Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Belaid-Baylal-Platz soll entstehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Belaid-Baylal-Platz soll entstehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:17 06.11.2015
Probeweise enthüllt: Das Schild für den Belaid-Baylal-Platz in der Gliener Straße Quelle: Dirk Fröhlich
Anzeige
Bad Belzig

Mehr als 30 Menschen – darunter Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) – haben am Dienstag Abend Belaid Baylal gedacht. Im Ehrenhain vor dem ehemaligen Postamt wurden Blumen für ihn nieder- und eine Schweigeminute eingelegt.

Am 8.Mai 1993 war der Asylbewerber von Einheimischen in einer Gaststätte der Kur- und Kreisstadt zunächst bedroht und später vor dem Lokal verprügelt worden. Schläge und Tritte in den Bauch führten zu schweren inneren Verletzungen. Während er zunächst noch mit einer Notoperation im hiesigen Krankenhaus gerettet werden konnte, erlag Belaid Baylal am 3. November 2000 den Spätfolgen dieses Übergriffs. Er wurde gerade einmal 42 Jahre alt.

Aufnahme in Opferliste erst 2015

Vor Gericht gestanden die Beschuldigten seinerzeit zwar ihre Tat. Beide gaben als Grund an, „sie würden Ausländer nicht mögen.“ Sie wurden zu fünf Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung sowie zu 300 Mark an den allgemeinen Behindertenverband und 15 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Dennoch war der dann in seiner Heimat beigesetzte Marokkaner über viele Jahre nicht als Opfer rechter Gewalt im Land Brandenburg anerkannt. Erst im Juni erfolgte die offizielle Aufnahme in die Statistik. Nicht zuletzt hat sich das Infocafé „Der Winkel“ für die stete Erinnerung an das Schicksal engagiert.

Bad Belzig immerhin sei stets aufgeschlossen mit dieser Bürde der jüngeren Vergangenheit umgegangen, lobte Benjamin Stamer vom Belziger Forum e. V.. Gleichwohl sei zu bemerken, dass es seiner Einschätzung nach wieder vermehrt Anfeindungen gegen Ausländer und gegen Leute, die sich für die hier untergebrachten Flüchtlinge engagieren.

Neugestaltung soll bis Frühjahr erfolgen

Dessen ungeachtet besteht die Initiative, das Gelände in der Lübnitzer Straße in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Belzig umzugestalten. Die in die Jahre gekommene Anlage mit dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus ist zugewuchert. Selbst viele Einheimische wissen nicht, was sich dahinter verbirgt. „Des weiteren wünschen wir uns die Umbenennung des Ortes in Belaid-Baylal-Platz“, sagt Benjamin Stamer. Symbolisch ist das Schild am Dienstag schon einmal kurz enthüllt worden. Die Änderung soll – vorbehaltlich der Bestätigung von den Stadtverordneten – lediglich das Areal, jedoch nicht die Häuser in der Umgebung betreffen. Die offizielle Benennung ist für das Frühjahr vorgesehen, wenn sich der Angriff einmal mehr jährt und ein würdiger Gedenkort entstanden ist.

Von René Gaffron

Potsdam-Mittelmark Polizeibericht für das Potsdamer Umland am 3. November - 25000 Euro Blechschaden nach Kettenreaktion

Einmal nicht aufgepasst – schon kracht’s. Vier Autos waren am Dienstagmittag in einen Auffahrunfall im Werderaner Ortsteil Plötzin verwickelt. Dabei erlitten nicht nur die Wagen erhebliche Blessuren. Auch zwei der Autofahrer wurden verletzt.

03.11.2015
Potsdam-Mittelmark Kostendruck im Treuenbrietzener Zweckverband - Wasserverband will langsamer investieren

Der Wasser- und Abwasserzweckverband „Nieplitztal“ Treuenbrietzen gerät in seinem jetzt beschlossenen Wirtschaftsplan durch geballte Straßenbauprojekte von Land und Stadt in Zugzwang für Investitionen. Sie müssen für 2016 abermals höher ausfallen als gewünscht. Das Ziel des Verbandes, jährlich mehr Schulden zu tilgen als neue aufzunehmen, gerät damit ins Wanken.

06.11.2015
Potsdam-Mittelmark Nach der Akteneinsicht in die Stahnsdorfer Wahlunterlagen - Brief verschwand in der Verwaltung

Der Brief der Kreisverwaltung mit der Bestätigung des Termins der Bürgermeisterwahl in Stahnsdorf verschwand für sechs Monate in der Gemeindeverwaltung. Das ergab eine Akteneinsicht, die SPD und CDU gefordert hatten. Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) konnte den Verbleib des Schreibens nicht erklären.

03.11.2015
Anzeige