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Bad Belzig Stadionteich trocknet aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Stadionteich trocknet aus
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13:54 29.08.2018
Ebbe weit weg von jedem Meer: Der Stadionteich in Bad Belzig trocknet allmählich aus. Es fehlt einfach der Regen. Quelle: Christina Koormann
Bad Belzig

 Das „Haus am See“ in Bad Belzig steht momentan eher an einem versickernden Wasserloch als an einem richtigen See: Der Stadionteich hat offenbar unter der lang anhaltenden Hitze extrem zu leiden. Die Konsequenz aus monatelanger Dürre zeigt sich deutlich bei einem Blick auf das Gewässer: Nahezu die Hälfte des bis zu 1,60 Meter tiefen Teiches liegt mittlerweile auf dem Trockenen.

Weil der Bad Belziger Stadionteich durch monatelange Hitze immer mehr Wasser verliert, werden die „Bodenschätze“ darin besser sichtbar. Schüler der angrenzenden Krause-Tschetschog-Oberschule beseitigen Abfälle und Müll, der sich dort verbirgt.

Diese Tatsache hat Schüler der Krause-Tschetschog-Schule auf den Plan gerufen: Zusammen mit Schulsozialarbeiterin Julia Zwank holen Schüler der Projektgruppe Teich den durch den niedrigen Wasserpegel besser sichtbaren und greifbaren Müll aus dem Gewässer. Schon am 22. August hatte Zwank mit vier Schülern allerlei Gerümpel aus dem Schlamm gefischt. „Was sich nicht alles in einem Teich anfinden kann: Zwei Papierkörbe, ein kleiner Einkaufswagen, eine runde Tischplatte, ein Aschenbecher, ein Kochtopf, Flaschen und Flaschenbruchstücke, Reifen, eine Radkappe und noch vieles mehr“, sagte Julia Zwank. „Wir waren schon fleißig, wir haben allerdings nicht alles wegbekommen.“

Mehr Hände schaffen mehr Müll weg

Ein zweites Mal rückte die Schülertruppe deshalb am Dienstag mit mehr als doppelt so vielen Helfern aus – diesmal mit einer großen Holzkarre für sperrige Gegenstände im Schlepptau. Sie fanden während der Aufräumaktion auch diesmal wieder genügend Dinge, die sie darin verstauen konnten: Ein weiterer morastiger Autoreifen und ein verrottetes Dreirad sowie ein Zahnrad waren die größeren Gegenstände, die die tatkräftigen Jugendlichen aus dem matschigen Grund zum Abtransport schleppten.

„Wir haben es uns auf die Fahnen geschrieben, immer mal wieder zu schauen, was es am Teich zu tun gibt“, sagte Julia Zwank. Gemeinsam mit Silvana Bröhl, Schulsozialarbeiterin des Diakonischen Werkes Potsdam-Mittelmark, und Olaf Görisch, Sozialpädagoge und Projektkoordinator des Programmes „Back to School“, leitete sie die Schülergruppe bei den Aufräumarbeiten an.

„Zusammen macht es viel mehr Spaß“

Mit ihrem Schulprojekt „Teich“ haben sich Zwank und die Schüler der achten Klasse schon im letzten Jahr beschäftigt. Das von der Stiftung Sozialpädogisches Institut (SPI) begleitete Projekt, das durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und das Ministerium für Jugend, Bildung und Sport (MJBS) gefördert wird, lässt die Schüler rund um den Teich zu kleinen Forschern werden. „Ich finde es gut, dass wir hier den Müll aufsammeln“, sagt Fabien aus der Klasse 8a. „Und zusammen macht es noch viel mehr Spaß.“ Julia Zwank fügt hinzu: „Bei dem aktuellen Wasserstand bietet sich das ja besonders gut an.“

Sie selbst habe den Stadionteich, an dem sie nun seit rund 40 Jahren regelmäßig vorbeikomme, so ausgetrocknet noch nie gesehen. Zwar ist bei den in den vergangenen Wochen extremen Temperaturen nicht allzu überraschend, dass der Wasserstand in Tümpeln, Teichen, Seen und Bachläufen gesunken ist – trotzdem bereitet der extrem niedrige Wasserpegel im Stadionteich, der in unmittelbarer Nähe zur Krause-Tschetschog-Oberschule liegt, vielen Leuten Sorgen.

Diskussionen zum Stadionteich auf Facebook

Auch in den sozialen Netzwerken wurde in den vergangenen Tagen über den Zustand des Teiches heftig diskutiert und darüber beraten, was getan werden könnte. „Löschwasser reinpumpen lassen von der Feuerwehr“, schlägt Facebook-Kommentator Steffen Gädtke vor. David Hoffmann meint: „Man könnte den Schlamm schon mal absaugen oder ausbaggern.“

Dass es zeitnah eine wetterbedingte Verbesserung geben könnte, hält man im Netz für nicht besonders wahrscheinlich: „Warten auf Regen braucht man nicht, hier kommt ja nichts an“, meint Natalie Seifert. Mehrere Kommentatoren zeigten sich motiviert, eventuelle Arbeiten am Teich tatkräftig zu unterstützen.

Trockenheit: „Wir müssen mit der Situation leben“

Maßnahmen zur Änderung des Wasserstandes seien momentan nicht geplant, sagt Marco Grambow vom Bauamt Bad Belzig. „Das Problem der anhaltenden Trockenperiode besteht nicht nur dort, sondern an allen Orten“, so der Vertreter des Bauamtes. Ein Antrag auf Sanierung des Stadionteiches wurde schon vor geraumer Zeit gestellt. „

So einfach es jetzt auch wäre, durch den niedrigen Wasserstand Sanierungsarbeiten vorzunehmen – noch ist der Antrag nicht durch und einige Unterlagen müssen dazu noch nachgereicht werden.“ Gespeist wird der Stadionteich durch einen Zufluss aus den Stadionwiesen und einem Regenwassereinlauf aus dem Weitzgrunder Weg. „Neben der hohen Verdunstung fehlen die von den Niederschlägen direkt oder indirekt beeinflussten Zuflüsse“, so Grambow.

Vorerst müsse man deshalb mit der Situation leben. Es sei zu hoffen, dass baldige Regenfälle den Wasserstand zumindest wieder etwas erhöhen können. Dass die Tschetschog-Schüler selbst Initiative ergreifen, begrüßt Grambow. „Wir werden auch nächste Woche wieder Müll einsammeln, sofern sich am Wasserstand bis dahin nichts geändert hat“, sagt Julia Zwank.

Von Christina Koormann

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