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Bad Belzig Blitzeinschläge lösen Tage danach Waldbrände aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Blitzeinschläge lösen Tage danach Waldbrände aus
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13:48 13.08.2018
Diverse Feuerwehren waren am Wochenende gefordert nicht nur zu Waldbränden. Hilfreich war der große Tanker aus Borkheide. Quelle: FFW Wiesenburg
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Bad Belzig/Wiesenburg

Die Feuerwehren im Hohen Fläming haben einsatzreiche Tage hinter sich. Vor allem Waldbrände – aber auch ein Feuer im Gewerbegebiet – forderten die Einsatzkräfte im Raum Bad Belzig und Wiesenburg mehrmals heraus. Sie bekamen tatkräftige Hilfe von Wehren aus einigen Nachbarkommunen.

Viel zu tun hatten Feuerwehren im Hohen Fläming am Wochenende. Diverse Waldbrände und ein Feuer in einem Kunststofflager waren zu löschen.

Ausgangspunkt der über das Wochenende anhaltenden Waldbrände war wohl eine Gewitterfront, die schon am Donnerstagabend über den Fläming gezogen war. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Feuer in Wäldern sich erst bis zu zwei Tage später zeigen“, erklärt Raphael Thon, der Ortswehrführer aus Bad Belzig. „Nach einem Blitzeinschlag in einen Baum entwickelt sich die Hitze meist erst langsam, bis im Baum oder im Waldboden ein Feuer ausbricht“, erklärt der Feuerwehrchef zu dem Phänomen der verspäteten Brände vom Wochenende.

Seit dem Gewitter ging es rund

Los ging die Reihe der Einsätze schon beim Gewitter selbst am Donnerstagabend. Da war zwischen Preußnitz und Dahnsdorf ein Baum über die Bundesstraße 102 gestürzt. Am Freitagabend startete dann die Brandserie. „Gegen 18 Uhr rückten wir nach Dippmannsdorf aus, wo rund 500 Quadratmeter Wald brannten“, erklärt Raphael Thon gegenüber der MAZ. Obwohl das Feuer nur rund 300 Meter von Dorf entfernt loderte, habe es keine Gefahr gegeben für den Ort. „Es brannte langsam“, erklärt der Ortswehrführer.

Schon zuvor waren am Freitag Wiesenburger Feuerwehren gefordert, um zwischen Grubo und Raben ein Feuer auf 5000 Quadratmetern Waldboden zu löschen. Es hielt einen Großteil der Feuerwehren der Gemeinde Wiesenburg/Mark in Atem. Mit Tanklöschfahrzeugen wurden rund 124.000 Liter Wasser herangefahren, um das Feuer zu löschen.

Kunststoff brennt im Gewerbegebiet

Am Morgen danach war die Nacht für die Feuerwehrleute sehr zeitig beendet. Gegen 5.25 Uhr verdeckte eine schwarze Rauchwolken die aufgehende Sonne über dem Gewerbegebiet Wiesenburg. „Aus bislang ungeklärter Ursache kam es zum Brand einer Lagerstätte von Kunststoff“, teilt die Feuerwehr mit. Die angrenzende Biogasanlage war nicht in Gefahr. Die Ausbreitung des Feuers wurde verhindert und die Brandstelle sodann mit einen Schaumteppich abgedeckt. Zwei Trupps unter schweren Atemschutz kamen dabei zum Einsatz.

Die Feuerwehr Wiesenburg war am frühen Sonnabend auch gefordert, um einen Brand in einem Kunststofflager im Gewerbegebiet zu löschen. Quelle: FFW Wiesenburg

Am Samstagmorgen waren auch die Bad Belziger Wehren wieder ausgerückt, als gegen 7 Uhr an der B246 in Richtung Lüsse Wald brannte. „Auch dort stellten Forstmitarbeiter klar einen vorausgegangenen Blitzschlag in einen Baum als Ursache fest“, berichtet Raphael Thon.

Zum Großeinsatz wegen eines Waldbrandes ging es dann am Sonnabend gegen 15 Uhr für bis zu 80 Leute und gut 20 Fahrzeuge. Im Forst zwischen Werbig und Lübnitz standen bis zu drei Hektar Wald in Flammen. Das schwer zugängliche Gelände und die Wasserversorgung wurden dort zur Herausforderung für die Einsatzkräfte. Sie kamen aus Bad Belzig, Werbig, Dippmannsdorf, Ragösen, Lütte sowie aus Dahnsdorf, Niemegk und Wiesenburg.

Großer Tanker aus Borkheide

Mit Tanklöschwagen richteten sie einen Pendelverkehr zu den Dorfteichen in Werbig und Benken ein. „Dazu war auch der große Tanker aus Borkheide nötig und hilfreich“, erklärt Raphael Thon. Das Spezialfahrzeug fasst bis zu 18.000 Liter Wasser, während sonst in den Löschwagen nur 5000 Liter im Wassertank sind.

Mit vereinten Kräften konnte der große Waldbrand bei Werbig bald erfolgreich eingedämmt werden. Allerdings flammte er auch am Sonntag noch einmal auf. Erneut rückten Bad Belziger Wehren dorthin aus.

„Nun gilt es, die Technik wieder einsatzbereit zu bekommen und auf eine Ruhephase für alle Einsatzkräfte zu hoffen“, sagt der Bad Belziger Ortswehrführer Raphael Thon.

Von Thomas Wachs

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