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Bad Belzig Gemischte Gefühle nach Kreistagsvotum
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Gemischte Gefühle nach Kreistagsvotum
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20:57 07.12.2018
Der Protest Dutzender Bad Belziger vor dem Landratsamt in der Niemöllerstraße hat einiges bewirkt. So bleiben laut bisherigen Erkenntnissen mindestens 250 Verwaltungsarbeitsplätze in der Kreisstadt erhalten. Quelle: André Großmann
Bad Belzig

Die Entscheidung für eine Zwei-Standort-Strategie der Kreisverwaltung in Beelitz-Heilstätten und Bad Belzig führt bei Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) zu einer verhaltenen Stimmungslage. „Weil noch nicht definiert wurde, in welcher Größenordnung die Arbeitsplätze hier erhalten bleiben“, kommentierte das Stadtoberhaupt eine MAZ-Anfrage.

Zwischen Glück und Vorsicht

Leisegang befinde sich daher in einer Habachtstellung. „Deshalb trauen wir noch niemandem so ernsthaft über den Weg. Wir haben bestenfalls ein Remis für die erste Runde erzielt“, sagte der 53-Jährige weiter.

Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang empfindet nach der Entscheidung des Kreistags für zwei Verwaltungsstandorte in Bad Belzig und Beelitz-Heilstätten „gemischte Gefühle.“ Das Stadtoberhaupt sieht den Kampf um den Erhalt der Kreisverwaltung als bislang größte Herausforderung seiner Amtszeit. Quelle: André Großmann

Mehr sei nicht herauszuholen gewesen. „Wir haben nicht die Mehrheiten im Kreisparlament“, äußerte der Bad Belziger. So votierten die Kreistagsabgeordneten fraktionsübergreifend mit 34 Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme. Neun Kreistagsmitglieder enthielten sich der Stimme.

Dennoch sei Leisegang glücklich über den Zusammenhalt im Hohen Fläming, der seiner Meinung nach besonders beim Protestsingen in der St. Marienkirche deutlich wurde. Jetzt sei es für ihn wichtig, abzuwarten.

Die Entwicklung der Stadt Bad Belzig werde laut Leisegang nicht nur davon abhängen, inwieweit der Kreisverwaltungsstandort erhalten bleibe. Vielmehr sei es wichtig, auch andere Themen wie die Bedeutung der Gesundheitsstadt voranzutreiben. „Wir sind auch gut beraten, wenn wir auf das schauen, was wir Schönes haben und uns darum kümmern“, sagt Leisegang.

Hoffnung auf Klarheit

Der Landtagsabgeordnete Günter Baaske (SPD) hofft, dass die nächsten Wochen „mehr Klarheit“ und transparente Daten zu den geplanten Investitionen des Landkreises und zum Anteil der Arbeitsplätze in Bad Belzig und Beelitz-Heilstätten bringen.

„Vor drei Wochen waren wir noch bei einer Ein-Standort-Lösung und da ist eine Menge passiert in den letzten Tagen“, kommentierte der 61-Jährige weiter. So richtig glücklich seien alle Beteiligten dennoch nicht auseinandergegangen, äußerte Baaske weiter.

Beelitzer Bürgermeister lobt Entscheidung

Der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth begrüßte die Entscheidung des Kreistags. So sei der Kompromiss, nun doch auf zwei Standorte zu setzen, in Ordnung, „da Beelitz und Bad Belzig räumlich dicht beieinander liegen und die Flämingstadt dadurch als Kreisstadt gestärkt wird.“

Vor allem für die Bürger sieht er eine „gute Lösung. “ Die Entscheidung des Kreistags und des Landrats verlange laut Knuth „großen Respekt“ und zeige Weitblick.

Vorerst keine weiteren Proteste geplant

Für Roland Leisegang ist der Kampf um den Erhalt der Kreisverwaltung die bislang größte Herausforderung seiner Amtszeit. „Ich hab so etwas in der Form noch nicht erlebt, das kostet viel Kraft“, kommentierte er die politischen Entwicklungen der letzten Monate.

Bad Belzigs Bürgermeister wünscht sich mehr Einbeziehung der Kommunen in die Entscheidungen des Landrats, um „weitere Vertrauensverluste“ zu vermeiden. Eine Fortsetzung der Proteste gegen die Pläne des Landrats sind laut Leisegang „zunächst erstmal“ nicht geplant.

Er will aber „darauf drängen“, dass in Bad Belzig mindestens 400 Arbeitsplätze in der Kreisverwaltung erhalten bleiben, statt wie bisher spekuliert um die 250.

Von André Großmann

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