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„Bad Belzig ist nicht Peripherie“

Potsdam-Mittelmark „Bad Belzig ist nicht Peripherie“

„Bad Belzig ist nicht Peripherie“, sagt Wolfgang Blasig (SPD). Beim Parteitag des SPD-Unterbezirks hat er Chancen und Risiken der aktuell positiven Entwicklung zwischen Havel und Fläming aufgezeigt. Neben Lokal-, Landes- und Europapolitik spielte die nahende Bundestagswahl nur kurz eine Rolle.

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Der Parteitag des SPD-Unterbezirks tagte am Sonnabend in Bad Belzig.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. „Bad Belzig ist nicht Peripherie“, sagt Wolfgang Blasig (SPD). Geht es nach dem Landrat, werden immer mehr Menschen entdecken, dass sie mit dem Zug binnen einer Stunde von dort mitten in Berlin sein können. Wenn ihnen Bauland und Wohnraum sowie eine attraktive soziale Infrastruktur geboten werden könne, sieht er Chanchen für verstärkte Ansiedlung von jungen Familien. Doch viele Städte und Gemeinden südlich von Beelitz seien mit den Herausforderungen jedoch beispielsweise durch ihre prekäre Haushaltslage schon jetzt überfordert. „Da muss über das bestehende Kreisentwicklungsbudget hinaus geholfen werden“, so der Verwaltungschef. Knapp eine Million Euro werden nächstes Jahr für die armen Kommunen am Rande ausgegeben.

Der Parteitag des SPD-Unterbezirks Potsdam-Mittelmark am Sonnabend Vormittag im Technologie- und Gründerzentrum „Fläming“ war Anlass für Wolfgang Blasig, eine erste Bilanz nach seiner Wiederwahl im vergangenen Herbst zu ziehen. Keine 100 Tage dauert es mehr bis zum nächsten Urnengang, der hierzulande noch Bürgermeisterwahlen in Teltow und Treuenbrietzen mit sich bringt. Doch nur beim Auftritt von Manja Schüle, die in Potsdam und Umland das Direktmandat für den Bundestag erringen will, kam diese Stimmung kurz auf. Erardo Rautenberg, der zwischen Jüterbog und Rathenow die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier sichern soll, hatte sich eigens wegen Wahlkampfterminen entschuldigt.

Steigende Zahl der Mitglieder

Der SPD-Unterbezirk Potsdam-Mittelmark hat gegenwärtig 750 Mitglieder – 15 mehr als vor drei Jahren

Unter den 18 Ortsvereinen ist Kleinmachnow der größte: 142. Im Amt Ziesar gibt es nur sieben Genossen.

Geht das Amt Beetzsee ans Havelland verloren, fehlen dem Ortsverein Kloster Lehnin drei von 36 Genossen

Derweil sich die Genossen vier Stunden für programmatische Diskussionen gönnten. Nicht nur weil Susanne Melior, die Europaabgeordnete aus Michendorf vor Ort war, ging es um den fairen Welthandel; die Reduzierung des Personalschlüssels bei der Betreuung von Hortkindern in der Mark sowie den Stau an der Potsdamer Zeppelinstraße, den möglichen Wechsel des Amtes Beetzsee ins Havelland sowie die Gesamtschule im Süden.

„Nicht beschließen können wir, dass Bad Belzig die Kreisstadt bleibt“, sagte indes Robert Dambon zu einem weiteren Initiativantrag. „Das ist so – und wir sind damit zufrieden“, so der aus Werder/Havel stammende Kreisparteichef. Mithin wird die gerade beginnende Diskussion um die optimale Verteilung der Verwaltungsstandorte wohl noch einige Kontroversen bereit halten, wie zu spüren war. Der Landrat geht es nach eigenem Bekunden mit einer gewissen Gelassenheit an. „Wir müssen das gut vorbereiten“, räumt er ein. „Was passieren kann, wenn nicht richtig geplant wird, kann nicht weit entfernt von hier betrachtet werden.“ Die Dauerbaustelle Flughafen BER dürfte gemeint gewesen sein.

Von René Gaffron

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