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Potsdam-Mittelmark B 1-Umleitung bereitet Anwohnern Sorgen
Lokales Potsdam-Mittelmark B 1-Umleitung bereitet Anwohnern Sorgen
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00:20 18.09.2017
Eng und kein Fußweg: Auf der Straße Baumgartenbrück in Geltow ist es sonst sehr ruhig, seit vier Wochen führt hier die Umleitung lang. Quelle: Luise Fröhlich
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Geltow


„90 Prozent der Autofahrer fahren zu schnell“, sagt eine Anwohnerin, die in der Zeitung anonym bleiben will. Weil es hinter der Gaststätte Baumgartenbrück keinen Gehweg gibt, sind Fußgänger dazu gezwungen, auf dem schmalen Rand zu gehen. Unter ihnen sind viele Kinder, zum Beispiel der Anwohner, aber auch aus dem nahe gelegenen Heim der Evangelischen Jugendhilfe Geltow auf dem Franzensberg. Sie alle gehen über die Straße zur Bushaltestelle, um zur Schule zu fahren. „Wir haben es schon erlebt, dass Kinder angehupt wurden, wenn sie vom Hof kamen und zur Seite springen mussten“, berichtet die Geltowerin weiter. Ihr neunjähriger Sohn sei eingeschüchtert, weil er den vielen Verkehr auf der Straße nicht gewöhnt ist. Nachbarn hätten schon absichtlich einen Hänger oder Autos auf der Straße geparkt, damit die Autofahrer etwas abbremsen müssen.

Gemeinde kann nicht selbst kontrollieren

Bei der Umleitungsstrecke handelt es sich teilweise um eine frisch ausgebaute Fahrradstraße, auf der Autofahrer regulär nur mit 30 Stundenkilometern fahren dürfen. Hinter dem Ortsausgang Geltow ist das Tempolimit auf 50 angehoben worden, wodurch Radfahrer auf der engen Straße teils gefährliche Überholmanöver erleben. In den ersten zwei Wochen habe die Polizei in der Umleitung regelmäßig kontrolliert, sagt die Anwohnerin. Seitdem das nicht mehr so ist, rauschen immer mehr Lkw, darunter auch große Sattelschlepper, an ihrer Haustür vorbei. Diese sollen die Sperrung eigentlich großräumig umfahren, das heißt über die Autobahn. Aus Richtung Brandenburg/Havel kommend werden sie auf der B 1 mehrmals darauf hingewiesen.

Die Anwohner hätten kein Verständnis dafür, dass die Gemeinde Schwielowsee nicht weiterhin kontrolliert. Ortsvorsteher Heinz Ofscarik (Bürgerbündnis) erklärte auf MAZ-Anfrage, dass die Gemeinde nicht einfach Autos anhalten dürfe. Gemeinde-Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) bestätigte dies. Sie habe in den vergangen Tagen einige Beschwerden von Anwohnern erhalten, woraufhin die Ordnungsamtsleiterin das Polizeirevier Werder um Hilfe gebeten hat. „Mehr können wir leider nicht tun“, sagte sie. Die Anfrage bei der Pressestelle der zuständigen Polizeidirektion West war bei Redaktionsschluss am Donnerstag noch in Bearbeitung, wie eine Sprecherin mitteilte.

Fahrradsonntag startet trotzdem an der Gaststätte Baumgartenbrück

Bis vor Kurzem mussten auch die Busse die Umleitung nehmen. Seit einer Woche aber können sie mittels Ampelschaltung in beiden Richtungen durch die Baustelle fahren. Der Landesbetrieb Straßenwesen hatte für den Bau der Linksabbiegerspur zum künftigen Rewe-Markt ursprünglich zwei Wochen eingeplant.

Wer ist für die Kontrolle zuständig?

In Deutschland herrschen je nach Bundesland andere Zuständigkeiten bei der Geschwindigkeitsüberwachung.

In den meisten Fällen sind die Polizei und die regionalen Ordnungsbehörden mit der Verkehrsüberwachung beauftragt. Das gilt insbesondere innerhalb geschlossener Orte.

Die Kreisverwaltungen kommen teilweise außerhalb der Ortschaften zum Einsatz.

In Österreich obliegt die Geschwindigkeitskontrolle grundsätzlich der Bundespolizei. Bis 2008 durften es Gemeinden jedoch vereinzelt auf eigenen Straßen auch selbst übernehmen oder Aufträge erteilen.

Bei den Tiefbauarbeiten wurden aber Schächte und Kabel gefunden, die nicht zugeordnet werden konnten. Zudem muss eine Gasleitung neu verlegt werden. Dadurch verzögert sich die Bauzeit bis zum 23. Oktober. Im Anschluss ist eine viertägige Vollsperrung der B 1 geplant. Denn der Landesstraßenbetrieb will die Deckschicht der Straße zwischen Caputher Chaussee und Am Pappeltor in Geltow erneuern.

Am Wochenende steht zunächst der 18. Fahrradsonntag an. Starten wird er trotz Umleitung um 10 Uhr an der Gaststätte Baumgartenbrück. Für die Sicherheit der Radfahrer sei gesorgt, sagte Kerstin Hoppe.

Von Luise Fröhlich

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