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Bad Belzig: Schritt für Schritt richtig gehen

Gesundheit Bad Belzig: Schritt für Schritt richtig gehen

Richtig gehen will gelernt sein: Theorie und Praxis vermittelt ab sofort Jasmin Böhme im Hohen Fläming. Die Feldenkrais-Pädagogin schärft das Bewusstsein und kann ganz genau erklären, wo der Geh-Punkt liegt.

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Sira von Falkenburg aus Brück (rechts) übt bei Jasmin Böhme in die Gehschule.

Quelle: Daniela Singhal

Bad Belzig. Peripatos steht am Anfang meiner Gehstunde. Jasmin Böhme gibt mir eine kleine Einführung in die Geschichte des Gehens. Sie erwähnt auch diese philosophische Schule des Aristoteles, in welcher der Unterricht im Gehen nämlich in Wandelhallen stattfand.

„Wir gehen heutzutage wirklich zu wenig“, ist die 43-Jährige überzeugt. Die passionierte Läuferin absolvierte eine vierjährige Ausbildung zur Feldenkrais-Pädagogin und bietet ab sofort Geh- und Lauftrainings nach dieser Methode im Hohen Fläming an. Die Kulisse ist reizvoll und gerade im Herbst bieten sich – ungeachtet der zuletzt trüben Tage – schöne Gelegenheiten, es Schritt für Schritt anzugehen.

Wir beginnen damit, geschmeidig zu werden. Ich soll meine Hand- und Fußgelenke drehen und ihren unterschiedlichen Spielraum wahrnehmen. Mit kleinen Übungen zum Auftakt ein neues Bewusstsein für meine verschiedenen Körperteile und ihr Zusammenspiel bekommen. Darum geht es.

Dann folgt die erste Gehübung: Ich soll langsam durch den Raum gehen und spüren, wie genau ich eigentlich gehe. Wie groß sind meine Schritte? Wie hart oder wie weich trete ich auf? Mit welchem Teil meines Fußes trete ich zuerst auf? Es fällt mir gar nicht so leicht, meinen Gang in Worte zu fassen, mich wirklich auf die einzelnen Bereiche zu konzentrieren. „Im Alltag haben wir oft keine Zeit um uns wirklich auf unseren Körper und unsere Bewegungen zu fokussieren“, so Jasmin Böhme, die selbst am liebsten wandert und joggt. „Viele von uns machen sich mehr Gedanken darüber, was sie anziehen als über die Art, wie sie sich bewegen.“

Falsche Bewegungen führen jedoch häufig zu körperlichen Beschwerden, Fehlhaltungen, orthopädischen Problemen. Viele Menschen bekommen Schmerzen in Rücken, Nacken oder in den Knien, weil sie sich zu wenig oder zu einseitig bewegen. „Vieles ließe sich leicht verhindern, wenn wir unsere Bewegungen achtsam ausführen“, so die Expertin, die Theorie und Praxis gleichermaßen vermittelt. Das Feldenkrais-Konzept arbeitet an den Bewegungen des Körpers, mit dem Ziel das Zusammenspiel des gesamten Systems zu verbessern.

Läuferin und Tänzerin

Jasmin Böhme wurde 1973 in Berlin geboren. Sie hat sich der eigenen Erinnerung nach schon als Kind und Jugendliche viel und gerne bewegt.

In der Leichtathletik war sie als Langstreckenläuferin aktiv. Darüber hinaus hat die Bewegungsenthusiastin gern getanzt.

Mit dem Thema bewusst beschäftigt sie sich seit fünf Jahren. Sie ist gelernte Feldenkrais-Pädagogin und gibt Seminare und individuelle Coachings zum Thema Gehen und Laufen.

Telefonisch ist Jasmin Böhme unter der Nummer Tel. 0152/04 86 67 13 erreichbar.

Das hört sich ganz einfach an. Ist es aber. Das wird anhand der kleinen Übungen, die die Feldenkrais-Pädagogin mir aufgibt, schnell klar: In einer weiteren Übung geht es um meinen Körperschwerpunkt beim gehen. Ich soll ihn mal weiter nach hinten, mal nach vorne, mal nach unten, mal nach oben verschieben. Mein Gang verändert sich dadurch erheblich.

Und dann soll ich meinen Geh-Punkt erkunden. So nennt Jasmin Böhme den Punkt zwischen meiner ersten und zweiten Zehenwurzel. Und mir einen goldenen Faden vorstellen, der mich beim Laufen aufrichtet und nach vorne zieht. Ein Aha-Effekt: Mein Gang wird viel leichter und aufrechter, wenn ich meinen Schwerpunkt nach vorne verschiebe und nach oben. Es folgen noch ein paar Übungen auf der Matte, bei denen ich mir die Verbindung meiner Hüfte und Schulter bewusst werde.

„Wir blenden im Alltag oft aus, dass wir beim Gehen den gesamten Körper benutzen. Nicht nur Füße und Beine sind involviert, sondern auch unsere Hüften, die Wirbelsäule und unsere Schultern“, erklärt Böhme. Am Ende bin ich ziemlich k.o. und habe eine Menge über meine Art zu gehen gelernt. Nun gilt es nur noch, das Ganze auch umzusetzen.

Und für wen ist die Gehschule gedacht? „Sie ist für alle geeignet, die ihre Bewegungsspielraum erweitern und sich leichter bewegen wollen“, so Böhme.

Von Daniela Singhal

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