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Bad Belzig hat jetzt eine Integrationskita

Heilpädagoge im Erzieherteam Bad Belzig hat jetzt eine Integrationskita

Die Tagesstätte „Tausendfüßler“ ist ab sofort als Integrationseinrichtung in Bad Belzig zugelassen. Sieben Jungen und Mädchen brauchen derzeit die sonderpädagogische Förderung. Neben den Gruppenerziehern schenkt ihnen Heilpädagoge Steffen Köbke zusätzliches Augenmerk.

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Heilpädagoge Steffen Köbke ist ab sofort in der Tagesstätte „Tausendfüßler“ in Bad Belzig tätig.

Quelle: Foto: René Gaffron

Bad Belzig. Die Tagesstätte „Tausenfüßler“ ist ab sofort eine Integrationseinrichtung. Sieben Kinder, die seelisch und geistig noch nicht so entwickelt sind, wie es altersgerecht wäre, können damit in der Kur- und Kreisstadt betreut werden. Sie müssen nicht länger von den Eltern nach Görzke gebracht werden. Bislang gab es das sonderpädagogische Angebot für den Hohen Fläming ausschließlich in dem Handwerkerdorf. Dort freilich schon seit 1996 und mithin für Körperbehinderte.

Angesichts des hier wie da steigenden Bedarfs war die Offerte in Bad Belzig lange vorbereitet worden, erklärte Heinz Friese. Wie der Hauptamtsleiter jüngst die Mitglieder des städtischen Aussschusses für Soziales und Bildung bei der Tagung vor Ort informierte, ging der Zulassung zum heutigen Dienstag eine umfangreiche ministerielle Prüfung voraus.

Passender Kandidat gefunden

Wichtigster Schritt zur Realisierung des Vorhabens war indes die Einstellung des Heilpädagogen. „Doch es gibt nur wenige“, sagt Beate Kettler. „Deshalb war die Suche schwierig“, sagte die Leiterin der Kinderbetreuung im Wohngebiet Klinkengrund. Steffen Köbke ist nunmehr – neben zwei Erzieherkollegen und dem Hausmeister – der vierte Mann im Hause. Der 49-Jährige aus Preußnitz ist gelernter Erzieher, hat sich zum Heilpädagogen fortbilden lassen und bereits in Fliedners Werkstätten und in der Förderschule „Am Grünen Grund“ berufliche Erfahrungen gesammelt.

Nicht nur mit den Erziehern vor Ort, sondern mit Fachkräften von Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark sowie der Interdisziplinären Frühförderstelle am Ernst-von-Bergmann-Klinikum wird festgelegt, ob und wie den Jungen und Mädchen zusätzliches Augenmerk gewidmet werden sollte. „Das gilt es mit den Eltern sensibel zu besprechen und wird dann als gemeinsame Aufgabe verfolgt“, sagt Steffen Köbke.

Es fehlt oft am Selbstbewusstsein

Bei der Beurteilung ergänzen sich die Fachleute partnerschaftlich, berichtet er. Häufig sind Defizite bei der Sprachentwicklung oder in der Motorik abzubauen. Mitunter fehlt es den Kleinen schlicht an Selbstbewusstsein. Zuweilen bei einem exklusiven Beschäftigungsangebot für sich allein, aber hauptsächlich in der Gruppe soll den betreffenden Kindern zu Erfolgserlebnissen verholfen werden.

Längst ist es ohnehin Prinzip, dass jeweils mehrere Erzieher beobachten und dokumentieren, wie sich der Nachwuchs entwickelt. „Bei uns kommt den Kindern zu Gute, dass es heterogene Altersgruppen gibt – das heißt die Großen können den Kleinen nötigenfalls helfen“, berichtet Beate Kettler. Der geradezu inklusive Gedanke, der damit in Bad Belzig verfolgt wird, hat demzufolge Pilotcharakter, so Heinz Friese.

1979 in Betrieb genommen

Nicht ohne Konsequenzen. Geht es nach den Parlamentariern, sollte das Angebot mit der Betreuung von körperbehinderten Kindern abgerundet werden. „Es gibt schließlich noch freie Kapazitäten“, stellte Ursula Schwill, sachkundige Einwohnerin von Bündnis 90/Die Grünen in dem Gremium, fest. Folglich ist die Verwaltung beauftragt, die Kosten zur Herstellung der Barrierefreiheit zu ermitteln. Die Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ ist am 1. Juni 1979 in Betrieb gegangen. Seinerzeit wurde sie schlicht Kinderkombination (Kiko) genannt, weil Kinderkrippe und -garten unter einem Dach waren. Seit zehn Jahren ist Beate Kettler die Leiterin der Einrichtung mit insgesamt zwei Dutzend Erziehern. Sie kümmern sich aktuell um 185 Mädchen und Jungen vom Säuglings- bis zum Vorschulalter. Die Kapazität umfasst 245 Plätze.

Es handelt sich um eine städtische Einrichtung. Ergänzende Betreuungsangebote gibt es in der Kindertagesstätte „Lindenzwerge“ in der Puschkinstraße und „Waldwichtel“ in Dippmannsdorf sowie beim Wir-Verein am Weitzgrunder Weg und in Lütte.

Von René Gaffron

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