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Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Ärzte gehen auf die Straße
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Ärzte gehen auf die Straße
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02:18 21.01.2016
Krankenhaus-Ärzte auf der Straße:; Christian Neumann trug den Standpunkt der Mediziner vor. Quelle: René Gaffron
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Bad Belzig

Am Krankenhaus in der Kur- und Kreisstadt droht demnächst ein Arbeitskampf, wie es ihn dort noch nie gegeben hat. In einer aktiven Mittagspause haben Ärzte und Verbündete am Montagmittag an der Niemegker Straße jedenfalls schon einmal auf den sich zuspitzenden Tarifkonflikt am hiesigen Standort des Ernst-von-Bergmann-Klinikums aufmerksam gemacht.

Geschäftsführer Steffen Grebner, der für die MAZ am Montag nicht erreichbar war, habe beim Gespräch in der vergangenen Woche die Erhöhung der Gehälter in diesem Jahr ausgeschlossen, berichtet Lars Grabenkamp. Für den Verhandlungsführer vom Marburger Bund das nicht akzeptabel. Die nach eigener Einschätzung vor Ort gut aufgestellte Gewerkschaft der Ärzte fordert dringend ein verhandlungsfähiges Angebot, sonst seien Streiks langfristig nicht auszuschließen.

Die letzte Tarifverbesserung hätten Mediziner und Schwestern 2007 unmittelbar vor dem Verkauf des Kreiskrankenhauses an die Johanniter erfahren, berichtete Christian Neumann den etwa 40 Anwesenden. Eine zudem für 2010 vereinbarte geringe Entgeltsteigerung sei noch vorgenommen worden, so der Chirurg. Seither aber wurden sowohl vom kirchlichen Träger als auch von der seit 2013 in Verantwortung stehenden kommunalen Gesellschaft jegliche Steigerung abgelehnt.

40 angestellte Mediziner

Am Ernst von Bergmann-Klinkum in Bad Belzig gibt es derzeit 40 laut Marburger Bund fest angestellte Ärzte.

Acht Prozent haben einen sogenannten Johanniter-Tarif. 33 Prozent einen Sondertarifvertrag (zum Beispiel Chefärzte). 59 Prozent werden nach dem 2010 ausgelaufenen Vertrag von 2007 bezahlt.

Ein Großteil dieser zwei Drittel Alttarifler sind die angestammten Mediziner aus Bad Belzig, die seit Jahrzehnten im Krankenhaus tätig sind.

„Es geht nicht um Mehrverdienst, sondern um eine Angleichung an die nähere Umgebung“, so Neumann. „Im Potsdamer ’Stiefmutterhaus’ erhalten die ärztlichen Kollegen nach einem grundverschiedenen Tarif zwischen 15 und 20 Prozent, zum Teil sogar 28 Prozent mehr Geld.“

Unter diesen Umständen sei es nicht verwunderlich, welche Entwicklung die Einrichtung genommen hat, findet Dirk Herberger. Denn neben den allgemeinen Fehlentwicklungen des Gesundheitssystems in der Bundesrepublik seien hausgemachte Probleme zu beobachten. „Die Tarifpolitik ist maßgeblich für Personal- und somit Standortpolitik“, sagt er und wundert sich nicht, dass unter den Umständen die Kollegen gar nicht bereit sind, nach Bad Belzig zu kommen, wo wiederum Stations- , Versorgungs- und Leistungsabbau am einstigen Standort der medizinischen Grundversorgung die Folge sind. Nicht zuletzt war das Fehlen von hinreichend Fachkräften vor Jahresfrist als Grund für die Schließung der Geburtshilfe-Abteilung angegeben worden.

Deswegen darf sich die Belegschaft der Solidarität der Bevölkerung vor Ort augenscheinlich gewiss sein. Neben Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) waren auch niedergelassene sowie ehemalige Kollegen wie Hans Brosz und Manfred Herger bei der gestrigen Kundgebung dabei.

Von René Gaffron

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