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Bibliothekarin glaubt an eine Zukunft fürs Buch

Bilanz nach einem Jahr Bibliothekarin glaubt an eine Zukunft fürs Buch

Seit über einem Jahr leitet Ines Eschholz die Bad Belziger Stadtbibliothek auf der Burg Eisenhardt. Sie glaubt an die Zukunft des Mediums: „Es geht um das Lesen an sich – egal ob analog oder digital.“ Im Gespräch mit der MAZ verrät die Bad Belzigerin auch, welche Bücher sie selbst am liebsten liest.

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Aktueller Lieblingsroman von Ines Eschholz: „Die Birken wissen’s noch“ von Lars Mytting.

Quelle: Josephine Mühln

Bad Belzig. Sie entscheidet, was in den aktuellen Bestand passt, pflegt sowohl Zugangslisten als auch Kataloge, hält Kontakt zu sämtlichen Kooperationspartnern und steht außerdem Kunden vor Ort mit Rat und Tat zur Seite. Die Rede ist von Ines Eschholz, die seit einem Jahr und drei Monaten die Bad Belziger Stadtbibliothek leitet. Sie ist die Nachfolgerin von Marianne Schneider, die in den Ruhestand gegangen ist.

„Meine Bilanz fällt recht positiv aus“, sagt die Bibliothekarin. „Ich habe jetzt jede unserer Veranstaltungen einmal in Eigenregie durch und konnte dabei eine ganze Menge Erfahrungen sammeln.“ Dabei sei manches anders gewesen, als in ihrer Vorstellung – beispielsweise wie viel Zeit nötig ist, um eine Lesung vorzubereiten.

Dass die Bibliothek ein Einmannbetrieb ist, sieht Ines Eschholz rückblickend auch als größte Herausforderung ihrer täglichen Arbeit. „Alle anfallenden Aufgaben in der vorgesehenen Arbeitszeit zu schaffen, ist manchmal nicht ganz leicht“, sagt sie lächelnd. „Schließlich will ich auch, dass die Besucher sich bei uns wohl fühlen. Für viele ist der Besuch in der Bibliothek eines kleines Highlight, da will ich mir entsprechend Zeit nehmen.“

Kinder und Jugendliche wieder stärker fürs Lesen zu begeistern

Bei ihrem Amtsantritt hatte sich Ines Eschholz zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche wieder stärker fürs Lesen zu begeistern und sie mit Sonderveranstaltungen auf die Burg zu locken. Auf die Frage, ob sie dieses Ziel erreicht habe, antwortet die Bad Belzigern selbstbewusst: „Ziel verfolgt und auch vorwärts gekommen. Aber prinzipiell gilt, der Weg ist das Ziel und die Arbeit diesbezüglich wird nicht aufhören.“

Sie habe in den vergangenen Monaten viel getan, um die Bibliothek bekannter zu machen. Das sei ein stetiger Prozess. So habe sie beispielsweise die Dippmannsdorfer Grundschule als neuen Kooperationspartner mit ins Boot geholt. Bereits seit November vergangenen Jahres gebe es außerdem einmal monatlich am Freitagnachmittag verschiedene Veranstaltungen speziell für Kinder, beispielsweise mit einer Märchenerzählerin.

Über 11 000 verfügbare Medien

363 aktive Nutzer zählte die Bad Belziger Stadtbibliothek im vergangenen Jahr.

Zum Vergleich: 2014 waren es noch rund 80 Nutzer weniger.

3 759 Besuche konnte die Bibliothek 2015 insgesamt verzeichnen – darunter fallen auch die Leser, die keinen Mitgliedsausweis haben und während eines Besuchs auf der Burg Eisenhardt bei Ines Eschholz vorbeischauen.

Der Bestand der sogenannten physischen Medien – die also auch wirklich in den Regalen der Bibliothek stehen – umfasst aktuell 11 261. Dazu gehören neben Büchern und DVDs auch CDs und Kassetten. Das alles verteilt sich auf einen 63 Quadratmeter großen Ausleihraum.

Neu dazugekommen ist dank Ines Eschholz außerdem die Möglichkeit, Gesellschaftsspiele auszuleihen.

Dazu kommt der Bestand von 15 714 virtuellen Medien wie E-Books. Dieser wird vom Medienzentrum in Lehnin organisiert.

Um die digitalen Bücher lesen zu können, ist in der Bad Belziger Bibliothek jetzt auch ein entsprechendes Gerät – der E-Reader – ausleihbar.

Die Mitgliedschaft in der Stadtbibliothek kostet für Erwachsene 10 Euro und für Kinder 5 Euro pro Jahr.

„Ich finde es wichtig, dass Kinder und Jugendliche lesen“, sagt die Bibliothekarin. „Das stärkt die Lesekompetenz, die wiederum eine Grundbedingung fürs Lernen ist.“ Sie wolle den Jugendlichen zeigen, „dass die digitale Welt zwar reizvoll ist, das Lesen aber einen anderen Schatz bietet“.

Lässt sich der Nachwuchs im digitalen Zeitalter überhaupt noch für Bücher begeistern? „Nach meiner Erfahrung ist das gar nicht so schwer, wie manch einer vielleicht denken mag“, sagt Eschholz. „Viele Kinder hören gerne zu, wenn ich in der Bibliothek vorlese und finden es gemütlich.“

Es wird auch in der Zukunft Bibliotheken geben

Die Bücherfreundin glaubt, dass es auch in der Zukunft noch Bibliotheken geben wird. „Vielleicht in einer anderen Form, aber es wird immer Leute geben, die Bücher lesen. Der Fortschritt wird natürlich integriert, aber letztendlich geht es um das Lesen an sich – egal ob analog oder digital.“

Eschholz selbst liest übrigens am liebsten Romane, die auf einer wahren Begebenheit beruhen oder Sachbücher. Ihr aktuelles Lieblingsbuch ist „Die Birken wissen’s noch“ vom norwegischen Autor Lars Mytting. Er begibt sich darin auf eine Reise zu seinen Wurzeln. „Das ist wirklich ein typischer Roman für das, was ich am liebsten lese.“

Von Josephine Mühln

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