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Bad Belzig: Old Sandhill Whisky ist jetzt reif

Neue Spezialität aus dem Burgbräuhaus Bad Belzig: Old Sandhill Whisky ist jetzt reif

Für einen guten Whisky braucht es eine Maische aus sauberen Rohstoffen, eine kontrollierte Gärung, ein sauberes Destillat – sowie sehr viel Geduld. Seit drei Jahren sehnen Norbert Eggenstein und sein Sohn Tim den heutigen Tag herbei. Ab sofort kann man Old Sandhill Whisky aus dem Burgbräuhaus in Bad Belzig genießen

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Feiner Tropfen: Tim Eggenstein prüft den Whisky aus eigener Herstellung.

Quelle: Dirk Fröhlich

Bad Belzig. Für einen guten Whisky braucht es eine Maische aus sauberen Rohstoffen, eine kontrollierte Gärung, ein sauberes Destillat – sowie sehr viel Geduld. Seit drei Jahren sehnen Norbert Eggenstein und sein Sohn Tim den heutigen Tag herbei. Ab sofort kann man Old Sandhill Whisky aus dem Burgbräuhaus genießen.

Für den aus lediglich einer Sorte gemälzter Gerste und ausschließlich am Fuß von Burg Eisenhardt gebrannten edlen Tropfen ist die Zeit nunmehr reif. Denn mindestens drei Jahre muss die Spirituose in Holzfässern lagern, ehe sie als Whisky ausgeschenkt werden darf. Doch nur Ruhe reicht nicht aus. „Es kommt auf das richtige Fassmanagement an“, sagt Tim Eggenstein. Bei regelmäßigen Kostproben hat er deshalb mit ausgeprägtem Geruchs- und Geschmackssinn versucht, den feinen Charakter des Getränks zu ergründen und möglichst zu beeinflussen. „Vom anfänglichen Ausbrennen der Behälter bis nötigenfalls zum Umfüllen reicht die Palette der Möglichkeiten“, sagt der 23-Jährige.

Regelmäßige Kostproben

Er propagiert die nun entstandene besondere Vielfalt an Aromen. Aus amerikanisches und deutsches Eichenholz sind jene Fässer hergestellt, von denen die ersten Abfüllungen stammen werden. Besonders gespannt ist Tim Eggenstein auf das Produkt aus Oloroso-Sherryfässern. Wegen der Vorbelegung könne der Whisky darin eine durchaus ausgeprägte Fruchtnoten entfalten. Nach der Lehre zum Brauer im heimischen Betrieb hat der Junior eine Ausbildung zum Edelbrand-Sommelier absolviert und war schließlich in Irland und Schottland unterwegs, um bei den Experten dort seine Erfahrungen zu sammeln.

Namensstreit noch unentschieden

Nicht gelöst ist der Namensstreit um den Whisky aus Bad Belzig. Glen Sandhill (Tal des Sandbergs) sollte er ursprünglich heißen.

Dagegen hat die Whiskey-Assoziation in Edinburgh protestiert. Denn die Verwendung des gällischen Wortes „Glen“ würde ihrer Meinung nach suggerieren, dass es sich um ein schottisches Produkt handle.

Die mehrfach verschobene, zuletzt für November angekündigte Entscheidung des Deutschen Marken- und Patentamtes steht noch aus. Fällt sie nicht in ihrem Sinne aus, wollen die Schotten den Klageweg gegen die Behörde beschreiten.

Die ersten 15 unter dem Label produzierten Fässer kann Familie Eggenstein behalten und vermarkten. Danach ist – zunächst einmal – der Name Old Sandhill (Alter Sandberg) gewählt worden.

Langfristig, so ist es der Wunsch des Vaters, soll schließlich die Whisky-Destille das Hauptstandbein für das Unternehmen sein. Die Herstellung erfolgt vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn das Bier in geringeren Mengen gefragt ist.

Die fast versiegte, aber einst große Brautradition in der Kur- und Kreisstadt, war vom aus Westfalen stammenden Norbert Eggenstein 2007 wieder belebt worden. Der Gerstensaft ist naturbelassen, weder filtriert noch sterilisiert. Fünf Jahre später hat er nochmals einen sechsstelligen Betrag investiert, um Hochprozentiges herstellen zu können. Das von ihm vor zehn Jahren sanierte aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude bietet immerhin genug Platz für Destille und Lager, was ebenfalls eine wichtige Voraussetzung ist.

75 Fässer liegen bereit

Aktuell liegen 75 Fässer zu je 200 Litern parat. Damit ist das ursprünglich ausgegebene Produktionsziel von 100 nicht ganz erreicht. Doch gleichwohl es Bestellungen aus ganz Deutschland vorliegen, ist nicht anzunehmen, dass es einen Ausverkauf gibt. Die im attraktiven Karton steckende formschöne Halbliter-Flasche kostet 49 Euro (Trinkstärke: 43 Prozent Alkohol) bzw. 69 Euro (Fassstärke: 55 Prozent Alkohol). Der Absatz ist hauptsächlich in Berlin und via Internet, jedoch nicht minder in der heimischen Gastronomie vorgesehen.

Dass Old Sandhill ein Aushängeschild für Bad Belzig werden möge, hofft Hannelore Klabunde-Quast (parteilos). Der Bürgermeisterin war ein erstes Glas in dieser Woche versprochen. Gewichtiger wird in den kommenden Tagen die Bewertung der Sachverständigen sein. Gleichwohl sind alle Interessierten zur Vorstellung eingeladen.

Termin : Whisky-Präsentation, Freitag, 19 Uhr, im Burgbräuhaus Bad Belzig.

Von René Gaffron

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