direkt neben sich auf einem der drei Barhocker und freute sich, dass Prahl vom Regisseur begleitet wurde. Freydank berichtete, dass die Realisierung des Films zehn Jahre in Anspruch genommen hätte. Der Mangel an Geldgebern bestand, „obwohl er mit der Hauptrolle besetzt war“, witzelte Prahl. Halbe Gagen der Schauspieler, der Saarländische Rundfunk und viel Enthusiasmus hätten dieses „Herzensprojekt“, wie er sich ausdrückte, Realität werden lassen. So lagen die meisten Drehorte im Saarland und in Luxemburg.

Prahl berichtete vom Dreh in einem stillgelegten Bergwerk, wo sich das Motiv für seinen Computerarbeitsplatz in einer ehemaligen Schlammwaschanlage fand. Dort herrschten zeitweilig nur 4 bis 6 Grad. Freydank sprach wegen der nur 25 Drehtage von „enormem Druck“ auf das Team und Prahl erinnerte sich „Du bist hier Teil eines Kunstwerks“. Auch die Zuschauer in den Kammerspielen gaben sich beeindruckt und man war sich einig darüber, dass dieser, bereits 2013 fertiggestellte Film durch die Flüchtlingskrise noch an Aktualität gewonnen habe.

Von Lothar Krone

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