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Bad Belzig wird zur Volksmusik-Bühne

Musiker lassen die Sau raus und die Halle jubelt Bad Belzig wird zur Volksmusik-Bühne

Die Fangemeinde der Schlager- und Volksmusikszene ist groß. Endlos-Schleifen von Herzschmerz und Heimatliebe reichen aus, um selbst Riesenhallen mit Publikum zu füllen. Am vergangenen Wochenende machten die Stars der Szene in Bad Belzig Station und hatten leichtes Spiel, ihre Zuhören zum Toben zu bringen.

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„Jetzt lassen wir die Sau raus“ hieß es kurz vor der Pause, um den Verkauf von Schinken und CDs anzukurbeln.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. Können denn schmachtende Lieder über die Schönheit der Heimat und über die Liebe Sünde sein? „Auf keinen Fall“ jubelten am Sonntagnachmittag etwa 400 Gäste in der Bad Belziger Albert-Baur-Halle. Drei Stunden lang brachten dort beim „Ladiner-Fest“ Stars der Volksmusikszene herzerwärmende Hits der Schlagerwelt zum Funkeln. Vom ersten Ton bis zur letzten Zugabe umjubelte das Publikum die Musiker.

Die Landiner legen los

Die Landiner legen los.

Quelle: Uwe Klemens

Die Inhalte der Songs blieben dabei überschaubar und lassen sich auf „Oh Heimat, du bist so schön und liebenswert“ und „An der Seite meiner Liebsten ist das Leben am schönsten“ reduzieren. Was genau das ist, was die Heimat so unvergleichbar und unverzichtbar macht, verraten die Lieder in ihren Endlosschleifen und -Schwüren meist nicht. Großformatig auf die Bühne projizierte Blütenfotos und Landschaftspanoramen können nicht alles sein, könnte meinen, wer nach Gründen für eine fast ausverkaufte Halle dieser Größenordnung sucht.

„O lala, o lala“ reicht aus, um die Stimmung zun heben

Schunkelnd, mitsingend und zuweilen sogar tanzend genossen die Zuhörer den optisch wie musikalisch mit vielerlei Effekten verzierten Nachmittag. Sätze wie „O lala, o lala, wir sind hier, seid ihr auch da“ reichten aus, um den Saal zum Beben zu bringen.

Überraschungsgast und Akkordeon-Talent Johannes Niggel

Überraschungsgast und Akkordeon-Talent Johannes Niggel.

Quelle: Uwe Klemens

Otto und Joakin, die als „Die Ladiner“ seit Jahren in kaum einer Volksmusik-Hitparade fehlen und zahlreiche Preise abräumten, hatten sich zu ihrem musikalsichen Fest zahlreiche, nicht weniger aus Funk und Fernsehen bekannte Gäste eingeladen. „Hände hoch – und mitgeklatscht“ musste Ex-Polizist Schlagersänger Michael Heck das Publikum nicht zwei Mal auffordern und belohnte die Zuhörer dafür mit Hits wie „Hohe Tannen“ und „Still fließt der Missouri“.

Junge Buschen mit alten Schinken

Auch die als „Boygroup der Volksmusik“ gehandelten „Stimmen der Berge“ hatten keine Mühe, mit echten Volkslieder wie „Im Frühtau zu Berge“ oder dem mehrstimmig lupenreinen „Kufsteinlied“ ihr Publikum zum Mitschunkeln und -Singen“ zu bringen. Nach ihrer Ankündigung „Jetzt singen wir jungen Burschen sogar Heinos alte Schinken“ gab es im Saal kein Halten mehr.

Beim  CD-Verkauf griffen die Besucher gern zu

Beim CD-Verkauf griffen die Besucher gern zu.

Quelle: Uwe Klemens

Wesentlich mehr zu sagen, was genau sie unter Liebe verstehen, hatte das Duo Kathrin und Peter, die nicht nur auf der Bühne, sondern auch durchs richtige Leben gemeinsam gehen. In Anekdoten von ihrem Kennenlernen bis zu den Höhen und Tälern ihres Zusammenlebens gaben sie viel Persönliches über sich preis. Peters Frage „Wollen wir heute nicht mal einfach alle Probleme draußen lassen und ganz einfach miteinander froh sein?“ folgte ein „Ja“ aus vierhundert Kehlen.

16-Jähriger Bayer begeistert auch Brandenburger

Auf Überraschungsgast und Akkordeon-Talent Johannes Niggel mussten sich die Gäste bis nach der Pause gedulden. Die Sicherheit, mit der ein 16-Jährige Bayer nicht nur Instrument und Stimme beherrscht und das Publikum nach Lust und Laune dirigiert ist erstaunlich und wohl das Geheimnis seiner vielen Hitparaden-Siege. Dass so ein Lesehosn-Buab auch betagte Zuhörer nach Belieben auf- und niedersetzten und mitschunkeln lässt, muss man mögen.

Singende Wurstverkäufer kennt man hierzulande ja bereits. Diesmal war es umgekehrt. In der Pause brachten die Künstler nicht nur Autogrammfotos und CDs an den Mann, sondern auch Wurst, Schinken und andere Spezialitäten ihrer Heimatregion. Nur Schwein Susi, das sich die Stars vom Gömnigker Biozüchter Bernd Schulz aus Bühnengag ausgeliehen hatte und in einer Plastekiste unter dem Verkaufstisch seinem Schicksal entgegensah, konnte die Freude darüber kaum teilen.

Von Uwe Klemens

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