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Baby-Boom geht an Bad Belzig vorbei

Nach dem Aus für die Geburtshilfe Baby-Boom geht an Bad Belzig vorbei

Fast allerorten werden steigende Geburtenzahlen bejubelt. An Bad Belzig geht der Baby-Boom vorbei. Im Umfeld profitieren die Entbindungsstationen von der Schließung des Kreißsaals in der Kur- und Kreisstadt im Hohen Fläming. Bis zu 50 Kilometer und mehr müssen werdende Mütter jetzt zurück legen.

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Geboren in Burg: Magnus Wolf Kaminiski, jüngster Einwohner von Benken.

Quelle: HELIOS Kliniken

Benken.
Am 29. Dezember, 1.13 Uhr, ist Magnus Wolf Kaminski als eines der letzten Babys in der Helios-Klinik Burg (Jerichower Land) zur Welt gekommen. Der Junge maß 51 Zentimeter und brachte 2920 Gramm auf die Waage. Die Eltern sind Guido und Sybille Kaminski aus Benken. Der Ortsteil der Gemeinde Wiesenburg/Mark keine zehn Kilometer von Bad Belzig entfernt.

Doch seit der Kreißsaal in der Kur- und Kreisstadt geschlossen ist, müssen die Schwangeren aus dem Hohen Fläming Alternativen suchen. „Obwohl Burg etwa 50 Kilometer von unserem Dorf entfernt ist, haben wir uns bewusst für die Geburtshilfe-Abteilung dort entschieden“, sagt Mutter Sybille. Insbesondere verweist sie auf die herzliche Betreuung von Hebamme Kathrin Tolle-Radigk. „Am Standort gibt es langjährige medizinische und pflegerische Erfahrungen, moderne Untersuchungsmethoden und unterschiedliche Geburtsvarianten“, sagt Christoph Theodor Beck. Der Chefarzt der Frauenheilkunde kooperiert unter anderem mit Marco Thiele. Der Kinderarzt stammt ursprünglich aus Bad Belzig.

Schwangere müssen Alternativen suchen

Das Klinikum Ernst von Bergmann hatte ja, wie berichtet, am 31. März 2015 die hiesige Entbindungsstation ungeachtet der heftigen Bürgerproteste und Warnungen von Medizinern geschlossen. 2014 hatten lediglich 185 Jungen und Mädchen dort das Licht der Welt erblickt. Weil die medizinische Versorgung personell nicht gesichert werden könnte, hatten ärztliche und kaufmännische Leitung den Versorgungsauftrag an Gesundheitsministerin Diana Golze (die Linke) zurückgegeben. Alternativvorschläge von ansässigen Kollegen bleiben weitgehend unbeachtet.

So geht der allgemeine Baby-Boom aktuell an Bad Belzig vorbei. Die Einrichtungen in der Umgebung profitieren von der Versorgungslücke im Hohen Fläming. „Monatlich acht bis zwölf Geburten von Kindern, die in Bad Belzig und Umgebung zu Hause sind“, hat beispielsweise Peter Ledwon registriert. Er ist Chefgynäkologe am Klinikum Brandenburg/Havel, wo 943 Geburten gezählt wurden – 40 mehr als 2013.

Ähnliche Trends vermelden die Krankenhäuser in Luckenwalde und Potsdam sowie Lutherstadt Wittenberg. 619 Geburten sind dort im vergangenen Jahr gezählt worden. 83 Schwanger waren von der märkischen Fläming-Seite ins Paul-Gerhardt-Stift gekommen, berichtet Martin A. Voss. Mit Mara Ebinger hat er zudem eine Hebamme aus Bad Belzig im Team, die mit dafür gesorgt hat, das bislang alle Mütter und Kinder ohne Komplikationen versorgt werden konnten.

Von René Gaffron

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