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Bad Belzig: Belaid-Baylal-Platz soll entstehen

Gedenken für Opfer rechtsextremer Gewalt Bad Belzig: Belaid-Baylal-Platz soll entstehen

In Bad Belzig soll es bald einen Belaid-Baylal-Platz geben. Am Dienstag jährte sich der 15. Todestag des Marokkaners, der 1993 Opfer eines fremdenfeindlichen Übergriffs geworden war und an den Spätfolgen verstarb. Im Ehrenhain wurden deshalb Blumen nieder gelegt. Die Anlage ist freilich in unansehnlichem Zustand.

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Probeweise enthüllt: Das Schild für den Belaid-Baylal-Platz in der Gliener Straße

Quelle: Dirk Fröhlich

Bad Belzig. Mehr als 30 Menschen – darunter Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) – haben am Dienstag Abend Belaid Baylal gedacht. Im Ehrenhain vor dem ehemaligen Postamt wurden Blumen für ihn nieder- und eine Schweigeminute eingelegt.

Am 8.Mai 1993 war der Asylbewerber von Einheimischen in einer Gaststätte der Kur- und Kreisstadt zunächst bedroht und später vor dem Lokal verprügelt worden. Schläge und Tritte in den Bauch führten zu schweren inneren Verletzungen. Während er zunächst noch mit einer Notoperation im hiesigen Krankenhaus gerettet werden konnte, erlag Belaid Baylal am 3. November 2000 den Spätfolgen dieses Übergriffs. Er wurde gerade einmal 42 Jahre alt.

Aufnahme in Opferliste erst 2015

Vor Gericht gestanden die Beschuldigten seinerzeit zwar ihre Tat. Beide gaben als Grund an, „sie würden Ausländer nicht mögen.“ Sie wurden zu fünf Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung sowie zu 300 Mark an den allgemeinen Behindertenverband und 15 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Dennoch war der dann in seiner Heimat beigesetzte Marokkaner über viele Jahre nicht als Opfer rechter Gewalt im Land Brandenburg anerkannt. Erst im Juni erfolgte die offizielle Aufnahme in die Statistik. Nicht zuletzt hat sich das Infocafé „Der Winkel“ für die stete Erinnerung an das Schicksal engagiert.

Bad Belzig immerhin sei stets aufgeschlossen mit dieser Bürde der jüngeren Vergangenheit umgegangen, lobte Benjamin Stamer vom Belziger Forum e. V.. Gleichwohl sei zu bemerken, dass es seiner Einschätzung nach wieder vermehrt Anfeindungen gegen Ausländer und gegen Leute, die sich für die hier untergebrachten Flüchtlinge engagieren.

Neugestaltung soll bis Frühjahr erfolgen

Dessen ungeachtet besteht die Initiative, das Gelände in der Lübnitzer Straße in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Belzig umzugestalten. Die in die Jahre gekommene Anlage mit dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus ist zugewuchert. Selbst viele Einheimische wissen nicht, was sich dahinter verbirgt. „Des weiteren wünschen wir uns die Umbenennung des Ortes in Belaid-Baylal-Platz“, sagt Benjamin Stamer. Symbolisch ist das Schild am Dienstag schon einmal kurz enthüllt worden. Die Änderung soll – vorbehaltlich der Bestätigung von den Stadtverordneten – lediglich das Areal, jedoch nicht die Häuser in der Umgebung betreffen. Die offizielle Benennung ist für das Frühjahr vorgesehen, wenn sich der Angriff einmal mehr jährt und ein würdiger Gedenkort entstanden ist.

Von René Gaffron

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