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Bad Belzig soll nicht alt aussehen

Runder Tisch zur Zukunft der Geburtshilfe Bad Belzig soll nicht alt aussehen

Vor allem auf Peter Ledwon ruhen jetzt die Hoffnungen all jener, die sich für den Erhalt der hiesigen Entbindungsstation einsetzen. Der in der Kur- und Kreisstadt lebende und am Städtischen Klinikum Brandenburg/Havel arbeitende Gynäkologe hat sich bereit erklärt, in Abstimmung mit der Leitung des Bergmann-Klinikums ein Gespräch unter Fachleuten zu organisieren.

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Horst und Alma für den Erhalt der Geburtshilfe: das Jugendtheater „Strumpfhose“ will, dass Bad Belzig nicht alt aussieht.

Quelle: S. Specht

Bad Belzig. Neben den niedergelassenen Kollegen im Hohen Fläming sollen vor allem jene aus den Kinder- und Geburtshilfe-Abteilungen in Potsdam, Brandenburg/Havel und Lutherstadt Wittenberg zu Rate gezogen werden. Gemeinsam wird zu erörtern sein, ob und wie es möglich ist, das Angebot in Bad Belzig offen zu halten. „Dass es ein Haus allein nicht schafft, hat sich erwiesen“, räumte der Mediziner ein. „Vielleicht müssen neue Modelle gedacht werden, wenn es dann beispielsweise um die Abrechnung geht“, sagte er.

Der Gynäkologe ist in seinem Beruf, den er seit fast 25 Jahren ausübt, sehr anerkannt. Von 2002 bis 2009 hat er im Krankenhaus Bad Belzig gearbeitet und es laut eigenem Bekunden unter anderem verlassen, weil er sich vom damaligen Träger nicht hinreichend unterstützt fühlte. Wohl vertraut mit Verhältnissen in großen und kleinen Einrichtungen, fühle er sich der Region jetzt verpflichtet, sagte Peter Ledwon.

Diskussion im Bürgerhaus

Zu dem Vorhaben, den Standort Bad Belzig aufzugeben, hatten neben anderen er und Karolin Fahlke, seine in Potsdam und Bad Belzig als Frauenärztin tätige Ehefrau, eindringlich fachliche Bedenken angemeldet. Es waren offenbar die überzeugendsten Argumente des fast dreistündigen Rund-Tisch-Gespräches, zu dem der Kreisverband Potsdam-Mittelmark der Linken am Donnerstagabend in das Bürgerhaus eingeladen hatte.

Davor brachten erneut mehr als 100 Bürger ihrem Unmut darüber zum Ausdruck, dass die Geburtshilfe-Abteilung in Bad Belzig zum 1.April geschlossen wird. Wegen nur 185 Kindern, die im vergangenen Jahr hierzulande das Licht der Welt erblickt haben, und des Fachärzte- und Hebammenmangels hatte das Ernst-von-Bergmann-Klinikum zu Jahresbeginn den Versorgungsauftrag an das Ministerium zurückgegeben.

Fehlt es am politischen Willen?

Während der Runde hatte dank souveräner Moderation von René Wilke (Linke), dem gesundheitspolitischen Sprecher der Linksfraktion im Landtag Brandenburg, sachliche Atmosphäre geherrscht. Einzig Wolfgang Blasig (SPD) reagierte ungewohnt gereizt, als ihm mehrere Kommunalpolitiker vorwarfen, es fehle am politischen Willen. Der Landrat verwies indes auf die fachliche Bewertung der Situation von ärztlicher und kaufmännischer Leitung. Die Positionen waren noch einmal ausgetauscht worden.

Steffen Grebner sagte indes eindeutig, dass er vom in Skandinavien erprobten Modell der zentralen Geburtsstationen überzeugt und der Termin der Schließung ebenfalls nicht zu verschieben sei. Der EvB-Geschäftsführer erklärte allerdings, dass bei einem tragfähigen Versorgungskonzept und am besten mehr Geburten, die Entscheidung womöglich umgekehrt werden könnte.

Hebammen-Engpass vor Lösung

Immerhin: Der personelle Engpass bei den Hebammen lässt sich eventuell lösen. Alexandra Bruns, dem Bad Belziger Bürgerbündnis zur Seite stehende Fachberaterin aus Eckernförde, hat erklärt, es gebe Interesse von zwei über Nacht akquirierten Kolleginnen, die den Geburtshelferinnen Andrea Hennig und Ines Flechner, vor Ort unter die Arme greifen würden. Ausdrücklich warnte die Expertin davor, die Notfallversorgung von Müttern und Kindern kurzfristig dem Rettungsdienst, für dessen Organisation der Landkreis Potsdam-Mittelmark verantwortlich zeichnet, zu überlassen.

Von René Gaffron

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