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Bad Belzig 2018 ist auch für Bienen ein Ausnahmejahr
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig 2018 ist auch für Bienen ein Ausnahmejahr
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08:33 11.08.2018
Imker Fritz Krüger aus Bad Belzig hinter seinen Bienenkästen. Quelle: Christina Koormann
Bad Belzig/Brück

Das Summen der Bienen ist wie Musik in Fritz Krügers Ohren. Das gleichmäßige Geräusch hat etwas Beruhigendes. Inmitten seiner Bienenkästen, die bei der Hitze im schützenden Schatten stehen, zeigt er auf eine regelrechte Wolke aus Bienen, die bewegungslos außen an einem der Kästen hängt.

„Tagsüber bleiben sie draußen, um im Stock keine zusätzliche Wärme zu produzieren, erst am Abend krabbeln sie wieder hinein“, sagt der 87-Jährige.

Die Hitze macht auch den produktiven Insekten zu schaffen. Ein Besuch bei Imker Fritz Krüger in Bad Belzig gewährt Einblicke in die durchorganisierte Welt der Honigbienen.

Auf 2900 Quadratmetern hat der Imker in Bad Belzig mit seiner Imkerei „Immenfleiß“ ein idyllisches Kleinod geschaffen, in dem sich die Insekten, Pflanzen und Bäume sehr wohlfühlen. „In unserer Familie haben alle einen Stich“, sagt Fritz Krüger und lacht.

Kinder und Enkel sind ebenfalls mit der Imkerei „infiziert“, die Leidenschaft des Großvaters, der im Alter von 18 Jahren 1949 als Nebenerwerb diese Arbeit aufnahm, begeistern nicht nur ihn und seine Frau. Um knapp 200 Bienenvölker kümmert sich Krüger und erntet von jedem einzelnen jährlich im Schnitt 30 bis 60 Kilogramm Honig.

Bienenstock muss gekühlt werden

Auch für die fleißigen Insekten ist dieser Sommer anders: Die große Hitze wirkt sich stark auf ihre Aktivität aus. „Die Temperatur in einem Bienenstock liegt durchschnittlich bei etwa 35 Grad“, sagt Krüger. „Momentan steigt sie auf bis zu 50 Grad an – die Tierchen brauchen viel Wasser, um die Hitze darin herunterzukühlen.“

Das bedeutet viel Arbeit für die Bienen und ist richtiger Stress: In ihrer Honigblase transportieren sie Wassertropfen zum Stock und wedeln diese mit den Flügeln an den Wabenrand. Im Luftzug verdunstet es und sorgt für Kühlung und Luftfeuchtigkeit im Stock.

Weil diese Notwendigkeit zusätzliche Arbeit bedeutet, haben die Bienen weniger Zeit, Nektar und Pollen zu beschaffen, und somit, die Königin mit ausreichender Nahrung zu versorgen und sich um die Brut zu kümmern. „Die Hitze kann so schlimm werden, dass sie die Brut nicht pflegen können – wenn sie es nicht schaffen, zu kühlen, schmeißen sie sie raus oder fressen sie auf.“

Königin legt weniger Eier

Hinzu kommt, dass das Angebot an diesen Dingen durch die Trockenheit geringer ist als in anderen Jahren. „Ganze Sonnenblumenfelder sind vertrocknet, die Heide ist an vielen Stellen tot“, sagt Fritz Krüger, der seine Bienenvölker den Sommer über an verschiedenen Orten fliegen lässt. Die Konsequenz aus alldem: Die Königin wird schlechter ernährt, legt weniger Eier und die Völker gehen schwächer in den Winter. „Deshalb wird der Ertrag aus der nächsten Frühjahrsblüte wahrscheinlich nicht sehr groß.“ Den Tieren selbst machten die hohen Temperaturen nicht allzu viel aus.

„Die Sommerblüte sieht schlecht aus“

„2018 ist ein Ausnahmejahr“, meint auch Peter Prokoph, Imker und Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Brück. Bei einem Vortrag über Honigarten und seine Verwendung im Brücker AWO-Ortsverein hat er am Donnerstag interessierten Senioren viele Aspekte des flüssigen Goldes näher gebracht. Über die außergewöhnlich heißen Temperaturen und die große Trockenheit sei er „erschrocken“.

„Natürlich beeinflusst das die Bienen“, sagt der Experte. „In den frühen Morgenstunden fliegen sie noch, aber ab 32 Grad stellen sie ihren Flugverkehr ein – dann sind nur noch die Wasserträger unterwegs.“ Schon Mitte April habe es aufgehört zu regnen, der Raps habe viel zu früh geblüht, die Sonnenblumen seien, wie auch Fritz Krüger bemängelt, auf den Stängeln vertrocknet. „Es gab maßlos Blüten, aber wenig Nektar“, sagt der Imker. „Das Bienenjahr ging nur von Mitte April bis Anfang Juli –mehr Zeit haben wir nicht gehabt.“

Er vermutet für 2018 eine Honigernte von nur 50 Prozent des normalen Durchschnitts. Eine Zuhörerin meldet sich mit den Worten: „Die Sommerblüte schmeckt mir am besten.“ Gerade dieser Geschmack wird mit dem diesjährigen Ernteergebnis wohl enttäuscht werden. „Die Sommerblüte sieht richtig schlecht aus“, sagt Prokoph. „Aber es ist schön, dass jeder einen anderen Geschmack hat –denn wir produzieren ja viele verschiedene Sorten.“

Von Christina Koormann

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