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Bad Belzig ringt um mehr Barrierefreiheit

Aktionstag für Gleichstellung Behinderter Bad Belzig ringt um mehr Barrierefreiheit

Am Europäischer Aktionstag zur Gleichstellung von Behinderten gab es am Dienstag viel Trubel auf dem Marktplatz in Bad Belzig. Diskussionen, Interaktion und Unterhaltung wurden geboten. Unter anderem wurde die Stadt einem Test auf ihre Barrierefreiheit unterzogen. Das Ergebnis überrascht zum Teil.

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Aktion am Marktplatz: Mit diesem Buggy haben auch Versehrte beim Ausflug mit den Eselnomaden kaum Hindernisse zu fürchten.

Quelle: Andreas Koska

Bad Belzig. Längst läuft es noch nicht überall glatt in der Kur- und Kreisstadt. Das wurde jetzt wieder beim aktuellen Test auf ihre Barrierefreiheit klar. „Mit der Situation im Wohngebiet Klinkengrund bin ich zufrieden“, sagt Wanda Kother von der Selbsthilfegruppe behinderter Männer und Frauen aus Bad Belzig und Umgebung. Nachholbedarf sieht sie jedoch in der Altstadt und so manchen Geschäften.

Mit anderen Aktiven der Gruppe nahm Wanda Kother am Dienstag am gut besuchtem Aktionstag unter dem Motto „Einfach für alle – Gemeinsam für eine barrierefreie Kur- und Kreisstadt Bad Belzig“ auf dem Marktplatz teil. So bedauert sie, dass die Fachgeschäfte für Mobilitätsbehinderte nur selten erreichbar sind, Stufen behindern den Zugang, Rampen sind nicht vorhanden und das Altstadtpflaster erschwert das Fortkommen. „Bei den Discountern gibt es dagegen überhaupt keine Probleme“, erzählt Kother.

Aktion beim Aktionstag in Bad Belzig

Aktion beim Aktionstag in Bad Belzig

Quelle: Andreas Koska

Seit 15 Jahren wird von einem Aktionsbündnis, dem die Arbeiterwohlfahrt Potsdam-Mittelmark und der Behindertenbeauftragte des Landkreises Udo Zeller angehören, rund um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai auf die Situation in Bad Belzig aufmerksam gemacht.

Die Stadt scheint dabei trotz einiger Problem auf einem guten Weg zu sein. Das wurde bei einer Podiumsdiskussion deutlich. In der Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ wird heute niemand abgewiesen. „Es ist toll, dass niemand ausgesondert werden muss, die Kinder profitieren alle von der gemeinsamen Betreuung“, sagt Leiterin Beate Kettler. Eine Rampe ermöglicht es auch einem behinderten Vater, sein Kind abzuholen. Ähnlich schaut es in der Geschwister-Scholl-Schule aus. „Alle Kinder aus dem Einzugsbereich nehmen wir auf“, betonte Schulleiterin Ines Michaelis, auch wenn die Schule inzwischen räumlich an ihre Grenzen stößt.

Umdenken in den Köpfen gefordert

Britta Gehlfuss vom Verein Miteinander, einem Träger von Wohneinrichtungen für behinderte Menschen, würde sich jedoch wünschen, dass ein Umdenken in den Köpfen stattfindet und bei allen Projekten die Belange der behinderten Menschen mit in den Blick genommen werden. „Das beginnt beim Pflaster und hört bei dem Zugang ins Schwimmbecken auf“, sagte Gehlfuss. Seit der Charta von Barcelona von 2011 intensiviert Bad Belzig den Weg zur Barrierefreiheit. „Zumindest in der Verwaltung unserer Stadt wird bei Bauvorhaben Barrierefreiheit eingeplant“, sagt Bauamtsleiter Christof Grund.

Udo Zeller sieht die Entwicklung in Bad Belzig auf einem guten Weg. „Ein gutes Drittel ist geschafft, jetzt wollen wir den Rest anpacken“, sagte der Behindertenbeauftragte. Trotz der erzielten Erfolge sieht er den Protesttag auch weiterhin für notwendig an. Allerdings wird er nur noch alle zwei Jahre stattfinden. „Das Organisationsteam, dem ich sehr dankbar für die Arbeit bin, braucht einfach eine Pause zwischendurch“, begründet Udo Zeller.

Von Andreas Koska

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