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Bad Belzig: Schlaflos neben dem Supermarkt

Lärm von Kühlgeräten nervt die Anwohner Bad Belzig: Schlaflos neben dem Supermarkt

Im lauschigen Mühlenhölzchen von Bad Belzig finden die Anwohner gerade keinen Schlaf. Grund ist der Lärm der Kühlaggregate am Supermarkt gegenüber. Die Behörden bestätigen das Gefühl der Beschwerdeführer mit amtlichen Messungen. Doch die erteilten Auflagen bleiben bisher ohne Wirkung.

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Thomas Hausdorf und Dirk Tertel neben dem Kühlaggregat an der Rückseite des Supermarktes.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Ausgerechnet im lauschigen Mühlenhölzchen in Bad Belzig sind die Nächte alles andere als entspannend. Die Familien von Thomas Hausdorf und Dirk Tertel kommen kaum noch zur Nachtruhe. Die Anwohner sind genervt von der Geräuschkulisse des Supermarktes gegenüber.

Genau geht es um die außen liegenden Kühlaggregate an der Rückseite des Gebäudes. „Es ist ja nicht nur deren sonorer Dauerton“, klagt Thomas Hauswald. „Alle paar Minuten springt ein Gerät neu an wie es jeder vom Kühlschrank kennt.“ An Schlaf sei dann nicht mehr zu denken.

Der Ärger hat nach der Rekonstruktion des Einkaufszentrums im Dezember 2015 begonnen. Da war der Netto-Markt erweitert und technisch aufgerüstet worden. „Durch Wärmerückgewinnung aus Kühlkreisläufen werden Kosten gespart und Umweltbelastungen reduziert“, hatte es geheißen. Die Lärmemission hat allerdings zugenommen, wie die beiden Beschwerdeführer inzwischen amtlich bestätigt bekommen haben.

Und zwar im Widerspruch zur Einschätzung der Netto-Marken-Discount AG & Co KG. „Die Geräusche des Kühlaggregats im Außenbereich des Marktes bewegen sich Messungen zufolge innerhalb des gesetzlichen Grenzbereichs und sind auch im Vergleich mit anderen Kühlgeräten nicht auffällig“, erklärte die Firmenzentrale in Maxhütte-Haidhof (Bayern). „Momentan sehen wir keine Notwendigkeit, die Emissionen zu reduzieren“, teilte Unternehmenssprecherin Christina Stylianou auf MAZ-Anfrage. mit

Doch zu Jahresbeginn war im Beisein des Betreibers eine Messung vorgenommen worden. Die Ergebnisse waren wohl eindeutig. Der maximale Richtwert wurde nachts um fünf Dezibel überschritten, bestätigt Thomas Frey, Sprecher des Landesumweltamtes. „Damit liegt eine erhebliche Belästigung vor.“ Zudem wurde prognostiziert, dass die Belästigungen im Sommer noch zunehmen könnten. Die Handelskette sei deshalb aufgefordert worden, Änderungen vorzunehmen. Auf Grund von Lieferproblemen beim Kühlanlagentechniker habe die Umbau- und Nachrüstmaßnahmen erst Anfang Mai realisiert werden können. „Leider hat die Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg“, sagte Behördensprecher Frey. Es sollte daher noch eine spezielle Einhausung bestimmter Anlagenteile erfolgen. Vor etwa 14 Tagen wurden daher über die Verdichter Schallschutzhauben installiert. Eine erneute Vermessung der Anlage nach dem Umbau ist beauftragt. „Sollte die Prüfung belegen, dass die Lärmrichtwerte weiterhin nicht eingehalten werden, wird vom Supermarkt-Betreiber nachgebessert.

Immerhin berichtet Dirk Tertel, der selbst vom Baufach ist, dass er bereits Gespräche geführt hat mit Fachleuten, um nötigenfalls in Eigeninitiative und gegen Rechnung die Lärmschutz-Einrichtung zu bauen. Kommende Woche ist der nächste Ortstermin vorgesehen. Derweil vor allem kurz nach 20 Uhr, wenn durch den Ladenschluss etwas Ruhe in der Umgebung einkehrt, das störende Brummen auf den Nachbargrundstücken gut zu vernehmen ist.

Von René Gaffron

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