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Bad Belzig Davidchor macht sich gut als Botschafter
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14:53 14.05.2018
Mit Werken von Carl Gottlieb Reißiger und Johann Georg Albrechtsberger im Gepäck begab sich der Davidchor aus Bad Belzig auf Konzertreise nach Wien. Quelle: Sabine Müller
Bad Belzig

Der Davidchor aus Bad Belzig, der die Musik von Carl Gottlieb Reißiger pflegt, ist von seiner diesjährigen Chorreise zurückgekehrt. Die Gesangsgemeinschaft, die das Werk des einstigen Kapellmeisters am Dresdener Hof pflegt, weilte für einige Tage in Österreich.

„Seit 2012, als wir in der Jerusalemer Erlöserkirche den David zur Aufführung brachten, brechen wir alle zwei Jahre zu einer Konzertreise auf. Wir verstehen uns als musikalische Botschafter, die die Werke des in Belzig geborenen Komponisten über Deutschland hinaus bekannt machen wollen. 2014 waren wir in Straßburg, 2016 in Krakau und Breslau“, erklärte der Bad Belziger Kantor und Chorleiter Winfried Kuntz vorab.

Die Stücke gut präsentiert

Mehr als 30 Chormitglieder, teilweise von ihren Angehörigen begleitet, traten vor wenigen Tage die nahezu einwöchige Reise an. „Mit dieser Besetzung konnten die eingeprobten Stücke gut präsentiert werden“, sagt Chormitglied Barbara Weigel.

Doch hatte die Gesangsgemeinschaft nicht nur Reißigers Werke im Gepäck. Eigens für die Reise waren im Vorfeld zusätzlich Werke von Johann Georg Albrechtsberger einstudiert worden.

Das Erbe zweier Komponisten

Johann Georg Albrechtsberger wurde 1736 geboren. Als er 1809 in Wien starb, war Reißiger gerade elf Jahre alt. Und doch gibt es gewisse Parallelen in ihrem Lebenslauf.

Albrechtsberger und Reißiger waren Chorknaben. Reißiger war bis zu seinem Tod Hofkapellmeister am Dresdener Hof, Albrechtsberger Domkapellmeister am Stephansdom in Wien.

Zum musikalischen Erbe beider Männer gehören unter anderem Kirchenkompositionen.

Während in Deutschland wohl kaum jemand Johann Georg Albrechtsberger kennt, ist Reißigers Name in Österreich unbekannt.

Präsentiert wurden sie in der Elisabethkirche in Wien und in der Gemeinde Oberschützen im Burgenland. „Die Rückmeldungen von Besuchern zeigten, dass sie ausgesprochen überrascht waren von den Motetten von Reißiger und vor allem auch von der musikalischen Intensität des Magnificats. Albrechtsberger war für das Publikum keine Überraschung, gehören seine Werke doch zum musikalischen Erbe Wiens“, ergänzt Wolfgang Biedermann.

Das Konzert in der Elisabethkirche schätzen beide als „echte Herausforderung“ für den Chor, die Solistin, die Organistin und den Chorleiter ein. Sie sind überzeugt: „Mit dem mächtigen Nachhall in dieser großen Kirche mussten die Stücke im Tempo und in der Aussprache an die schwierigen Gegebenheiten angepasst werden.“

Zwei gute Begleiterinnen dabei

Begleitet wurde der Davidchor von der Sopranistin Juliane Esselbach und der Orgelspielerin Suhyun Lim aus Brandenburg an der Havel. Rückblickend sagt Barbara Weigel: „Alle Mitreisenden fanden die Reise ausgesprochen wertvoll.

Natürlich waren die Konzerte der Höhepunkt, aber auch die Besichtigung der europäischen Hauptstätte Wien und Bratislava bei herrlichem Wetter war beeindruckend. Und mit Wien war dieses Mal wieder ein Reiseziel mit starkem Bezug zu Carl Gottlieb Reißiger gegeben. Hat er dort doch seine musikalische Ausbildung unter anderem bei Antonio Salieri erhalten.“

Nächstes Ziel steht noch nicht fest

Wohin es den Davidchor in 2020 zieht, ist derzeit noch unklar. „Aber alle Beteiligten waren sich einig, dass die Tradition der Konzertreisen auf jeden Fall aufrechterhalten werden sollte“, so Weigel und Biedermann.

Beim Bad Belziger Altstadtsommer wird das komplette Programm am 26. August 2018, 17 Uhr, noch einmal präsentiert. Um 17 Uhr beginnt das Konzert in der Bad Belziger Marienkirche.

Von Christiane Sommer

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