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Bad Belzig kämpft um sein Krankenhaus

Medizin-Standort Bad Belzig kämpft um sein Krankenhaus

Der Hohe Fläming ist ein Jahr nach Schließung der Geburtshilfe-Abteilung weiter in Sorge um das Krankenhaus Bad Belzig. Die Einrichtung soll eigentlich als Standort der medizinischen Grundversorgung erhalten bleiben. Was das bedeutet und wie es gehen könnte, ist jetzt auf einer Gesundheitskonferenz erörtert worden.

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Herzkatheter-Arbeitsplatz an der Klinik „Ernst von Bergmann“ in Bad Belzig.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Innere Medizin, Chirurgie und Notaufnahme braucht es, um als Standort der medizinischen Grundversorgung anerkannt zu sein. Das Krankenhaus in Bad Belzig soll als solcher erhalten bleiben. Dafür will sich Michael Zaske einsetzen. Im Fachministerium zeichnet er für die märkische Krankenhausplanung verantwortlich. Bis 2020 wird das nächste Papier für das Land Brandenburg erarbeitet.

Bleibt Frauenheilkunde in Bad Belzig?

Ob die Frauenheilkunde dann dabei ist, wie es offenkundig die Patientinnen erwarten, konnte bei der Gesundheitskonferenz am Dienstagabend nicht endgültig geklärt worden. Mehr als 150 Teilnehmer aus Politik und Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen sowie interessierte Bürger waren in der Stein-Therme zusammen gekommen. Dort haben sie auf Einladung von Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) die Perspektiven für die Daseinsfürsorge einerseits und für die Entwicklung des Wirtschaftszweiges andererseits ausgelotet.

Sorge um Erhalt des Krankenhauses wächst

Die Bürgermeisterin und weitere Redner sagten, dass spätestens seit Schließung der Geburtshilfe-Abteilung vor Jahresfrist in Bad Belzig die Sorge um den Erhalt des seit mehr als 50 Jahren bestehenden Krankenhauses mit seinem guten Ruf und traditioneller Ankerfunktion im Hohen Fläming wächst.

Diese Bedenken konnte Wolfgang Blasig (SPD) nicht zerstreuen. Zwar verwies der Landrat auf die allgemeinen Bedingungen wie Spezialisierung und Fallkosten-Abrechnung sowie Bevölkerungsentwicklung und analysierte konkret die Fehlentwicklungen nach dem Verkauf von drei Vierteln der einst kreiseigenen Gesellschaft 2007 an die Johanniter. Steffen Grebner als aktueller Geschäftsführer mühte sich nicht nur, die wirtschaftliche Stabilisierung seines Außenpostens in Bad Belzig darzustellen, sondern kündigte weitere Neuerungen dort an.

Zitate

Steffen Grebner: Die Schließung der Geburtshilfe in Bad Belzig erfolgte aus monetären Gründen, vor allem aber zur Qualitätssicherung

Angela Hauer, Pro Familia: Schwangeren-Beratung heißt seit einem Jahr für uns Beratung zur Verkehrslage.

Beatrix Lichter-Spatzier, Wir-Verein: Es ist für mich als Mutter unverständlich, dass ich mit dem leidenden Kind am Krankenhaus mit Notaufnahme vorbeifahren muss.

Katrin T. Eberhardt, Reha-Klinik „Hoher Fläming“: Es lohnt sich, in Vorleistung zu gehen; statt sich nur auf die Versorgung der Älteren zu konzentrieren mal die jungen Familien zu umwerben.

Frauenarzt Peter Ledwon: Der ökonomisch und politisch gesteuerte Zentralisierungsprozess muss von uns Medizinern kritischer Begleitet werden.

Landrat Wolfgang Blasig (SPD): Die Debatte des Vorjahres hat zumindest gezeigt, dass es in der Sache mehr Partner und mehr Verbindungen gibt als man denkt.

Michael Zaske, Gesundheitsministerium: Reden Sie bitte ihre Einrichtungen nicht schlecht.

Kein Vertrauen in die Geschäftsführung

Ärzte für Geronto-Neurologie und -Urologie, ja sogar ein Gynäkologe, sollen demnächst die Arbeit aufnehmen. Gleichwohl es im Forum überraschend fair zuging, wurde augenscheinlich, dass dem verantwortlichen Duo im mehr oder weniger fachkundigen Publikum fast jegliches Vertrauen abhanden gekommen ist. Verweise auf schlechte Bezahlung und auf Vorwürfe, das Mitarbeiter unter Druck gesetzt werden, blieben nicht aus.

Kooperation als Chance

Peter Ledwon indes appellierte daran, den Blick vor allem in die Zukunft zu richten. Obwohl das maßgeblich von dem im Klinikum Brandenburg/Havel beschäftigten Gynäkologen und dem hiesigen Kinderarzt Burkhard Kroll im vorigen Sommer erarbeitete Konzept zur Rettung der Entbindungsstation in Bad Belzig mit Nichtachtung gestraft worden war, sieht er nur in Kooperationen eine Chance. Ambulante und stationäre Angebote müssten vernetzt werden, es braucht den Austausch zwischen den Einrichtungen der zumindest unter Kollegen längst gepflegt werde, sagte er. Wie sich das Medizinische Versorgungszentrum Brandenburg/Havel bereits zunehmend etabliert, hat Chefin Gabriele Wolter dargestellt.

„Die Landesregierung ist aber mit in der Pflicht“, richtete Dietlind Tiemann (CDU) eine Botschaft an Michael Zaske. Die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel mahnte mit Blick auf Polizei-, Schulamts- oder Verwaltungsstrukturreform zur gebotenen Sensibilität gegenüber dem Thema Gesundheit.

Von René Gaffron

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