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Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Ausflugslokal sonntags geschlossen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Ausflugslokal sonntags geschlossen
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02:18 07.01.2016
Sonntags künftig seltener zur Arbeit im Hotel „Springbachmühle“: Geschäftsführer Gabriel Muschert, Köchin Siegrid Benke und Küchenchef Hans-Joachim Kalkofen. Quelle: Stefan Specht
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Bad Belzig

Das neue Jahr beginnt für den Tourismus im Hohen Fläming mit einem Paukenschlag. Denn dessen gastronomisches Flaggschiff, das Hotel „Springbachmühle“ vor den Toren der Kur- und Kreisstadt hat angekündigt, ab sofort das a-la-carte-Geschäft am Sonntag einzustellen. Familien- und Firmenfeiern würden nach wie vor bedient, Hotelgäste könnten – nach 18 Uhr – aus einer abgespeckte Kurzkarte oder einem Büfett wählen, sagt Gabriel Muschert.

„Keine Entscheidung der vergangenen 15 Jahre ist mir so schwer gefallen“, hat der Geschäftsführer erklärt. „Zum einen wollen wir unsere Position auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt verbessern, zum anderen den Arbeitsplatz der Stammbelegschaft auswerten“, heißt es in einem von ihm verfassten Schreiben weiter. Den zum großen Teil weiblichen Beschäftigten werde mit dem Schritt eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der wochenendlastigen Branche ermöglicht, heißt es weiter.

Position auf Arbeitsmarkt verbessern

Spekulationen, wonach die verkürzte Küchenöffnung mit der anstehenden Übernahme des Hotels auf Burg Eisenhardt durch seinen Bruder Alexander zusammenhängt, erteilt Gabriel Muschert eine Absage. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Jeder von uns macht sein Geschäft. Mit der Burg habe ich keine Berührungspunkte und werde sie auch nicht haben.“ Vielmehr sei es der immer stärker werdende Kampf um gutes Personal, der den Gastronomen zu diesem Schritt treibe.

„Wenn ansonsten alle Kriterien wie Arbeitszeit und Vergütung gleich sind, kann die Aussicht auf einen freien Sonntag ausschlaggebend sein“, so Gabriel Muschert. Im Hotel „Springbachmühle“ sind derzeit zwar alle rund 40 Stellen besetzt. Doch will sich das Haus für die Zukunft aufstellen. In der Branche heißt es, dass die Kompetenz als Tagungshotel ausgebaut werden soll. Küchenchef Hans-Joachim Kalkofen ist jedenfalls dabei, Arbeitsabläufe umzustellen.

Tagungshotel denkbar

Die veränderten Küchenzeiten an den Sonntagen sind erste Auswirkungen. „Was sonst noch passieren wird, kann ich noch nicht sagen. Erst einmal wollen wir diesen Test wagen. In einem Jahr schauen wir, ob die Idee gut war“, so Gabriel Muschert pragmatisch. Durch den Wegfall des a-la-carte-Geschäftes entstünden mit Sicherheit Einnahmeausfälle. Aber: „Auf der anderen Seite war gerade der Sonntagabend schon lange nicht mehr planbar. Kommen fünf Gäste oder 50? Wir wussten es vorher nie.“

Die Touristiker reagieren mit Skepsis, wollen in der Regel die unternehmerische Entscheidung nicht kommentieren. Die wird auch im Rathaus Bad Belzig respektiert, „weil sie ihm bestimmt nicht leicht gefallen ist“, wie Antje Schühlein ahnt. „Wir sind außerdem im Gespräch und hoffen, für die Touristen, die unsere Region zu Fuß oder per Rad erkunden, eine Lösung zu finden“, so die für Stadtmarketing zuständige Mitarbeiterin.

Touristiker reagieren mit Skepsis

Traditionell zeigt sich das Unternehmen kreativ bei der Suche nach Personal. So waren bereits junge Menschen aus Spanien mehrere Monate zum Probearbeiten, hatten schließlich sogar ihre Ausbildungen zum Koch und Kellner begonnen. Doch der Fläming war ihnen schlicht zu ruhig, weswegen sie schließlich nach Potsdam wechselten. Auch junge Türken waren zum Probearbeiten in der ehemaligen Mühle. Derzeit absolviert dort eine junge Tschechin ein Berufsvorbereitungsjahr, wird womöglich eine Ausbildung beginnen.

Bereits seit Jahren beobachtet Gabriel Muschert, dass sich das Geschäft in der Gastronomie ändert. So war früher der Sonntag der wichtigste Tag in der Woche. Mit dem Park und dem Streichelzoo hatte die Springbachmühle überzeugende Argumente für einen Familienausflug mit anschließendem Besuch des Restaurants. Heute sind es vor allem Tagungsgäste, die die Einnahmen brächten. Eltern und Kindern fahren lieber nach Klaistow oder zu Karls Erdbeerhof. „Wir Gastronomen müssen immer wieder unser Konzept prüfen und gegebenenfalls reagieren. Und das machen wir gerade“, sagt Gabriel Muschert.

Von Stefan Specht und René Gaffron

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