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Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Hexenhaus-Inventar versteigert
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Hexenhaus-Inventar versteigert
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00:26 20.11.2015
Der Kreis der Bietergemeinschaft blieb überschaubar. Gitta Wiltzer schwang als Auktinärin den Hammer. Quelle: Uwe Klemens
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Bad Belzig

Auch Hexen gehen mit der Zeit. Die Bewohnerin des kleine Hexenhäuschen im Garten des Bad Belziger Kinder- und Familienzentrums im Weitzgrunder Weg wurde schon lange nicht mehr gesichtet. Um Platz für Neues zu schaffen, soll das mehr und mehr verfallene, gelbe Häuschen nun abgerissen werden. Der Hausrat der Hexe kam deshalb dieser Tage unter den Hammer.

„Als wir das Gelände vor vier Jahren übernahmen, stand das Haus schon leer. Den Namen ’Hexenhaus’ haben ihm unsere Kinder gegegen“, sagt Einrichtungsleiterin Gitta Wiltzer, die mit pechschwarzem Klappzylinder auf dem Kopf und wuchtigem Holzhammer in der Hand die Versteigerung der wenigen, noch halbwegs brauchbaren Utensilien der Hexe übernahm. Ein gutes Dutzend Interessenten schaute nach, ob etwas für den eigenen Haushalt darunter sein könnte.

Es gab noch manches zu holen. Quelle: Uwe Klemens

Dass die Hexe klein gewesen sein muss, schien angesichts der Unmengen an Skiern in Kinderschuhgröße, modrig riechender Kinderliegen und Faschingskostümen für Vorschulkinder schnell klar. Ob sie wirklich 60 Beine hatte? Denn 30 Paar Kinderskie standen in Reih und Glied an der Wand. „Wir haben das Haus als Abstellkammer für nicht benötigtes Spielzeug und Inventar und als ’Garage’ für die Spielfahrzeuge genutzt“, klärte die Auktionärin den Irrtum auf. Denn als Spielhaus oder Aufenthaltsraum war das von Schimmel und Schwamm befallene Gebäude schon lange nicht mehr. Wie die Hexe ausgesehen haben könnte, bleibt also weiterhin ein Rätsel.

Die meisten Dinge, die nach dreimaligem Klopfen auf Holz den Besitzer wechselten, waren reine Spaßkäufe zum guten Zweck. Denn der Erlös soll für den Kauf neuer Spielzeuge verwendet werden und da kommt es auf 50 Cent mehr oder weniger nicht an. Die einzige Bieterschlacht des Tages entwickelte sich beim Versteigern eines Kaminofens, der beim Schlussgebot von 55 Euro unter den Hammer kam. Da der Ofen gut in Schuss war und der Bieter, wie er hinterher verriet, bis 100 Euro mitgegangen wäre, legte er noch 15 Euro oben drauf.

Das gelbe Hexenhaus auf dem Gelände der Einrichtung. Quelle: Uwe Klemens

Eine rostige Werkzeugkiste mit Schulterbohrer ohne Handgriff, abgenutzten Schrauberbits und ein paar alten Hämmern wechselte für drei Euro den Besitzer, eine Kiste mit modrigen Seilen und nie benutzen Fliegengazen für fünf. „Eigentlich brauche ich nur die Kiste für mein Kellerregal“, freute sich der Gewinnerbieter über das Schnäppchen.

Knapp 200 Euro klimperten am Ende in der Kasse, die Beatrix Lichter-Spatzier sorgsam verwaltete. „Ein paar Euro kommen noch dazu, denn es gibt noch Interessenten für eine Tür und für ein Fenster, die in den nächsten kommen wollen, um sie sich selbst auszubauen“, freute sich Gitta Wiltzer.

Wer Interesse an den Reststücken des Hexenhaus-Inventars hat, kann noch bis Mittwoch vorbeischauen und alles, was er haben möchte, kostenlos mitnehmen. „Wir sind froh, wenn alles weg ist. Am Mittwoch wandert der Rest in den Container“, sagt Wiltzer.

Von Uwe Klemens

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