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Brücker Schüler gegen rechte Parolen

Ausstellung in Oberschule Brücker Schüler gegen rechte Parolen

Stammtischparolen und Vorurteile hat wohl jeder schon gehört. Die Schüler der Brücker Oberschule haben sich in einer Projektwoche nun näher mit dem befasst, was da eigentlich gesagt wird. Nun haben sie eine Ausstellung im Foyer ihrer Schule eröffnet. Sie sind sicher: „Ich werde kein Nazi.“

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Die Schüler mit dem Minister in der Ausstellung.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Antonia Pusch konnte die rechtsextremen Stammtischparolen nicht mehr hören. „Alle Ausländer sind kriminell“, hörte die 15 Jahre alte Schülerin jemanden sagen. Anhand von Statistiken konnte sie dieses Vorurteil widerlegen. „Ich habe damals nicht dazu gesagt“, sagt Antonia. Heute würde sie anders reagieren: „Ich habe in der Projektwoche einiges dazu gelernt und weiß es jetzt besser – ich würde widersprechen.“

Antonia ist eine von 15 Zehntklässlerin, die mit der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) eine Ausstellung zum Thema „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ vorbereitet haben.

Denise Zesche hat sich mit den Aktivitäten der rechten Szene in Brandenburg auseinandergesetzt

Denise Zesche hat sich mit den Aktivitäten der rechten Szene in Brandenburg auseinandergesetzt

Quelle: Andreas Koska

Zur Ausstellungseröffnung kam Bildungsminister Günter Baaske (SPD), der eindringlich für eine Miteinander der Kulturen warb. Die Idee, die Ausstellung nach Brück zu holen, hatte Musiklehrerin Annette Radigk. Ein passender Rahmen musste nicht erst gesucht werden. „Wir haben jedes Jahr zum Schuljahresanfang Startertage“, berichtet die Musiklehrerin. In diesen geht es um nicht schulspezifische Themen, welche für Schüler wichtig und interessant wind. So haben sich die Brücker Oberschüler schon mit dem Mauerbau oder der Drogenproblematik beschäftigt.

Jetzt ging es um Rechtsextremes Gedankengut. Bei einigen Schülern sollen entsprechende Tendenzen bemerkt worden sein. Und dien Projekttage bringen Erfolg: „Es ist tatsächlich so, dass bei dem einen oder anderen nach einer eingehenden Beschäftigung mit dem Thema, ein Umdenken stattfindet“, hat Birgit Schröder vom RAA festgestellt. Sie ist stolz auf die Schüler, die sehr konzentriert an dem Thema gearbeitet haben. Jeder von ihnen hat bei der Ausstellungseröffnung einen Schwerpunkt der Arbeit vor 300 Mitschülern vorgestellt.

Antonia Pusch  konnte die rechtsextremen Stammtischparolen nicht mehr hören

Antonia Pusch konnte die rechtsextremen Stammtischparolen nicht mehr hören.

Quelle: Andreas Koska

Denise Zesche hat sich mit den Aktivitäten der rechten Szene in Brandenburg auseinandergesetzt. „Ich habe einiges gelernt und werde sicher kein Nazi, denn jeder Mensch ist ein Mensch“, sagt die Schülerin. Die Ausstellung soll der Auftakt zu einem Themenjahr werden. „Wir wollen eine ,Faire Schule’ werden“, sagt Hannelore Haseloff. Die Schulleiterin meint dabei Fairness auf allen Gebieten, vor allem aber im Umgang miteinander. Es soll ein Bewusstsein für den ökologischen Fußabdruck entstehen, die Schüler werden ein Sozialkompetenztraining absolvieren. „Sie sollen lernen, mit Konflikten umzugehen“, sagt Haseloff.

Die aus 14 Tafeln bestehende Ausstellung, war inzwischen an 42 brandenburgischen Schulen zu sehen. Sie kann bei der Friedrich-Ebert-Stiftung angefordert werden, wie Koordinatorin Juliane Meyer sagt. In Brück ist sie noch bis zum 16. September im Foyer der Oberschule zu sehen.

Von Andreas Koska

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