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Bad Belzig: Fundsachen sorgen für Kassenklingeln

Mehr als 500 Euro bei Versteigerung erlöst Bad Belzig: Fundsachen sorgen für Kassenklingeln

Was haben blinkender Silberschmuck und rostige Drahtesel gemeinsam? Vor dem Auktionator sind sie alle gleich. 51 Fundstücke, von nagelneu bis abgewetzt, kamen bei einer Versteigerung im Bad Belziger Bürgerhaus unter den Hammer. Der eigentliche Star des Abends war freilich Amtmann Peter Liebig.

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Auch als Auktionator machte Ordnungsamtsmitarbeiter Peter Liebig eine ganz ordentliche Figur.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. Peter Liebig hat möglicherweise seinen Beruf verfehlt. Mit schwingendem Hammer und einer großen Portion Humor machte der Mitarbeiter des Bad Belziger Ordnungsamtes als Auktionator den großen Stars der Comedy-Bühne Konkurrenz. Mehr als 500 Euro kamen am Freitagabend zu Gunsten der Stadtkasse innerhalb einer einzigen Stunde zusammen. Um ein paar Euro ärmer, aber mit einer kostenlosen Lektion in Sachen Humor und ihren ersteigerten Schätzlein gingen die Besucher nach Hause.

Emsiges Treiben auf dem Hof

Rund 40 Mal ließ Peter Liebig sein amtliches „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“ erklingen, obwohl exakt 51 Fundstücke auf der Liste standen. Ein Angebot, ein Sonnenschirm, kam nicht zur Versteigerung, da die Mitarbeiter des Ordnungsamtes erst beim Aufbau der Auktion entdeckten, dass der Ständer gebrochen war und wohl niemandem mehr anzubieten sei. Zudem fand sich nicht für jedes von Liebig präsentierte Fundstück ein Bieter.

Bereits eine Stunde vor Auktionsbeginn herrschte auf dem Hof des Bürgerhauses emsiges Treiben. Leuchtet die originale, graue Plastelampe am gut erhaltene Diamant-Fahrrad noch? Hält der Sattel, was er verspricht und reicht die Ärmellänge der Regenjacke fürs Enkelkind? Fragen wie diesen, gingen die potenziellen Käufer dabei auf den Grund.

Finder hat ein Vorrecht auf die Fundsache

Die bislang letzte städtische Versteigerung gab es in Bad Belzig 2012. Aufbewahrt werden die abgegebenen oder vom Ordnungsamt eingesammelten Fundstücke im Bürgerbüro am Markt. Die Mindestdauer für die Aufbewahrung beträgt sechs Monate.

Meldet sich innerhalb dieser Frist kein Eigentümer, steht die Fundsache automatisch und kostenfrei dem Finder zu. Lehnt dieser ab, gelangt der Fund zur Versteigerung. Ist der Zustand zu schlecht, wird der Fund entsorgt.

Versteigerungsfähig ist in der Regel nur der kleinere Teil der gefundenen Gegenstände. Zerbrochenes, stark verschmutzte oder verschlissene Kleidung, einzelne Handschuhe und dergleichen werden vorher aussortiert.

Eine Gewährleistung auf ersteigerte Artikel gibt es nicht.

Nicht versteigerte Auktionsware wird im Anschluss den Bewohnern des Asylbewerberheimes angeboten. Die übrig gebliebenen Drahtesel gehen an die Fahrradwerkstatt des Vereins Arbeit und Leben.

Fragen nach der Herkunft der Fundstücke und deren Zustand beantworteten Peter Liebig und seine Kollegin Anika Feuerherdt nach bestem Wissen und Gewissen. „Läuft die goldene Damenuhr wirklich korrekt?“ „Woher stammt die nagelneue Sportjacke, an der sogar noch das Preisschild hängt? „Funktioniert der Schlagschrauber überhaupt noch?“ „Soweit möglich, haben wir alles ausprobiert. Wenn etwas eine Macke hat, weisen wir darauf hin oder versteigern das Fundstück gleich als ’defekt’“, sagt Anika Feuerherdt.

Auch die Polizei gibt Dinge ab

Der Blick in die Liste des Ordnungsamtes verrät, wann und wo die einzelnen Dinge gefunden wurden. Therme, Freibäder und die Busse des Nahverkehrs sind die gängigsten „Orte des Vergessens“. Auch die Polizei gibt zuweilen Dinge ab, die bei Hausdurchsuchungen gefunden wurden und sich keinem Besitzer zuordnen lassen.

Fahrräder sind bei Versteigerungen ein begehrtes Gut

Fahrräder sind bei Versteigerungen ein begehrtes Gut.

Quelle: U. Klemens

Pünktlich wie die zu versteigernde Damenuhr hob Peter Liebig Punkt 18 Uhr den Hammer, um die Auktion mit der vorschriftsmäßigen Amtlichkeit zu eröffnen. Dann kam der Entertainer in ihm durch. Wie ein Rosshändler auf dem Basar pries er die praktischen Vorzüge der feilgebotenen Regenschirme, die sich auch als Sonnenschirme eignen könnten. „Wirklich kein Interesse die Dame da hinten?“ Zum pinkfarbene Jäckchen konnte er trotzdem niemanden überreden. Als Ausgleich schlugen etliche Bieter gleich bei mehreren Artikeln zu.

Den höchsten Erlös für die Stadtkasse brachte das Kettler-Alurad, dessen Preis von 20 Euro auf 55 Euro kletterte. 519 Euro und 50 Cent betrug am Ende das Gesamtergebnis. Nur den Beifall strich Peter Liebig ganz alleine ein.

Von Uwe Klemens

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