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Bad Belzig Auf den Spuren des 30-jährigen Krieges
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10:41 18.05.2018
Hellmut Päpke ist Hobby-Heimatforscher. Dabei hat er auch die Geschichte der Heerwege in der Fläming-Region aufgearbeitet. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Brutale Söldner, verhungernde Frauen und Kinder, Alte und Kranke, die der Seuche erliegen. Der Gestank von Angst und Schweiß liegt in der Luft, im Hintergrund sind Gewimmer und Schreie zu hören. Solcherlei Szenen spielten sich während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 täglich ab.

Szenerien, die die meisten höchstens aus Filmen kennen. Anlässlich des 400. Jahrestages des Kriegsbeginns lädt Hellmut Päpke vom Kulturverein Rietz dazu ein, sich auf Spurensuche in Treuenbrietzen und Umgebung zu machen.

Treuenbrietzen, Pflückow und Rietz besonders stark betroffen

„Zunächst war Treuenbrietzen gar nicht vom Krieg betroffen, weil die Konfliktparteien anders orientiert waren, doch in der zweiten Hälfte nach Eingreifen der Schweden ist unser Städtchen stark in Mitleidenschaft gezogen worden“, sagt der ehemalige Geschichtslehrer Hellmut Päpke.

Schätzungsweise sechs Millionen Menschen starben in diesem verheerenden Krieg, die meisten an den Folgen von Seuchen oder Hungersnöten. Besonders in Treuenbrietzen sei die Bevölkerung „auf ihr historisches Minimum geschrumpft“, sagt Päpke.

So seien etwa Pflückow oder Rietz besonders stark betroffen gewesen und hätten jahrzehntelang mit den Folgen des Krieges zu kämpfen gehabt. Über die Auswirkungen des Krieges in der Region sei in der Stadtchronik einiges erwähnt.

Geschichtsexperte kennt Geheimwege

Wo genau die Heer-und Landwege entlangführten, sei jedoch schon schwerer herauszufinden. Doch Päpke kennt sie und auch die alten Stadtbefestigungen der Grenzstadt.

Am Sonnabend zeigt er seinen Zuhörern eine der drei Landwehren. „Die beiden anderen sind zurzeit aufgrund der Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Wald leider nicht passierbar“, erklärt er.

Die Tour-Route

Die Tour führt planmäßig von Treuenbrietzen nach Klausdorf und wieder zurück. Da die Strecken recht lang sind, rät er, entweder mit dem Fahrrad oder mit dem Auto zu kommen.

„Anberaumt ist die Tour für etwa zwei Stunden, aber im Endeffekt hängt es von den Zuhörern ab, wielange wir die Tour ausdehnen und was wir uns alles anschauen.“ Anschließend können die Teilnehmer, wenn sie Lust haben, bei gemütlichem Beisammensein in einer der örtlichen Gaststätten noch etwas über die Geschichte diskutieren.

Hellmut Päpke hofft auf Infotafeln

Der stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins Rietz wünscht sich langfristig gesehen, dass die Geschehnisse des Dreißigjährigen Kriegs durch Informationstafeln für jedermann nachlesbar werden. „Die Anwohner könnten zum Beispiel Infoschilder an den Hauswänden anbringen.“ So hätten sowohl die Anwohner, als auch die Touristen jederzeit auch ohne Führung die Möglichkeit, sich etwas näher mit der Heimatgeschichte zu befassen.

Treffpunkt der Führung

Der Treffpunkt für die Führung am morgigen Sonnabend ist um 9 Uhr an der Abfahrt nach Bardenitz an der B 102. Voraussichtlich wird die Tour zwei Stunden dauern. Da der Weg zu Fuß zu weit ist, können die Interessenten entweder mit dem Rad oder mit dem Auto kommen.

Kontakt Hellmut Päpke unter 033748/13456.

Von Josefine Kühnel

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