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Bad Belzig: Schülerfirma probt die Wirtschaft

Projekt am Fläming-Gymnasium Bad Belzig: Schülerfirma probt die Wirtschaft

In der Schülerfirma des Fläming-Gymnasiums Bad Belzig proben Jungen und Mädchen für die freie Wirtschaft. Mit frischen Leckereien sorgen sie oft für gute Stimmung in den Klassenräumen – wenn die Pausenglocke einfach nicht läuten will. Doch hinter leckeren Waffelduft und belegten Sandwiches steckt viel Arbeit und ein pädagogischer Gedanke.

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Klara Maria-Sophie Nicolai (12 Jahre) aus Kuhlowitz und Benjamin Schulze aus Bad Belzig (15 Jahre) sind gerne bei der „Schülerfirma“ dabei.

Quelle: Tobias Potratz

Bad Belzig. Donnerstagnachmittags am Fläming Gymnasium. Die achte Stunde läuft. Mit einer fast unverschämten Ruhe begibt sich der große Uhrenzeiger vor Schulschluss auf seine letzte Runde. In den Sitzreihen grummelt es. Der schmackhafte Erbseneintopf aus der großen Mittagspause scheint mittlerweile Lichtjahre entfernt und die Konzentration auf Weimarer Republik, Potenzrechnung oder Photosynthese fällt von Minute zu Minute schwerer. Doch plötzlich ist sie da. Die Rettung – die in diesem Fall „Schülerfirma“ heißt.

Es klopft an der Tür und davor stehen einige der aktuell zwölf Schülerinnen und Schüler, die sich am Fläming Gymnasium in der Firma engagieren. In der Hand haben sie meist wohlduftende Köstlichkeiten. „Wir backen Waffeln und verkaufen zum Beispiel Kuchen und Sandwiches“, sagt Benjamin Schulze aus Bad Belzig. Der 15-Jährige ist schon seit über fünf Jahren in der Schülerfirma aktiv und verrät seine ganz persönliche Motivation. „Ich backe einfach sehr gern. Das ist für mich der Hauptgrund, warum ich das mache“, sagt er und deutet lächelnd auf ein Waffeleisen.

Von Benjamins Leidenschaft profitieren die erfreuten Kunden der Schülerfirma, die auf dem Schulgelände im Alltag und auch bei Veranstaltungen, wie dem Tag der Offenen Tür, sehr schnell gefunden sind. Von der Schulleitung bis hin zu den Schülern im Ganztagsprogramm wird auf den Tabletts der Mädchen und Jungs gern zugegriffen.

„Schülerfirmen“ an anderen Schulen

Auch am Treuenbrietzener Gymnasium „Am Burgwall” gibt es eine „Schülerfirma“ Deren Name „Jes-AG“ leitet sich aus dem Motto „Jugend engagiert sich“ ab.

Die Idee: Schüler bekommen ein Jahr lang die Möglichkeit, als ehrenamtliche Helfer in einem Bereich ihrer Wahl tätig zu werden. Einmal im Jahr geht Schulsozialarbeiterin Diana Bölke bei den Zehntklässlern auf Werbetour für die nächste Generation der Arbeitsgemeinschaft.

Die „Schülerfirma“ an der Oberschule Brück wurde von Schulzsozialarbeiterin Silvia Schulze 2010 ins Leben gerufen. Im Jahr 2011 gründete sich dann daraus an der Ganztagsoberschule Brück, gemeinsam mit dem Kooperationspartner Schulförderverein, eine Schüler-GmbH. Schülerinnen und Schüler bereichern in den Pausen die Versorgung ihrer Schulkameraden mit kleinen Snacks.

Besonders sauber geht es bei der „Schülerfirma“ der Bad Belziger Förderschule „Am grünen Grund” zu: „Blitze Blank“ bietet die Reinigung von Autos und Fahrrädern an.

Doch hinter dem leckeren Waffelduft und den belegten Sandwiches steckt viel Arbeit und ein pädagogischer Gedanke. „Wir haben eine Buchführung wie in einem normalen Unternehmen“, sagt Lehrer Michael Metzner, der bereits seit 1995 die Schülerfirma leitet. Als Lehrer für Wirtschaft-Arbeit-Technik, kurz WAT, greift er die Aktivitäten der Schülerfirma gern auf, um anhand des Praxisbeispiels die Unterschiede zwischen Umsatz und Gewinn oder auch zwischen den Unternehmensformen anschaulich zu erläutern.

Es gehe darum den Schülern das selbstständige Arbeiten in einem Unternehmen näher zu bringen, erklärt Metzner weiter. In aufwendig angelegten Excel-Tabellen werden Einnahmen und Ausgaben genau aufgelistet sowie Gewinne und Umsätze berechnet – so dass im Idealfall am Ende eine schwarze Zahl auftaucht. Jeder Arbeiter erhält anschließend natürlich seinen Lohn. „Wir haben bei Veranstaltungen auch schon mal Verlust gemacht. Das gehört leider dazu“, sagt Metzner.

Ein wenig mühselig erscheint dagegen gelegentlich die Nachbereitung. „Aufräumen, Tisch abwischen oder Abwasch – das wird nicht so gern gemacht, gehört aber voll dazu. Geht nicht, gibt’s nicht“, betont der 61-Jährige Pädagoge. Schüler Benjamin Schulze nimmt das jedoch für seine Backleidenschaft gern in Kauf und will auch in Zukunft in der Schülerfirma seine Brötchen nicht nur backen, sondern auch verdienen.

Von Tobias Potratz

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