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Bad Belzig: Heimat wird global gedacht

25. Silvester-Festival im Zegg Bad Belzig: Heimat wird global gedacht

„Zu Hause sein“, lautet das Motto des diesjährigen Silvestercamps im Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (Zegg) Bad Belzig. Etwa 150 Gäste sind dazu angereist. Bei der 25. Auflage suchen sie in dieser Woche unter anderem Antworten auf Fragen wie: Wie schaffen wir Heimat in uns selbst, wie entsteht sie im sozialen Miteinander?

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Bewohner und Gäste des Zegg in Bad Belzig suchen zu Silvester gemeinschaftlich nach Antworten auf drängende Fragen der Zeit.

Quelle: Bill Nickl

Bad Belzig. „Zu Hause sein“ lautet das Motto des diesjährigen Silvestercamps im Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung am Rand der Kur- und Kreisstadt. Etwa 150 Gäste sind dazu angereist. Sie suchen in dieser Woche unter anderem Antworten auf Fragen wie: Wie schaffen wir Heimat in uns selbst, wie entsteht sie im sozialen Miteinander? Das Festival zum Jahreswechsel erlebt seine 25. Auflage.

„Es soll dazu dienen, die eigenen Gedanken und Gefühle in Verbindung mit Heimat genauer und tiefer kennenzulernen, auszutauschen und zu einem sozialen Bild zu verbinden“, sagt Bill Nickl. Er gehört zum Team der Organisatoren. In diesem Zusammenhang gehe es auch um unsere Angst vor Heimatverlust und um die Frage, wie sich eine gemeinsame Heimat mit so vielen geflüchteten Menschen entwickeln könnte.

Hermann Haring, einer der beiden Leiter des Treffens schilderte zum Auftakt sehr persönliche Lebenserfahrungen und verband sie mit den Aufgaben, welche die gegenwärtige Weltentwicklung stellt. So sprach er davon, dass sich sein Heimatbegriff erweitere hin zu einer globalen Sichtweise. „Nur eine Menschheit, die sich als ein Ganzes begreife und den Planeten Erde als ihr Zuhause sieht, ist in der Lage, Lösungen für die weltweiten Probleme zu finden, die uns bedrängen.“

15 000 Übernachtungen pro Jahr

Im Sommer 1991 siedelten sich 80 Menschen auf dem 15-Hektar-Gelände an der Rosa-Luxemburg-Straße. Sie gründeten das Zentrum für experimentelle Gesellschaftsentwicklung (Zegg). Wobei die Gemeinschaft alternative Formen des ökologischen und sozialen Miteinanders erprobt.

Von den Mitstreitern der ersten Stunde ist noch ein Zehntel am Platz. Insgesamt leben heute hier 100 Menschen, davon 15 Kinder und Jugendliche. Ein Großteil der Bewohner geht selbstständigen Tätigkeiten nach oder ist außerhalb angestellt.

Die Zegg Bildungszentrum gGmbH beschäftigt drei Dutzend Angestellte und zählt im Jahr etwa 15 000 Gästeübernachtungen. Die Gemeinnützigkeit ist seit 1. Januar 2015 bestätigt.

Der Redner sprach auch darüber, wie er nach und nach im Hohen Fläming heimisch wird. Er stammt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet und kam vor 20 Jahren nach Bad Belzig. Er habe viel Zeit gebraucht, hierzulande vertrauten Boden zu spüren: „Vor allem die Landschaft war mir anfangs fremd. Mit der Zeit begann ich aber, sie mir mit vielen Wanderungen zu erlaufen und merkte, wie ich ihre Weite, die Leere und ihr Licht zu lieben begann. Und ich schätze, dass sie mich ernährt“, so Hermann Haring über den Zegg-Garten und die regionalen Bezugsquellen für die Küche der Gemeinschaft.

Auch ein Feuer gehört am Silvesterabend zum Festival

Auch ein Feuer gehört am Silvesterabend zum Festival.

Quelle: Bill Nickl

Das Silvester-Festival im Zegg ist ein Treffpunkt für Menschen aller Altersschichten, die der Gedanke „Eine andere Welt ist möglich“ bewegt, heißt es vom Veranstalter anlässlich des Jubiläum. Ein Teil von ihnen verbringt inzwischen regelmäßig die Jahreswende in Bad Belzig. „So hat diese Veranstaltung auch einen Klang von Wiedersehensfreude, mit dem bestehende Freundschaften gefeiert werden und neue entstehen“, bestätigt Bill Nickl. Neben den Vorträgen gibt es Gruppen-Seminare, in denen man sich mitteilen und kennen lernen kann, freudige Tanzfeste, Live-Musik und einen Mitsingabend mit Hagara Feinbier und Friends sowie ein traditionelles indianisches Schwitzhüttenritual, Sauna und ein großes Feuer mit anschließendem Silvesterfest.

Von René Gaffron

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