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Bad Belzig streitet um Denkmalpflege

Ehrenhain zugewuchert Bad Belzig streitet um Denkmalpflege

Der Ehrenhain für die Opfer des Faschismus an der Lübnitzer Straße in Bad Belzig ist zugewuchert. Dennoch soll der Belziger Forum e.V ihn weiter pflegen, was er zuletzt augenscheinlich vernachlässigt hat. Das haben die Stadtväter wider einen Vorschlag der CDU-Fraktion empfohlen. Außerdem wurden gleich noch neue Gestaltungsvorschläge präsentiert

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Wenn die Hecke wuchert, wird’s bei Gedenkveranstaltungen im Ehrenhain an der ehemaligen Post in Bad Belzig ziemlich eng.

Quelle: Dirk Fröhlich

Bad Belzig. Die Gedenkstätte in der Lübnitzer Straße soll nicht länger ein Schandfleck in der Kur- und Kreisstadt sein. Der Belziger Forum e. V., der das Info-Café „Der Winkel“ betreibt, wird sie wieder herrichten. Dabei lässt er sich fachlich vom heimischen Gartenbauingenieur und -fachmann Jürgen Pflaum unterstützen.

Der Verein zeichnet schon seit einiger Zeit für die Pflege des Areals verantwortlich. Weil dies allerdings in der Vergangenheit nicht zur Zufriedenheit aller erfolgt sei, hatte die CDU-Fraktion beantragt, „dass sich die Kommune der Pflege des Denkmals annimmt.“ Der Bauhof hätte laut Vorschlag von Wolfgang Terp die Aufgaben mit erledigen sollen. Dafür fand sich jedoch bei der jüngsten Sitzung des städtischen Bau- und Planungs-, Wirtschafts- und Finanzausschusses keine Mehrheit.

Das buchstäblich größte Problem besteht in der allseits wuchernden Hecke. Sie soll daher in Höhe und Breite jeweils auf etwa die Hälfte gestutzt werden. Außen würde sie nicht bis auf den Gehweg ragen und innen könnte bei Entfernung weiterer Sträucher buchstäblich Freiraum für zwei Bänke entstehen. Statt loser Gehwegplatten sollen Pflastersteine verlegt werden. Auf der Fläche könnten Besucher bei Veranstaltungen dann stehen, ohne sich – wie zuletzt – im hohen Gras womöglich nasse Füße zu holen. Außerdem wird eine erhebliche Verbreiterung der Eingänge vorgeschlagen, so dass der Gedenkort mit Rollator begehbar und als solcher überhaupt wieder wahrzunehmen sei. Nicht zuletzt soll der Einblick für einen offenen Umgang mit der für Bad Belzig durchaus heiklen Thematik stehen.

Denn: Zum einen wird vor dem ehemaligen Postamt seit Jahr und Tag an die Opfer des Faschismus erinnert; unter anderem bei den traditionellen Kranzniederlegungen am zweiten September-Sonntag. Seit 2003 gibt es auf dem Gelände einen weiteren Gedenkstein: für Belaid Baylal. Der marokkanische Asylbewerber war drei Jahre zuvor an den Spätfolgen eines 1993 erfolgten rassistischen Übergriffs in Bad Belzig gestorben. Zwei Dokumenstationssäulen, die mit dem Förderkreis Röderhof erstellt sowie Politik und Verwaltung abgestimmt werden, könnten dies erklären.

Schätzungsweise mit 10 000 bis 15 000 Euro wird der Aufwand zur Gestaltung des Ehrenhains beziffert. An der Finanzierung arbeitet der Verein noch und hofft auf Unterstützung aus Förderfonds einerseits sowie auf kostensparende Eigenleistungen seiner Mitglieder und Freunde andererseits.

Langfristig ist es sein Ziel, das Areal als Belaid-Baylal-Platz auszuweisen – ohne dass es für die Anlieger von Lübnitzer Straße und Gliener Straße eine Adressänderung zur Folge haben muss, aber doch als symbolträchtiges Bekenntnis. Die Diskussion darüber lässt Kontroversen erwarten. Zur Debatte um Gestaltung und Pflege hatte Ausschusschef Hendrik Hänig (SPD) deshalb erst keine Beiträge über diese Thematik zugelassen.

Von René Gaffron

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