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Bad Belzig Ärger um die Puschkinhalle
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Ärger um die Puschkinhalle
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14:06 16.09.2018
Die Turnhalle in der Puschkinstraße Bad Belzig hat bessere Zeiten gesehen. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

Die in den 1960er Jahren erbaute städtische Turnhalle an der Puschkinstraße in Bad Belzig hat ihre besten Zeiten hinter sich. Mit dem Wunsch des Landkreises Potsdam-Mittelmark, sie zu erwerben und durch einen Neubau für die Schüler des kreiseigenen Fläming Gymnasiums zu ersetzen, verbanden Bad Belziger Sportvereine die Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Trainingsmöglichkeiten.

Viele Fensterzellen sind notdürftig gestopft. Quelle: Christiane Sommer

In dieser Folge verfassten sie im Frühsommer ein Positionspapier, das von Diana Weyrauch und ihrem Nachfolger an der Spitze des Märkischen Ballsportvereins (MBSV) Dirk Förster-Trallo, Matthias Grund vom Judoclub, Marcel Thiele vom FC Borussia Belzig 1913 und Uwe Moritz von der SG Einheit gemeinsam erarbeitet und unterzeichnet wurde.

Das Papier enthält klare Vorstellungen darüber, welche Anforderungen ein Hallenneubau erfüllen sollte: Eine wettkampftaugliche Dreifelderhalle mit Zuschauertribüne, ein angrenzender, 150 Quadratmeter großer Übungsraum für Judo und weiteren Kampfsport sowie eine Kegelbahn seien erforderlich, damit der Neubau allen Ansprüchen gerecht werden kann. Die vier Sportchefs legten den hiesigen Lokalpolitikern mit dem Papier nahe, das Grundstück an der Puschkinstraße mit der Turnhalle dem Landkreis für einen symbolischen Preis zu überlassen.

Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) am 4. Juli hat der Landkreis einen Kaufantrag gestellt. Am Montag sollen sich die Mitglieder des städtischen Wirtschaftsausschusses dazu positionieren.

Empörung über Pläne des Landkreises

Doch bevor die Diskussion über das Geschäft auf parlamentarischer Ebene überhaupt begonnen hat, sorgt es bereits für Empörung, unter anderem in den Reihen der Freizeitsportler. Der Grund: Der Landkreis plant, nach Abriss der alten Sporthalle und der dahinter befindlichen Kegelbahn nur eine Zweifeld-Sporthalle mit drei Hallenteilen zu errichten. Diese würde zwar nach Ansicht der Sportler die Schulsportbedingungen für das Fläming Gymnasium verbessern, sei für den Wettkampfsport der Vereine jedoch nicht förderlich.

Damit nicht genug. Uwe Moritz von der SG Einheit kritisiert: „Sobald es irgendwelche Aktivitäten seitens des Kreises zum Ankauf der Halle gibt, hat der Bürgermeister versprochen, uns zu informieren". Er sieht die Vereine durch den Kaufantrag und die am Montag von den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses geforderte Empfehlung vor vollendete Tatsachen gestellt. „Wir wären aus allen Wolken gefallen" sagt er und hofft, dass möglichst viele Sportfreunde am heutigen Montag die Sitzung ab 18.30 Uhr im Ratssaal des Bürgerhauses verfolgen werden.

„Weit mehr als 2000 Aufbaustunden“

Das Vorhaben, die Kegelbahn abzureißen, stößt auch bei Werner Sperfeld auf Unverständnis. Der Bad Belziger steht mit kurzen Unterbrechungen seit 1968 an der Spitze der Sektion Kegeln.

„Ich fürchte, dass die Sektion dann auseinander bricht", sagt er. Dann erzählt der Bad Belziger vom schwierigen Bau der Kegelbahn in den Jahren 1972 und 1973. Davon, dass die Vereinsmitglieder für Zement am Bahnhof angestanden, Steine von der Elbe geholt und sogar die Dachbinder selbst genagelt haben. „Ich allein habe damals weit über 2000 Aufbaustunden geleistet", sagt Sperfeld.

Eine Beschlussvorlage für den Verkauf des Grundstücks mit Turnhalle und Kegelbahn ist seitens der Verwaltung noch nicht vorbereitet. Vielmehr will Bürgermeister Roland Leisegang bei der Gelegenheit die tatsächlichen Bedarfe an Trainingszeiten noch einmal evaluieren lassen.

Von Christiane Sommer

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