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Bad Belzig und Wiesenburg nähern sich an

Standesamtsbezirk Bad Belzig und Wiesenburg nähern sich an

Die Fusion der Standesamtsbezirke Bad Belzig und Wiesenburg/Mark liegt buchstäblich nahe. Absicherung von Sprechzeiten, kompetente Bearbeitung von Anliegen und sogar Einsparungen sind in Aussicht gestellt. Dennoch gibt es in der „Perle des Flämings“ noch reichlich Bedenken.

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Die Wiesenburger Standesbeamtin Gisela Zehnsdorf wird wohl einen Schlussstrich ziehen und ins Ordnungsamt wechseln.

Quelle: Dirk Fröhlich

Bad Belzig/Wiesenburg. Eine Trauung in Wiesenburg, der „Perle des Flämings“, an einem Sonnabend im Sommer wird nächstes Jahr nur schwer zu realisieren sein. Das hat Bernd Müller (SPD) in privater Sache recherchiert.

Dabei ist der Wiesenburger Ortsvorsteher bei seiner Anfrage im Standesamt Bad Belzig davon ausgegangen, dass es schon für die Aufgabe verantwortlich zeichnen wird. Es habe nämlich schon reichlich Termine in der Kur- und Kreisstadt vergeben. Denn noch steht ja der Beschluss über seine Verantwortlichkeit für beide Kommunen hier wie da noch aus.

Interkommunale Zusammenarbeit hat schweren Stand

„2018 sollten gewiss einige Wochenenden für Wiesenburg reserviert werden“, stimmt Marco Beckendorf (Die Linke) der Kritik des Parlamentariers zu. Der Bürgermeister in der 4300-Einwohner-Gemeinde hat erwartungsgemäß einen schweren Stand, wenn er für die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarn wirbt.

Das Trauzimmer auf der Burg Eisenhardt ist bei Brautpaaren sehr beliebt

Das Trauzimmer auf der Burg Eisenhardt ist bei Brautpaaren sehr beliebt.

Quelle: ZB

Doch sieht die Verwaltungsspitze darin einen Vorteil. „Es geht darum, die Dienstleistung mit vertretbarem Aufwand für die Bürger aufrecht zu erhalten“, hieß es dazu in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. An der formulierten Bürgernähe rieb sich der Wiesenburger Dorfchef allemal.

Dank des Fragenkataloges vom Vorsitzenden Robert Pulz war jedenfalls herausgearbeitet worden, dass bislang etwa 55000 Euro jährlich an Personal- und Sachkosten aufgewendet wurden, um das eigene Standesamt zu betreiben. Dafür sind 40 Wochenstunden, geteilt auf zwei halbe Stellen, kalkuliert gewesen.

Standesamt macht Minus

Mit Einnahmen von 3000 bis 5000 Euro war der Betrieb nicht annähernd kostendeckend. Wenn nun Monika Dorbritz in den Ruhestand wechselt, würde eine neu eingestellte Fackkraft eher mehr Geld kosten. Schon für die Zeit urlaubs- und krankheitsbedingter Vertretungen braucht es eine zweite Mitarbeiterin, die jedoch hauptsächlich im Ordnungsamt eingesetzt werden soll und nur bei Bedarf ins Trauzimmer wechselt.

Dass tatsächlich jedoch Sprechzeiten nicht eingehalten werden können, ist in Wiesenburg eine häufig gemachte Erfahrung. Insofern könnte ein Weg bis Bad Belzig womöglich die bessere Alternative sein, als zwei oder mehr Anläufe in der heimischen Behörde.

Großer Aufgabenbereich

Neben der Durchführung von Trauungen liegt auch das Führen des Personenstandsregisters im Aufgabenbereich eines Standesbeamten. Er muss etwa bei Geburten und Todesfällen Einträge ins Register vornehmen und Urkunden ausstellen. Der Kirchenaustritt gehört hingegen nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich des Standesamts.

Eine Steigerung der Quantität der Arbeit sei nicht absehbar, wohl aber bei den qualitativen Ansprüchen in komplizierten Einzelfällen, erklärte Kornelia Feldmann. Insofern ist es nach Aussage der zuständigen Personal- und Finanzchefin nur konsequent, die Aufgabe im Rathaus Bad Belzig mit erledigen zu lassen. Zumal sie darauf verweist, dass nach der komplizierten Berechnung einer Fallpauschale dennoch etwa 10000 bis 12000 Euro gespart werden könnten, obwohl eben anteilig zur Finanzierung der künftig 2,125 Stellen im Standesamt Bad Belzig gewisse Mittel beigesteuert werden müssten.

Standesämter im Vergleich

Das Bad Belziger Standesamt hat 2014 und 2015 jeweils 120 Trauungen erledigt. Hinzu kam jeweils die Bestätigung von zwei Lebenspartnerschaften. Es wurden 188 bzw. 55 Geburten beurkundet. Daneben wurden 225 Sterbefälle in 2014 und 200 Sterbefälle im vorigen Jahr aktenkundig.

In der Gemeinde Wiesenburg waren im Jahr 2014 16 amtliche Eheschließungen zu verzeichnen. 2015 gab es einen Spitzenwert von 24 Terminen. Dazu jeweils zwei Partnerschafts-Eintragungen. Jährlich sind im Schnitt zwei bis drei Geburten zu registrieren. Die Zahl der Sterbefälle lag bei 28 im Jahr 2014 und bei 33 in 2015.

„Eine win-win-Situation für beide Seiten“ hat Heinz Friese ausgemacht. Wie der Hauptamtsleiter unlängst im städtischen Ausschuss für Soziales, Bildung und Kultur, Sicherheit und Ordnung berichtete, prophezeit das Ministerium des Innern durchaus Synergieeffekte. Erhöhte Fallzahlen sorgen für Routine und Kompetenz bei den beiden Hauptamtlichen und der zeitweiligen Vertretung aus dem Bürgerbüro im Umgang mit den Anliegen, beispielsweise bei zunehmendem Ausländeranteil, heißt es.

Beckendorf: keine Abwicklung

Während der Fachausschuss in der Kur- und Kreisstadt ein klares Votum für den öffentlich-rechtlichen Vertrag abgegeben hat, war in Wiesenburg/Mark noch auf die Richtung weisende Empfehlung im Vorfeld der Abstimmung am 22. November verzichtet worden.

Dass damit die Abwicklung der kommunalen Selbstverwaltung der Gemeinde Wiesenburg/Mark beginnt, glaubt Marco Beckendorf indes nicht. „Die Kooperation liegt auf der Hand und doch dauert das Zustandekommen mehr als ein Jahr. Da zeichnet sich aktuell keine Fortsetzung ab“,sagt er.

Von René Gaffron

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