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Bad Belzig Bahnposse bringt Freude ins Niemegker Theater
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Bahnposse bringt Freude ins Niemegker Theater
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15:24 01.11.2016
Hosen runter, Herr Pfarrer: Daniel Geißler als Ganove Rudolf in der Komödie „Champus-Express“ im Niemegker Volkstheater. Quelle: Christiane Sommer
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Niemegk

Mit Christian Anders’ Gassenhauer „Es fährt ein Zug, nach nirgendwo“ wird der „Champus-Express“ im Niemegker Volkstheater angekündigt. Bis auf den letzten Platz ist die Aufführung ausverkauft. Im Lauffeuer scheint es sich herumgesprochen zu haben, dass die brandneue Eigenproduktion der Laiendarsteller wieder einmal imstande ist, Lachsalven hervorzurufen.

Als die Bühne zum Hauptbahnhof Bad Belzig wird und Niemegks Bürgermeister Hans-Joachim Linthe in der Rolle des dienstbeflissenen Zugschaffners Wischnewkis auftritt, steht auch schon die Einfahrt des „Interlux“ bevor – begleitet von der Geräuschkulisse einer alten Dampflokomotive. Das Theaterstück nimmt seinen Lauf – eine turbulente Reise von Bad Belzig nach Wannsee beginnt.

Hände hoch oder ich schieße: Überfall auf das Zugbistro. Quelle: Christiane Sommer

Das Publikum macht Bekanntschaft mit Bistrodame Gertrud (Carola Hausig), dem Gaunerduo Rudolf und Kati (Pfarrer Daniel Geißler und Edda Hähnel), Zugchefin Gesine (Jutta Linthe), Kriminalkommissarin Anne (Sandy Boldt), Omi Lieselotte (Verena Anhalt), ihrem Enkel Harvey (Marvin Miedzianowski), Reinigungskraft Ilse (Doreen Schumann), Pathologin Piepenbrink (Beate Ulrich), einem Radsportler (Sven Schüler) und dem Versicherungsvertreter Steffen Fettenläufer (Christian Pietrucha).

Die Zuschauer erleben, wie Zugschaffner Wischnewkis und Zugchefin Gesine dienstbeflissen durch die Wirren der Tarifdschungel schwirren, wie Bistrodame Gertrud mehr dem Feierabend entgegenfiebert als mit Leidenschaft ihrer Arbeit nach zu gehen und wie der perfide Plan des Ganovenpärchens – das Bordbistro zu überfallen und mit der prall gefüllten Kasse am einzigen Zwischenhalt in Wannsee still und leise auszusteigen – durchkreuzt wird. Woran der Plan scheitert? An der Unzuverlässigkeit der Bahn.

Szene aus der aktuellen Aufführung. Quelle: Christiane Sommer

Als Rudolf und Kati mit schwarzer Maske über dem Kopf im Bistro erscheinen, Bistrodame Gertrud die Pistole an der Schläfe spürt und der Ruf „Hände hoch oder ich schieße“ durch das Theater hallt, gibt es im Publikum kein Halten mehr. Statt angsterfüllter Schreie füllt johlendes Lachen den Raum. „Das ist unser Pfarrer“, hört raunt es im Saal. Etliche Besucher kramen nach Taschentüchern. Im Saal ist kein Auge mehr trocken.

Nicht nur einmal muss sich das begeisterte Publikum die Tränen aus den Augen wischen. Es folgen Verwicklungen, Verwirrungen und Komplikationen, die Rudolf und Kati arg zu schaffen machen. Während das Gaunerpaar einen Spießroutenlauf erlebt, ist das Publikum blendend amüsiert. Als sich nach zwei Stunden der Vorhang schließt, werden die Laienschauspieler um Regisseur Christian Pietrucha mit anhaltendem Applaus bedacht.

Marvin Miedzianowski (17) ist auf der Bühne mit dabei. Quelle: Christiane Sommer

Welche Stelle im Stück am meisten gefallen hat, vermag niemand zu sagen. War es das Versteckspiel mit der Beute? War es das Bahnpersonal? Oder die Ermittlungsstrategie der Kriminalkommissarin?

Am Freitag und Sonnabend (4. und 5. November), jeweils 20 Uhr, fährt der „Champus-Express“ erneut im Niemegker Kulturhaus ein. Tickets an der Abendkasse gibt es für zwölf Euro, Tickets im Vorverkauf für zehn Euro.

Weitere Informationen zum Stück und Ensemble gibt es im Internet unter www.neues-volkstheater.de

Von Christiane Sommer

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