Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Bad Belzig Bad Belziger besuchen das Rügen Kameruns
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Bad Belziger besuchen das Rügen Kameruns
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 05.10.2016
Zu Besuch in Kamerun. Quelle: privat
Anzeige
Bad Belzig

Magdalena Hartung sieht sich die Auslage des Bäckers in der Bad Belziger Innenstadt genau an. „Das ist schon krass“, sagt die 18-Jährige. Die Auswahl, die Preise – in Kamerun hat die Fredersdorfer Abiturientin ganz anderes erlebt. „In Kribi gab es nur eine Boulangerie, also Bäckerei“, erinnert sich Magdalena Hartung, „und das, was es dort gab, konnten die meisten Einheimischen sich niemals leisten“.

Mit fünf Jugendlichen aus Bad Belzig und Umgebung war Magdalena Hartung zwei Wochen lang in Kribi zu Besuch. Der trinationale Jugendaustausch zwischen Frankreich, Deutschland und Kamerun, an dem die Gruppe teilnahm, ist in Bad Belzig fast schon Tradition. Mit dem Besuch in Kamerun wurde die zweite Runde des Austauschs abgeschlossen. Ob es einen dritten Durchlauf gibt, steht noch nicht endgültig fest. „Wir stehen im Austausch mit den anderen Vereinen, die diesen Austausch organisieren“, sagt Silvia Grimmsmann von der Bad Belziger Initiative Echo Kamerun, „die Resonanz von den Jugendlichen ist enorm positiv, sie wollen unbedingt weitermachen.“

An den schönsten Stränden Kameruns. Quelle: privat

Magdalena Hartung war zum zweiten Mal beim Austauschprogramm dabei, 2015 hatte sie Frankreich besucht. Per Internet hielt der Kontakt mit den anderen Jugendlichen über das ganze Jahr. Nun war also der Besuch in Kamerun dran. „Eine spannende Erfahrung“, sagt sie.

Hatte sich zunächst die geplante Abreise gen Afrika wegen eines Streiks bei der französischen Fluglinie Air France um drei Tage verzögert, konnte sich die Gruppe schließlich doch noch auf den Weg in die Hafenstadt Kribi machen. „Wir wurden von den Kamerunern und Franzosen schon am Flughafen mit einem eigens komponierten Lied begrüßt“, erinnert sich Magdalena Hartung, „das war schon sehr bewegend.“

In Kribi stand für die Jugendlichen aus den drei Ländern täglich Sprachanimation auf dem Programm. „Der Austausch wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk gefördert, die Sprache steht im Mittelpunkt der Reise“, erklärt Silvia Grimmsmann von Echo Kamerun. „Das war eher spielerisch gehalten“, sagt Teilnehmerin Hartung. Kennenlernspiele, Sprachübungen und der Abbau von Berührungsängsten standen im Mittelpunkt. Und neben dem Lernen blieb genug Zeit für andere Programmpunkte. „Wir hatten viel Zeit zur freien Gestaltung“, sagt Magdalena Hartung, „und es gab natürlich eine Menge Ausflüge.“

Stippvisite der Jugendlichen aus den drei Ländern in einem Dorf, in dem Pygmäen leben Quelle: privat

So sahen die Jugendlichen unter anderem eine Palmölfabrik. Die Nutzung des Rohstoffes in vielen Kosmetikprodukten und auch in einer beliebten Nuss-Nougat-Creme wird von Umweltschützern scharf kritisiert. „Das verstehe ich jetzt deutlich besser“, sagt die Kamerun-Besucherin Hartung. „Die Fabrik war riesig, ich hatte da keinen so guten Eindruck.“ So erhalten Arbeiter in der Fabrik etwa nur rund 36 Euro Lohn im Monat.

„Um gut leben zu können, wären etwa 90 Euro nötig“, sagt Hartung. Luxus ist auch dann nicht drin: „Ein Essen im Restaurant kostet umgerechnet ungefähr 5 Euro.“ Dabei ist Kribi eine relativ wohlhabende Stadt, der Tourismus floriert. „Mitreisende, die schon in Kribi zu Besuch gewesen waren, entdeckten viele neue Hotels. „Kribi ist sozusagen das Rügen Kameruns“, erklärt Magdalena Hartung, „viele Kameruner machen dort Urlaub, weil die Strände so schön sind.“

Besonders gut gefallen hat der 18-Jährigen hingegen der Besuch bei einem Pygmäenstamm. „Das war wirklich beeindruckend“, sagt sie. Einen ganzen Tag verbrachten die Jugendlichen bei den Urwaldbewohnern, die ohne moderne Technik ihr Leben bestreiten. Manche Völker leben noch immer ausschließlich von dem, was sie selbst jagen und sammeln.

Bad Belzigs Bürgermeister Hannelore Klabunde-Quast freut sich schon auf den Gegenbesich aus Kribi. Am 11. Oktober trifft die Delegation ein. Quelle: Thomas Wachs

„Diese Ruhe der Kameruner hat mich fasziniert“, sagt Magdalena Hartung. Sie selbst plane ihre Tage immer voll. Herumsitzen und warten liege ihr nicht. „Manchmal hat es etwas genervt, dass alle die Franzosen und Kameruner so klischeehaft unpünktlich waren“, gibt Hartung zu. „Doch die positiven Dinge überwiegen bei weitem.“ Die langen Tage an den schönsten Stränden Kameruns, das Kochen auf offenem Feuer, Marktbesuche und die Freunde aus dem Land und aus Frankreich – die Abiturientin hat Erfahrungen gemacht, die sie nicht missen möchte.

Magdalena Hartung würde jederzeit wieder nach Kamerun reisen, sagt sie. Zunächst stehen jedoch andere Ziele auf dem Programm. Die Fredersdorferin möchte in einem griechischen Flüchtlingslager arbeiten und nach Vietnam reisen, bevor sie ihr Studium aufnimmt. Die Kribi-Reise hat Hartung rund 200 Euro gekostet, der Rest kam vom Deutsch-Französischen Jugendwerk. „Ich kann jedem Jugendlichen dieses Programm empfehlen“, sagt sie.

Von Saskia Kirf

Der Luftfahrtpionier Hans Grade hat viele Spuren in Borkheide hinterlassen. Eine Ausstellung erzählt eine Menge über sein Leben und Wirken. Dennoch tun sich viele Einwohner schwer mit dem Gedanken, ihrem Dorf den Zusatz „Hans-Grade-Gemeinde“ zu verleihen.

05.10.2016

Am 5. Oktober 1996 wurden Bohrleute am nördlichen Stadtrand von Bad Belzig fündig. In 775 Metern Tiefe entdeckten sie Thermalsole, die für die Kurortentwicklung von Bedeutung war. Doch hatten einige Stadtväter zunächst andere Erwartungen gehegt.

04.10.2016

In den ersten Wochen der Badesaison sah es mau aus. Bei dem kalten Wetter wollte nun wirklich keiner baden gehen. So bangte auch Borkheider Naturbadverein um seine Bilanz. Doch dann kam der Sommer, und zwar volle Pulle.

04.10.2016
Anzeige