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B 246 gesperrt: Keine Routen am Rande

Reetz B 246 gesperrt: Keine Routen am Rande

Halbzeit beim zweiten Bauabschnitt der Sanierung der B-246-Ortsdurchfahrt in Reetz. Viele Einwohner ärgern sich über die buchstäblich weit reichenden Folgen der Sperrung. Sie fordern ortsnahe Umleitungen für sich. Landesbetrieb Straßenwesen und Kommune bleiben dennoch bei ihrer konträren Haltung.

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Die Belziger Straße in Reetz ist noch bis Ende der Sommerferien total gesperrt.

Quelle: René Gaffron

Reetz. Zur Halbzeit des zweiten Bauabschnittes bei der Sanierung der B-246-Ortsdurchfahrt gibt es keine neuen Nachrichten. Allen Beschwerden zum Trotz müssen nicht nur die Anlieger der Belziger Straße und des Lindenplatzes mit der Baustelle vor der Tür, sondern alle Einwohner mindestens bis 1. September mit den schwierigen Pisten am Rande beziehungsweise langen Umwegen klar kommen. Dass sie das für unzumutbar halten, haben sie unter anderem am MAZ-Lesertelefon zahlreich zum Ausdruck gebracht

„Ein verkehrsgerechter Ausbau des bestehenden Wegenetzes hätte neben finanziell aufwendigen Bautätigkeiten noch Eingriffe in Natur und Landschaft zur Folge, die wiederum durch Ausgleichsmaßnahmen zu kompensieren wären“, sagt Luise Rother. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei so ungünstig, dass diese Variante schon bei der vorbereitenden Planung von der Gemeinde Wiesenburg/Mark abgelehnt worden sei, berichtet die Mitarbeiterin des Landestraßenbetriebes Brandenburg.

Umweg von 22 Kilometern zur Kita

Die Kommune hätte aber nach Auffassung der Behörde die Baulast übernehmen müssen. Indes bestehe kein Rechtsanspruch auf Aufrechterhaltung des Gemeingebrauchs von Straßen, auch nicht auf Ersatz für Mehraufwendungen oder gewerbliche Ausfälle, heißt es mit Berufung auf das Fernstraßengesetz. Unter den Umständen hätten sich Gespräche mit anderen Grundstückseigentümern erübrigt, so Luise Rother.

Es bleibt also dabei, dass innerörtliche Umleitungen nicht offiziell ausgewiesen werden. Wer die meist unbefestigten Wege befährt, nutzt sie auf eigene Gefahr. Schaden nicht ausgeschlossen, wie sich gerade nach den starken Regenfällen in diesem Sommer schon gezeigt hat. „So fahren die Eltern 22 Kilometer auf der offiziellen Route zur Kita, obwohl sie eine Trasse 500 Meter über den Acker nehmen könnten“, wird im Ort mit Kopfschütteln auf die Haltung reagiert. Statt auf Zuständigkeiten und Paragrafen zu verweisen, hätte es durch pragmatische Herangehensweise praktikablere Lösungen geben können, finden die Betroffenen.

Auch Busse vorerst ausgebremst

Mithin können Busse der Linie 588 den Ort nicht durchfahren bis zum Ende der Ferien die Passage durch die Straße Im Hack fertiggestellt ist. Also geht’s bis Reetzerhütten und dann zurück via Wiesenburg, Neuehütten, Görzke, Reppinichen bis zum Reetzer Ortseingang, wo ebenfalls direkt gewendet wird, weil innerorts keine Wendeschleife besteht. Zu den Ersatzhaltestellen müssen die meist älteren Fahrgäste erst einmal gelangen, so der Ärger.
Neun Fahrten pro Tag werden dennoch unter den Umständen offeriert, erklärt Thorsten Müller. „Nichtsdestotrotz werden die Fahrzeiten von und nach Reetz gegenüber dem Normalfahrplan signifikant länger,“ räumt der Verkehrsleiter von Regiobus Potsdam-Mittelmark ein. Um diese so gering wie möglich zu halten – sowohl für Fahrgäste nach Reetz, aber auch weiterfahrende Kunden nach Ziesar - hält der Bus am Nachmittag zwischen Wiesenburg, Schule und Ziesar nur zum Ausstieg. Fahrgäste, die an den Haltestellen dort einsteigen möchten, müssen vorher anrufen, um unnötige Stichfahrten und Reisezeitverlängerungen für alle anderen zu vermeiden. Morgens und vormittags (wenn die meisten Fahrgäste unterwegs zusteigen) wird an jeder Haltestelle ohne Voranmeldung gestoppt.

Von René Gaffron

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