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Bad Belzig Ausstellung „Juristinnen in der DDR“ eröffnet
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Ausstellung „Juristinnen in der DDR“ eröffnet
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00:18 05.03.2017
Rechtsanwältin Lilian Widra, die mittelmärkische Gleichstellungsbeauftragte Theresa Pauli und die Vorsitzende des Deutschen Juristinnenbunds Landesverband Brandenburg, Dietlinde-Bettina Peters (von links). Quelle: Josephine Mühln
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Bad Belzig

Mit der Ausstellung „Juristinnen in der DDR“ ist am Mittwochabend in der Kreisverwaltung die 27. Brandenburgische Frauenwoche eröffnet worden. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Theresa Pauli, präsentiert die Schau mit dem Deutschen Juristinnenbund. Im Mittelpunkt stehen die Lebensläufe von zwölf Juristinnen aus drei Generationen.

Die Frauenwoche diene nicht nur dazu, über frauenpolitische Themen ins Gespräch zu kommen, sondern werfe immer auch einen Blick auf das frühere Wirken unterschiedlicher Frauen, sagte Theresa Pauli zu Beginn der Veranstaltung. Daher habe sie sich dazu entschlossen, die Ausstellung des Juristinnenbundes nach Bad Belzig zu holen. „Justitia wurde zu DDR-Zeiten immer weiblicher“, sagte Dietlinde-Bettina Peters, Vorsitzende des Deutschen Juristinnenbunds Landesverband Brandenburg. „Mit dem Ende der DDR war die Zahl der Juristinnen einmalig hoch.“ Wie konnten die Frauen ihre Mutterrolle mit dem Beruf in Einklang bringen? Wie prägte die Wende ihren beruflichen Werdegang? Diese und weitere Fragen will die Ausstellung beantworten.

Auf 22 Ausstellungstafeln können sich Besucher über den Status des Rechts in der DDR, die Rolle der Juristinnen und Juristen im DDR-Rechtssystem oder auch über die juristische Ausbildung zu jener Zeit informieren. Thematisiert wird auch, dass von 1935 bis 1945 allen Frauen der Beginn einer juristischen Tätigkeit untersagt war. Zu den zwölf Porträtierten gehört Paula Mothes-Günther, 1898 in Leipzig geboren. Sie erhielt 1929 als erste Frau die Zulassung als Rechtsanwältin am Amts- und am Landgericht Leipzig und war die einzige Frau unter 540 männlichen Kollegen.

Rechtsanwältin Lilian Widra berichtete von ihren Erfahrungen als Juristin in der DDR. Die gebürtige Erfurterin hat bis 1978 Jura in Berlin studiert und war in Potsdam tätig – wo sie heute ihre eigene Kanzlei mit dem Schwerpunkt Familienrecht betreibt. Begonnen habe sie in Falkensee (Havelland) in einem kleinen Büro unterm Dach, erinnert sich Lilian Widra. Eine Sache habe sich auch seitdem nicht geändert: „Was will der Anwalt? Hohe Streitwerte und zahlende Mandanten – das war auch schon zu DDR-Zeiten so“, sagte Widra und lachte.

Sie erinnert sich aber auch, dass sich mit der Wende ein wenig Ungewissheit breitgemacht habe, ob auch alle Qualifizierungen anerkannt und ihr alle Mandanten treu bleiben würden. „Aber wir hatten Glück, das hat alles geklappt“, sagt Widra. Die Anwältin habe auch nicht die Erfahrung gemacht, dass jemand versuchte, ihre Arbeit zu beeinflussen.

Die Ausstellung „Juristinnen in der DDR“ ist noch bis 31. März in der Kreisverwaltung werktags von 9 bis 17 Uhr zu sehen. Das ganze Programm der Frauenwoche steht im Internet unter www.frauenpolitischer-rat.de/frauenwoche

Von Josephine Mühln

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