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Axel Zinke will dicke Bretter bohren

Nach der Bürgermeisterwahl in Seddiner See Axel Zinke will dicke Bretter bohren

Nach seiner Wiederwahl will Seddiner-See-Bürgermeister Axel Zinke (parteilos) dicke Bretter bohren. Er kündigt etwa an, die alte Kaufhalle in Neuseddin zusammen mit dem Eigentümer der Immobilie doch noch zu neuem Leben zu erwecken. Ein Versuch, daraus einen Spätkaufladen mit Café zu machen, war 2015 gescheitert. Zinkes Kritiker fordern derweil mehr Transparenz.

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Die alte Kaufhalle soll in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer wieder zum Leben erweckt werden.

Quelle: Jens Steglich

Seddiner See. Nach seiner Wiederwahl will Seddiner-See-Bürgermeister Axel Zinke (parteilos) dicke Bretter bohren. Er kündigte am Montag unter anderem einen neuen Anlauf an, die seit Jahren leerstehende Kaufhalle in Neuseddin wieder zum Leben zu erwecken. Der Eigentümer der früheren Kaufhalle hatte die Immobilie in der Kunersdorfer Straße 2015 gekauft und zum Teil schon saniert und umgebaut. Der Berliner mit Wurzeln im Libanon wollte aus dem einstigen Einkaufsmarkt ein Haus mit Spätkaufladen und Café machen, gab dann aber wegen hoher Brandschutzauflagen das Vorhaben auf.

Seit zwei Jahren ruht der Bau. Zinke sieht gute Chancen, mit dem Eigentümer die Ex-Kaufhalle doch noch in eine„Gast- und Begegnungsstätte mit Einkaufsmöglichkeit“ zu verwandeln. „Wir müssen dort nichts Neues bauen. Es fehlt ja nur noch ein Brandschutzkonzept“, sagte Zinke, der ankündigte: „Wir werden den Eigentümer bei den Gesprächen mit den Landkreisbehörden unterstützen und dabei helfen, Leute zum Betreiben der Angebote zu finden.“ „Ich hoffe, dass das neue Haus 2018 in Betrieb gehen kann.“

Auf Zinkes Agenda für die nächsten acht Jahre steht auch, die Grundschule in Neuseddin bis 2019 in Sachen Digitalisierung auf modernen Stand zu bringen. In den nächsten zwei Jahren sollen alle zwölf Klassen mit interaktiven Tafeln ausgerüstet und die Schüler mit Tablets ausgestattet werden, sagte er. In Absprache mit den Anliegern sollen zudem die Nebenstraßen in den Ortsteilen Seddin und Kähnsdorf befestigt werden. Dort gebe es noch Handlungsbedarf. Auch den Bau einer Umgehungsstraße fürs Bahn- und Gewerbeareal am Wasserturm soll gebaut werden, um Anlieger vor allem in der Wald- und Karl-Marx-Straße in Neuseddin vom Lkw-Verkehr zu entlasten. Einen Zeithorizont für den Bau der Umgehung könne er derzeit nicht nennen. Für die Umsetzung seien noch einige Gespräche mit dem Land und mit der Forstverwaltung nötig, sagte er. Es geht dabei um mögliche Fördermittel vom Land für das Vorhaben und um Forstflächen, die für die Umfahrung gebraucht werden.

Ist im ersten Wahlgang  wiedergewählt worden

Ist im ersten Wahlgang wiedergewählt worden: Amtsinhaber Axel Zinke (parteilos) regiert für weitere acht Jahre in der Gemeinde Seddiner See.

