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Bad Belzig: Arbeitseinsatz am Roederhof

Gedenkstätte wird gepflegt Bad Belzig: Arbeitseinsatz am Roederhof

Bei einem Arbeitseinsatz sind Fundamente einer Baracke am Roederhof wieder freigelegt und gesäubert worden. So wird der Standort der Gefangenen-Unterkünfte etwas mehr nachvollziehbar gemacht. 71 Jahre nach der Befreiung der Bad Belziger Außenstelle vom KZ Ravensbrück ist das internationale Interesse ungebrochen.

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Arbeitseinsatz im Grünen Grund, wo einst ein KZ war

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Bei einem Arbeitseinsatz sind dieser Tage die Fundamente einer Baracke am Roederhof wieder freigelegt und gesäubert worden. Etwa ein Dutzend Freiwilliger waren dem Aufruf des Förderkreises gefolgt und hat so den Standort der Gefangenenunterkünfte wieder etwas mehr nachvollziehbar gemacht. Der Bedarf scheint mehr denn je gegeben, wie Inge Richter bestätigt.

Mithin führt sie eine Tradition von Gerhard Dorbritz fort. Ihr im Januar 2015 verstorbener Vorgänger an der Vereinsspitze schrieb immer zum Jahreswechsel einen Brief an alle noch lebenden ehemaligen Häftlingsfrauen und deren Angehörige des hiesigen Außenlagers des KZ Ravensbrück. Darin berichtete der Ehrenbürger der Kur- und Kreisstadt jeweils über die Arbeit im Förderkreis Roederhof im abgelaufenen Jahr und lud gleichzeitig zur Gedenkveranstaltung am 3. Mai, dem Tag der Befreiung des Lagers, ein. Vor nunmehr 71 Jahren wurde das Lager durch die Soldaten der Roten Armee befreit und so ist es nicht verwunderlich, dass es jährlich weniger Briefe werden. Dieses Mal aber kam ein Brief dazu.

Enkelin der ermorderten Maria Aerts besuchte Gedenkstätte

Ende Mai 2015 hatte nämlich Helena Rens aus Belgien, eine Nichte der im Lager zu Tode gequälten Maria Aerts, die Gedenkstätte besucht. Sie hinterließ einen Brief mit ihrer Adresse und eine Hortensie. Eine Kopie des Schreibens sendete Inge an Marcel Torfs, Sohn von Clara Draulans, die das Lager überlebte. Er ist Deutschlehrer und die Bitte an ihn, den Text zu übersetzen, war nahe liegend. „Ich war tief berührt, als ich den Text las“, sagt Inge Richter. Und noch mehr, als er noch dazu schrieb: Maria Aerts war die Freundin seiner Mutter und sie starb in der Nacht, als die Frauen auf den Todesmarsch geschickt wurden, in den Armen seiner Mutter im Krankenrevier des Lagers.

Als nach einigen Tagen nochmals Wachpersonal zurückkam, mussten die Frauen unter Peitschenhieben und mit dem Gewehr im Rücken, die inzwischen im Krankenlager Verstorbenen hinter der Küchenbaracke verscharren – nachzulesen im Heft „Schicksale“ von Gerhard Dorbritz.

Gedenkstein im Grünen Grund

Marcel Torfs hat inzwischen selbst mit Helena Rens telefoniert und ihr alles erzählt. Ihre Hortensie wurde am Gedenkstein im Grünen Grund eingepflanzt und den Sommer über von Bärbel Schmidt gepflegt. „Nun hoffen wir, dass sie auch in diesem Jahr wieder ihre Blütenpracht entfaltet. Das Foto und die Geschichte dazu haben alle Freunde mit dem Brief erhalten, einschließlich Helena Rens“, so die Förderkreischefin.

Sie bereitet bereits weitere Begegnungen vor. Dank der jüngsten Aktivitäten reißen Erinnerungen und Interesse nicht ab.

Von René Gaffron

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