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Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Stein-Therme erhöht bald Preise
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig: Stein-Therme erhöht bald Preise
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00:31 10.01.2016
147 500 Besucher haben 2015 Entspannung in der Badewelt der Stein-Therme gesucht. Quelle: Michael Greulich
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Bad Belzig

Zwei Stunden zum Sonnenauf- oder -untergang für zehn Euro im nassen Element entspannen; für vier Euro mehr ist Sauna inklusive. Für 25 Euro könnte der Aufenthalt in der Stein-Therme den ganzen Tag lang dauern.

Das geht jedoch nicht mehr lange so. Voraussichtlich nach der alljährlichen Wartungspause zum Halbjahr werden die Eintrittspreise für den Wohlfühltempel in der Kur- und Kreisstadt nämlich erhöht. Das hat Christian Kirchner jetzt bestätigt. Wie hoch die Steigerung ausfallen wird, lasse sich seinen Worten zufolge noch nicht konkret sagen. „Zunächst einmal soll der Jahresabschluss abgewartet werden, um darauf aufbauend eine seriöse Kalkulation wagen zu können“, erklärte er.

Dass die Kurgesellschaft für das zurückliegende Jahr zum wiederholten Mal eine Kostendeckung für das operative Geschäft erzielen wird, sei laut Geschäftsführer wahrscheinlich. Demnach sind zwar in den vergangenen zwölf Monaten lediglich 147 500 Besucher gezählt worden. „Das sind etwa 2 500 weniger als 2014. Doch das lag an den extrem heißen Tagen im Sommer“, wie Christian Kirchner erklärt.

Keine konkreten Zahlen genannt

Indes sei nicht nur der geplante Pro-Kopf-Umsatz erreicht, sondern durch Optimierung von Abläufen mehr Effektivität erzielt worden. Dies gelte für Bade- und Saunawelt wie für Medi-Fit-Zentrum und Gastronomie bis hin zur Vermarktung. Außerdem wirke sich die Übernahme der Blockheizkraftwerke positiv aus. Die Kurgesellschaft kann nunmehr in Eigenregie ihren Bedarf an Strom und Wärme decken und die so genannte EEG-Umlage einsparen.

Chef der Therme: Christian Kirchner. Quelle: Mischa Karth

Dass die Kunden dennoch in Zukunft mehr zur Kasse gebeten werden sollen, wird auf Kostensteigerungen für bezogene Waren und Dienstleistungen zurückgeführt. Gemeint sind Ausgaben für Wasser/Abwasser, Badewasserchemie, Datenschutz und Qualitätsmanagement. Nicht zuletzt hat sich die 50-köpfige Belegschaft vor Jahresfrist eine Tarifanpassung erkämpft und einige Instandsetzungen werden turnusgemäß fällig.

Aufsichtsrat erhöht Chefgehalt

Die am 30. November 1995 gegründete Kur- und Freizeit GmbH (Kuf), jetzt Bad Belzig Kur-GmbH, betreibt die 2002 eröffnete Stein-Therme.

Sie hat mit Christian Kirchner den siebten Geschäftsführer. Er ist seit 2012 im Amt.

Weil es in seiner Regie gelungen sei, Besucherzahlen zu steigern und städtische Zuwendungen zu senken, hat der Aufsichtsrat eine Erhöhung seiner Vergütung beschlossen.

500 Euro pro Monat gibt es seit 1. Juli 2015 für ihn mehr. Nicht zuletzt auch, weil im Vergleich die Mitarbeiter des Unternehmens etwa 16 Prozent Lohnzuwachs in der Zeit zu verzeichnen haben.

Christian Kirchner, Jahrgang 1950, hat einen unbefristeten Vertrag als Geschäftsführer der Kurgesellschaft.

Nach eigener Aussage steht er mindestens bis 2017 zur Verfügung.

Sein Abschied stehe nicht im Zusammenhang mit der dieses Jahr zu Ende gehenden Wahlperiode von Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos).

Während im Sommer schlicht eine Mehrwertsteuererhöhung an die Saunagäste durchgereicht wurde, erfolgte die bislang letzte umfassende Preiserhöhung zum 1. Januar 2015. Damals waren die Preise um knapp zehn Prozent erhöht worden. Begründet wurde dies mit den Auswirkungen des Mindestlohnes, der von Partnerunternehmen in Rechnung gestellt wurde. Davor hatte es fünf Jahre lang stabile Besuchertarife gegeben.

Letzte Erhöhung fing Mehrwertsteuer auf

Aktuell scheint die Strategie der Geschäftsführung anders. Denn „aller Voraussicht nach muss zum 1. Januar 2018 eine weitere Steigerung erfolgen, wenn das Jahresergebnis gehalten werden soll“, ist im Wirtschaftsplan des Unternehmens zu lesen.

Es firmiert zudem unter neuem Namen und heißt nur noch Bad Belzig Kur-GmbH, statt bislang Kur- und Freizeit-GmbH. Es ist ein Hinweis darauf, dass keine Kulturarbeit wie einst die Organisation von Burgfestwoche/Altstadtsommer oder der Betrieb von Diskothek und Burgkeller sowie keine Stadtvermarktung mehr geleistet werden. Vor allem aber soll mit einem zusätzlich von der Stadtverordnetenversammlung jüngst beschlossenen „Betrauungsakt“ sichergestellt werden, dass ausschließlich Kurbetrieb im Sinne der gesundheitlichen Daseinsvorsorge betrieben wird. Nur mit dieser juristischen Festlegung bleibt gesichert, dass die bisher und künftig genutzte staatliche Beihilfe nicht in Frage gestellt wird.

Von René Gaffron

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