Quelle: Heinz Helwig

Zinke hatte sich am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Seddiner See im ersten Wahlgang mit 53,2 Prozent der Stimmen gegen Carina Simmes (29,7 Prozent) von den Freien Wählern und gegen die Einzelbewerberin Nicole Witte (17,2 Prozent) durchgesetzt. Die meisten Stimmen bekam er in der Eisenbahnersiedlung im Ortsteil Neuseddin – mit einem Wähleranteil von 58,1 Prozent. Konkurrentin Carina Simmes erzielte ihr bestes Ergebnis im anderen Neuseddiner Wahlbezirk, zu dem das Gebiet rund um die Hans-Beimler-Straße und das neue Wohnviertel „Lindenring“ gehören. Dort gaben ihr 35,9 Prozent der Wähler die Stimme. Der Amtsinhaber schaffte aber in beiden Neuseddiner Wahlbezirken (54,1 und 58,1) und auch im Ortsteil Seddin (50,1) die absolute Mehrheit. Nur in Kähnsdorf blieb er mit 39,3 Prozent unter der 50-Prozent-Hürde. Dort hatte Einzelbewerberin Nicole Witte, die in Kähnsdorf wohnt, ihre Hochburg – mit einem Stimmenanteil von 31 Prozent. Die Zweitplatzierte Carina Simmes, die Fraktionschefin der Freien Wähler ist, will in der Gemeindevertretung um Mehrheiten für die Umsetzung ihrer Ideen und Vorschläge werben. Sie habe bei ihrem Haustürwahlkampf viele Anregungen und Vorschläge von Bürgern bekommen. „Darunter sind auch Kleinigkeiten, die man schnell erledigen könnte. Etwa die Erneuerung der Bänke am Neuseddiner Strand“, sagte sie. Über Anträge im Gemeindeparlament will sich ihre Fraktion etwa für die Schaffung eines Treffpunktes in Neuseddin und für ein Rufbussystem in Seddin und Kähnsdorf einsetzen. Mit Blick auf die geplante Gebietsreform im Land Brandenburg „sollten der Bürgermeister und wir alle darum kämpfen, dass unsere Gemeinde eigenständig bleibt“. Sie plädiert zudem für eine Bürgerbefragung, „um von den Bürgern zu erfahren, in welche Richtung sich die Gemeinde entwickeln soll“. Die Ergebnisse sollten Grundlage „für einen Zukunftsplan für die Kommune“ sein.

Simmes zeigte sich zufrieden mit ihrem Wahlergebnis, bekannte aber: Eine Analyse des Ausgangs sei schwierig. „Vielleicht haben wir Frau Simmes nicht rechtzeitig als Bürgermeister-Kandidatin positioniert. Die zwei Monate waren vielleicht zu kurz“, sagte ihr Fraktionskollege Jörn Pabst.

Dem Wahlgewinner Axel Zinke bescheinigt Pabst eine ähnliche Strategie wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Er setzt sich gern auf Züge drauf, die er nicht angeschoben hat“, so Pabst. Der Kritiker des Amtsinhabers erwartet vom neuen und alten Bürgermeister „mehr Transparenz und Offenheit“. „Er muss sich mehr öffnen auch für die Ideen der Kritiker und Kritik als etwas Befruchtendes sehen“, so Pabst. Er habe mit der Wiederwahl Axel Zinkes gerechnet, sagte Gemeindevertreter Werner Ruhnke (SPD). Die Mehrheit habe Kontinuität gewählt. „Die meisten dachten: Mit ihm gehen wir kein Risiko ein. Er kann Verwaltungsarbeit“, so Ruhnke, der hinzufügte: „Ich würde mir manchmal aber mehr politische Initiative von ihm wünschen.“ Ruhnke mahnt, dass die gute Finanzlage nicht dazu verführen dürfe, die Rücklagen aufzuzehren. „Wir geben mehr aus als wir einnehmen.“ Hier sei eine gesunde Balance nötig.

Hohe Wahlbeteiligung

Die Beteiligung an der Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Seddiner See war mit 75,5 Prozent deutlich höher als vor fast acht Jahren.

Bei der vorherigen Wahl am 10. Januar 2010 hatten nur 35,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Allerdings seien die beiden Wahlen nur schwer vergleichbar, sagte Wahlleiterin Birgit Gimbatschki. 2010 war die Bürgermeisterwahl nicht mit einer Bundestagswahl verbunden.

„Außerdem hatte es an dem Januartag im Jahr 2010 Glatteis gegeben. Das hielt damals viele ältere Leute ab“, sagte sie.

Bei der Wahl 2010 hatte Axel Zinke (parteilos) auch keinen Gegenkandidaten. Damals gingen 1206 Leute wählen. 1069 (88,64 Prozent) votierten für ihn, 137 stimmten mit Nein (11,36 Prozent).

Rein von der Stimmenanzahl konnte der Amtsinhaber sein Ergebnis sogar verbessern.

Er bekam am Sonntag 1478 Stimmen (53,2 Prozent), das sind 409 Stimmen mehr als 2010.

Axel Zinke spricht von einer kontinuierlichen Entwicklung der Gemeinde. „Ich habe in ruhiger Art die Dinge vorangetrieben.“ Bei der Mehrheit konnte er damit punkten.

Von Jens Steglich

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