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Bad Belzig: Ruine wird gerettet

Denkmal des Monats gekürt Bad Belzig: Ruine wird gerettet

Der Gutshof an der Bahnhofstraße 14 in Bad Belzig stand anderthalb Jahrzehnte leer. Die Ruine drohte zu verfallen. Doch jetzt hat sich mit Andreas Olze ein Investor gefunden, der dort Wohnungen schaffen will. Quasi zur Motivation ist das Ensemble als „Denkmal des Monats“ gekürt worden.

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Sonnabendnachmittag in Bad Belzig, Bahnhofstraße 14: Besucher-Andrang im Denkmal des Monats.

Quelle: Dirk Fröhlich

Bad Belzig. „Auf den breiten Fenstersimsen ließ es sich einst bequem sitzen“. Viele Sandberger schwelgten vor allem in Erinnerungen, als sie am Sonnabendnachmittag das noch im Dornröschenschlaf liegende Anwesen in der Bahnhofstraße 14 in Augenschein nahmen, das sie aber noch von früher kennen. Seit mindestens anderthalb Jahrzehnten steht das Denkmal aber leer. Der Verfall drohte.

Das soll sich spätestens im neuen Jahr ändern. Dann wird zunächst im Haupthaus eine Hand voll attraktiver barrierefreier Wohnungen entstehen. Das jedenfalls ist die Absicht von Andreas Olze. Er hat das Grundstück in diesem Jahr gekauft und will es in den nächsten fünf Jahren zu einem attraktiven Quartier entwickeln. Das wird den in Berlin tätigen Zahnarzt, der aus Bad Belzig stammt, mehr als drei Millionen Euro kosten. Knapp die Hälfte davon bringt er laut eigenem Bekunden selbst auf und hofft darüber hinaus auf Geld aus der Städtebauförderung. Die Finanzierung für den ersten von vier Abschnitten steht und die Baugenehmigung liegt ebenfalls vor. Die Ausschreibungen laufen,hieß es am Wochenende.

Zur Ermutigung hat die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen im Land Brandenburg“ das Areal noch als 196. Denkmal des Monats seit 2004 in den Fokus gerückt. „Es wurde passend zum Jahresthema „Vor-Städte – ab in die Landschaft“ ausgewählt“, erklärte Michael Knape (parteilos). Als AG-Vorsitzender konnte der Bürgermeister von Treuenbrietzen eine Vielzahl von Amtskollegen begrüßen. So erinnerte er an die Eingemeindung von Sandberg nach Belzig vor reichlich 100 Jahren.

1566 erstmals erwähnt

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten die Burg Eisenhardt und vier Rittergüter die Belziger Vor-Stadt Sandberg. Sie ist 1914 eingemeindet worden.

Die Rittergüter, die in ihrer Vierzahl 1566 zum ersten Mal erwähnt wurden, entwuchsen teilweise aus den sogenannten Burgmannhöfen. Jener, aus dem die Anlage in der Bahnhofstraße 14 entstanden ist, kann bereits im ältesten Plan der Kur- und Kreisstadt aus dem Jahr 1720 erkannt werden.

In seiner Grundgestalt ist das Haupthaus um 1800 entstanden. Neben der Dachform sind große Halbrundfenster in den Giebeln besonders charakteristisch für diese Zeit.

Ein qualitätsvoller Umbau hat etwa 100 Jahre später noch einmal stattgefunden, heißt es in einem Gutachten von 1994. Zuletzt wurden das Areal für Wohn- und Gewerbezwecke (Produktionsgenossenschaft des Handwerks Holz) genutzt.

Wegen der stadt- und baugeschichtlichen Bedeutung ist das Ensemble, das zuletzt in kommunalem Besitz war, unter Denkmalschutz gestellt worden.

Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) als Verwaltungschefin der Kur- und Kreisstadt und Erhard Schwarz als Chefrepräsentant der Sandberger bestätigten, dass sie sich über die Zeit arrangiert hätten. Von der ebenfalls anwesenden Oberbürgermeisterin aus Brandenburg an der Havel, Dietlind Tiemann (CDU) bekam Michael Knape schließlich Zuspruch für Ausführungen, dass sich die aktuellen kommunalen Gliederungen eigentlich ganz gut bewährt hätten.

Unbeeindruckt von den Ausführungen über den politischen Rahmen machten sich die mehr als 200 Besucher nach dem offiziellen Zeremoniell ein Bild von dem Vorhaben. Dass es überhaupt noch möglich wird, ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass die Kommune bereits Geld in die Hand genommen hat, um Dach und Gebälk zu sichern. „So blieb das Ensemble für Investoren interessant“, erläuterte Hannelore Klabunde-Quast. Verläuft alles nach Plan sollen nach dem Hauptgebäude noch die Scheune und die ehemalige Werkstatt auf dem Hof umgenutzt und ein parkähnliches Umfeld gestaltet werden.

Nicht nur wie es dort einst gewesen ist, sondern wie es werden könnte, hat die Interessierten bei der Besichtigung umgetrieben. Neben dem Eigentümer standen die Planer Mike Enzmann und Gunnar Lange dafür Rede und Antwort.

Von René Gaffron

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