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Bad Belzig Der Landrat und sein neuer Plan mit der Verwaltung
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17:26 29.11.2018
Landrat Wolfgang Blasig (SPD) hofft auf die Zustimmung des Kreistages für eine neue Variante der Standortentwicklung. Quelle: JACQUELINE STEINER
Mittelmark

 Die fast vollständige Konzentration der Kreisverwaltung in Beelitz-Heilstätten ist abgeblasen. Landrat Wolfgang Blasig (SPD) hat sich von seiner Vorzugsvariante zur Entwicklung der Verwaltungsstandorte verabschiedet. An diesem Freitag wird der Verwaltungschef die Kreistagsabgeordneten schriftlich über einen neuen Plan informieren. Statt für die Zukunft nur einen Standort außerhalb der Kreisstadt Bad Belzig zu entwickeln, greift Blasig nach heftiger Kritik im Fläming auf die Zwei-Standort-Strategie zurück.

Bürgermeister sind informiert

Am Donnerstag informierte der Landrat die hauptamtlichen Bürgermeister und Amtsdirektoren aus den Flämingkommunen über die Aufgabe der harten Linie bei der Verwaltungsverlegung. Der MAZ erläuterte Blasig anschließend exklusiv, wie er sich die Zukunft seiner Behörden vorstellt. Nun sollen doch weitaus mehr Mitarbeiter in der Kreisstadt ihrem Job nachgehen, als zunächst vorgesehen.

Statt etwa 50 könnten es um die 300 Angestellte sein. Diese sollen langfristig in einem dann sanierten Verwaltungskomplex im Papendorfer Weg arbeiten. „Denkbar ist auch ein Neubau am Standort in der Brücker Landstraße“, sagte der Landrat. Eine Entscheidung soll im Rahmen einer planerischen Untersuchung fallen, die in den Doppelhaushalt 2019/20 aufgenommen wird.

Die Büros im Papendorfer Weg müssten nach 20 Jahren saniert werden. Quelle: Michael Greulich

In Bad Belzig will der Landrat unter anderem Aufgaben wie die Landwirtschaft, die Wirtschaftsförderung, die Abfallwirtschaft, das Beauftragtenwesen und die Kommunalaufsicht konzentrieren. Einige kreiseigene Verkehrsunternehmen sollen mit ihren Zentralen in die Kreisstadt umziehen.

Zum Beispiel das in Babelsberg ansässige Unternehmen Regiobus und das fusionierte Technologie-und Gründerzentrum mit Sitz in Teltow. Ferner soll der Fläming zu einem Pilotprojekt für sogenannte Service-Punkte werden, die später einmal in der Fläche des Landkreises Dienstleistungen für die Bevölkerung erbringen sollen. Wie viele Arbeitsplätze das alles tatsächlich für Bad Belzig bedeutet, kann der Landrat heute noch nicht sagen.

Auf diesem Grundstück in Beelitz-Heilstätten soll das neue Kreishaus entstehen. Allerdings kleiner als ursprünglich geplant. Quelle: Frank Bürstenbinder

Blasig geht davon aus, dass mit diesem Kompromiss den Forderungen der Kritiker nach sozialen und strukturpolitischen Erwägungen bei der Standortentwicklung Rechnung getragen wird.

Nach Bekanntwerden des ursprünglichen Plans, der nur einen Minimalbesatz von Personal am Kreissitz bedeutet hätte, formierte sich in und um Bad Belzig eine Protestbewegung, die die Zukunft von Bad Belzig als Kreisstadt in Gefahr sieht. Unter dem Motto „Der Fläming ist Kreisstadt“wollen Musiker aus der Region an diesem Sonntag auf dem Marktplatz für einen starken Fläming singen.

Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang haben Blasigs Ankündigungen jedenfalls nicht überzeugt: „Es ist gut, dass wir im Gespräch sind. Doch die Kuh ist noch nicht vom Eis. Für eine Beschlussfassung durch den Kreistag ist es viel zu früh. Dafür ist die Substanz zu dünn.“

Landrat Wolfgang Blasig im Gespräch mit MAZ-Redakteur Frank Bürstenbinder. Quelle: JACQUELINE STEINER

Was bedeutet die neue Entwicklung für Beelitz-Heilstätten? Gemäß der jetzt favorisierten Zwei-Standort-Strategie soll mit der Beplanung des kreiseigenen Grundstücks neben dem Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) begonnen werden. Allerdings wird das neue Kreishaus für 500 bis 700 Beschäftigte deutlich kleiner ausfallen, als bisher gedacht.

„Es bleibt aber bei einem zentralen Servicebereich für alle Angelegenheiten der Bürger. Diese Idee lasse ich mir nicht nehmen“, so Blasig. Aufgegeben werden dafür die Behördenstandorte in Brandenburg an der Havel, Werder (Havel) und Teltow. Bis der erste Verwaltungsmitarbeiter in den Neubau einzieht, werden jedoch noch einige Jahre vergehen. Eröffnung könnte 2022/23 sein.

Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) bricht über den neuen Vorschlag des Landrats nicht in Jubel aus. Quelle: André Großmann

Das letzte Wort über die Zwei-Standort-Strategie hat am 6. Dezember der Kreistag von Potsdam-Mittelmark. Neben diesem Kompromiss will Landrat Blasig den Abgeordneten weitere Vorschläge unterbreiten. So ist im Haushaltsentwurf für 2019/20 eine Absenkung der Kreisumlage um 1,5 Prozent vorgesehen.

Das bedeutet rund drei Millionen Euro weniger Einnahmen für den Kreis, dafür mehr Geld für die Kommunen für eigene Aufgaben. Der Kreistag wird auch darüber befinden, ob Potsdam-Mittelmark den Eigenanteil der am Plusbus-Konzept beteiligten Städte und Gemeinden durch Kreisgelder ersetzt.

Von Frank Bürstenbinder

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